Tierschutz : Ausstellung zeigt künstlerische Annäherung zum Thema Schweinswale

Die Experten Dr. Aline Kühl-Stenzel und Fabian Ritter sagen: „Der Schweinswal ist akut vom Aussterben bedroht.“
Die Experten Dr. Aline Kühl-Stenzel und Fabian Ritter sagen: „Der Schweinswal ist akut vom Aussterben bedroht.“

Schau in Lecker Nordsee-Akademie weist darauf hin, dass die Tiere in Nord- und Ostsee vom Aussterben bedroht sind.

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14. Dezember 2017, 11:52 Uhr

Leck | Wenn sie vor Sylt auftauchen, in der Flensburger Förde und an den Stränden der Nord- und Ostsee ihre Kreise ziehen, dann sorgen sie stets für große Begeisterung. Schnell sind in den sozialen Medien unzählige Fotos und Videosequenzen zu sehen und Heerscharen von Menschen bevölkern die Strände. Doch was die meisten nicht wissen – Diplom Biologe Fabian Ritter erklärte es während der Ausstellungseröffnung in der Nordsee-Akademie sehr eindrucksvoll: „Schweinswale in Nord- und Ostsee sind akut vom Aussterben bedroht!“

Unterwasserlärm, Meeresverschmutzung, Überfischung oder Schweinswale als Beifang in Stellnetzen sorgen immer wieder für ihren Tod. „In der zentralen Ostsee sind Schweinswale vom Aussterben bedroht, auch wenn wir momentan rund 440 ihrer Art dort haben“, so Ritter. Und: „Der Schweinswal, Deutschlands einzige heimische Walart, ist in der zentralen Ostsee eine eigenständige Population, Teil eines überaus sensiblen Ökosystems“.

Um auf diese Bedrohung und deren Auswirkungen für das gesamte Ökosystem aufmerksam zu machen, hatten die Wal- und Delfinschutz Organisation, kurz WDC (Whale and Dolphin Conservation), der Nabu (Naturschutzbund) und Ocean Care, zusammen mit dem Kleinwalschutzabkommen Ascobans im Jahre 2013 zu einem Kreativwettbewerb aufgerufen. „Die letzten 300“, sollte Menschen animieren sich kreativ, und künstlerisch mit Walen auseinander zu setzen.

Rund 100 Einsendungen erreichten die Organisatoren, die daraus eine sehr beeindruckende Ausstellung schufen. Hobby-Künstler, professionelle Mediengestalter, aber auch Kinder und Jugendliche reichten ihre Exponate ein, die jetzt in der Nordsee-Akademie in Leck zu sehen sind. Anlässlich der Eröffnung waren neben dem Meeresbiologen Fabian Ritter (WDC), der sich seit rund 20 Jahren mit der Walforschung beschäftigt, auch Dr. Aline Kühl-Stenzel (Ascobans) sowie weitere Vertreter verschiedener Schutzorganisationen angereist. Den Besuchern gab Fabian Ritter dann auch einen ersten Einblick in die Welt der heimischen Schweinswale.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten, und das Engagement oftmals ein Kampf wie „David gegen Goliath“. Denn: „Alle Wale sind nach europäischem und deutschem Umweltrecht streng geschützt. Dennoch konnte sich der kleine Restbestand des Ostseeschweinswal bis heute nicht erholen“, erklärte Dr. Aline Kühl-Stenzel. Immer wieder verenden die Tiere, oftmals bereits als Jungtier, wenn zum Beispiel die Mutter als Beifang qualvoll in einem der Netze stirbt und sie so keine Überlebenschance haben. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde von den beteiligten Organisationen ein Forderungspapier erstellt, dass der Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks als Handlungsgrundlage übergeben wurde. Zudem ist Hendricks auch Schirmherrin der Ausstellung.

Nach Stralsund und Sylt ist es jetzt die Nordsee-Akademie in Leck, in der noch bis kommenden April „Die letzten 300“ zu sehen sind. Beeindruckende Illustrationen, Malereien, Videos, Sounds, Skulpturen und Objekte, mit denen Künstler zeigen, was ihnen Wale bedeuten, und die zum Nachdenken über eine mögliche Zukunft des Schweinswals anregen sollen.





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