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Nordfriesland Tageblatt

18. Dezember 2017 | 06:19 Uhr

Mehr Komfort : Außenaufzug für das Klinikum

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Es ist geschafft: Der Außenaufzug am Klinikum Nordfriesland in Niebüll hat seinen Betrieb aufgenommen. Finanziert wurde er durch Spenden. Der Krankenhausförderverein realisierte mit Hilfe der zahlreichen Geldgeber das Projekt. Erste Bestrebungen gab es bereits vor zehn Jahren.

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2013 | 17:31 Uhr

Patienten und Gehbehinderte, die eine Außentreppe erklimmen müssen, um ins Klinkum Niebüll zu gelangen: Das ist vorbei. Jetzt gibt es einen Außenaufzug gleich gegenüber dem Parkplatz. Und der wurde im Beisein vieler Beteiligter und Offizieller in einem dem freudigen Anlass angemessenen Zeremoniell eingeweiht.

Das Besondere an dem Lift ist, dass er fast ausschließlich durch Spenden finanziert wurde. 92 000 Euro aufzubringen, das war nicht nur ein Kraftakt, sondern vor allem ein Beispiel für die Verbundenheit zu einer von der Region dringend benötigten Einrichtung der Krankenversorgung.

„Sie haben nicht nur der Region, sondern auch uns geholfen“, dankte der Geschäftsführer der Klinikum Nordfriesland gGmbH Frank Pietrowski Spendern und Beteiligten an diesem Vorhaben, „für das wir keinen Cent dazu bezahlt haben“. In der Tat war es weder dem Kreis noch der Klinik-Gesellschaft möglich, ein Projekt „das keine Einnahmen generiert“, zu finanzieren. Allerdings hat der Krankenhausträger in den zurück liegenden acht Jahren in die Klinik stolze 18 Millionen Euro investiert, wenngleich mit Bundes- und Landesförderung.

Klinik-Verwaltungsleiter Christian Volquardsen wies darauf hin, dass die Idee für den Lift konkret zehn Jahre alt sei. Ralf Wauer, technischer Leiter im Haus, informierte sich per Umfragen über die Kosten. Er kam dabei zu dem Ergebnis, dass so ein Vorhaben durchaus zu finanzieren wäre. Beim Krankenhausförderverein stieß er auf offene Ohren. Und von den Baufirmen, die über Jahre „gutes Geld“ verdient hatten, kam positive Resonanz – und damit schließlich „eins zum anderen“, zumal es auch ansonsten im Zuge allseitiger „behindertengerechter“ Bemühungen ein Unding war, dass Patienten nur über eine steile Treppe zu Notambulanz, den Praxen und Fahrstühlen im Hause gelangen konnten.

Es war eine Herzensangelegenheit bei Förderverein und Wohlwollen nicht zuletzt bei den vielen Spendern: Die Finanzierung lief sich hoch. Die AktivRegion machte mit, die Firmen hielten Wort, sechs Gemeinden kamen hinzu. Am 18. April 2013 war Grundsteinlegung. Nach kleinen Verzögerungen stand der Lift, unten umgeben von einem besonders gestalteten Vorplatz, der Ein- und Ausstieg oben geschützt durch einen Vorbau. Christian Volquardsen: „Ralf Wauer glaubte an das Projekt. Wenn der Förderverein nicht wäre, sähe das Haus heute anders aus. Ich danke allen, die mit dabei waren. Die Klinik Niebüll ist jetzt leichter zu erreichen.“ Der während der vergangenen Monate als Notlösung geöffnete (rechtlich fragliche) Nebeneingang wird ab sofort geschlossen.

Amtsvorsteher Peter Ewaldsen wertete den Lift als Zeichen großer Solidarität. Mit Blick in die Zukunft forderte er dazu auf, das erneuerungsbedürftige Bewegungsbad im Hause nicht zu vergessen. Dem Vernehmen nach soll seine Instandsetzung nach grober Schätzung 300 000 Euro kosten.

Margarethe Ehler, stellvertretende Kreispräsidentin, erklärte: „Der Kreis freut sich über den Aufzug. Wir als Kreis identifizieren uns mit allen vier Kliniken.“ Karl-Heinz Schmidt, Vorsitzender des Krankenhausfördervereins, machte deutlich: „Wir im Verein sind ein Team, das sich für die Belange des Hauses einsetzt.“ Auf einen familiären Vergleich anspielend meinte er: „Wenn es Wünsche gibt, dann ist es gut, Großeltern zu haben. Doch dieses Krankenhaus hat keine Großeltern. Es hat den Förderverein.“

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