Junges Talent an der Orgel in Süderlügum : Ausnahmetalent an der Orgel in Süderlügum

Jorge Sendler freut sich, auf der Marcussen-Orgel spielen zu dürfen.
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Jorge Sendler freut sich, auf der Marcussen-Orgel spielen zu dürfen.

Bereits mit sieben Jahren entdeckte der heute 14-jährige Jorge Sendler seine Liebe zu dem Instrument.

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27. Januar 2018, 10:00 Uhr

Jorge Sendler aus Süderlügum ist erst 14 Jahre alt – und spielt schon seit sieben Jahren Orgel. Der Schüler der Friedrich-Paulsen-Schule war früh von Kirchen begeistert, speziell aber an den Orgeln interessiert. Das rührt sicherlich daher, dass seine Mutter Katrin Sendler bei der Kirchengemeinde beschäftigt war und ihren Filius des öfteren in die Marienkirche mitnahm.

Alles begann damit, dass sich Jorge eines Tages an die Kirchen-Orgel setzte und einfach ein bisschen drauflos klimperte. Schon bald spielte er nur nach Gehör, ohne eine einzige Note zu kennen, bekannte Melodien, insbesondere in der Adventszeit natürlich Weihnachtslieder.

Dieses blieb Pastor Matthias Corves und der damaligen Chorleiterin, bei der Jorge im Kinderchor mitsang, nicht verborgen und beide waren sich einig: „Der Junge hat Talent.“ Und da für die Weihnachtsgottesdienste mit Krippenspiel in Süderlügum und Humptrup kein Organist zur Verfügung stand, wurde der inzwischen achtjährige Jorge gefragt, ob er diesen Part übernehmen wolle. Kommentar der Eltern: „Ach herrje!“ Aber nicht nur die Proben an der Orgel klappten hervorragend, sondern auch beide Gottesdienste, obwohl der junge Organist weiterhin alles nur nach Gehör spielte.

Von da an nahm für das große musikalische Talent alles seinen Lauf. Jorge, der in der Grundschule bereits Blockflöte spielte, begann Noten zu lernen und seit 2012 bekam er Unterricht auf dem Klavier – mit Orgelstücken – bei Tanja Berkhahn. Dazu durfte er, wenn es passte, immer in die Süderlügumer Kirche gehen und an der Orgel üben, was er auch heute noch reichlich nutzt.

Um das musikalische Talent zu fördern, suchte die Familie Sendler vergeblich einen Orgellehrer im näheren Umkreis. Durch Vermittlung des hiesigen Organisten Jochen Seeger aus Rodenäs bekommt Jorge nun seit gut zwei Jahren einmal pro Woche für eine Stunde professionellen Orgel-Unterricht, und zwar als Privatschüler bei keinem geringeren als dem international bekannten dänischen Organisten Poul Skölstrup Larsen in der Klosterkirche in Lügumkloster. Die Fahrten dorthin übernehmen die Eltern, oder meistens Oma und Opa, die dann genussvoll den Übungsklängen ihres Enkels auf der Orgel lauschen.

Seitdem hat sich der junge Kirchenmusiker zu einem richtigen Organisten entwickelt. Aber auch schon bei einem Weihnachtskonzert mit mehrere Chören und Solisten vor drei Jahren in der Süderlügumer Kirche sorgte der damals erst elfjährige Jorge für ein eindrucksvoll intonisiertes „Tochter Zion & Deck the Halls“ an der Orgel.

Man konnte gar nicht ahnen, dass er dieses Instrument erst so kurze Zeit spielte. Froh ist er, auf der neuen Marcussen-Orgel, die seit gut zwei Jahren in der Süderlügumer Kirche steht, spielen zu können. „Sie klingt anders, spielt sich viel schöner und kann sich akustisch viel besser ausbreiten,“ bestätigt Jorge Sendler, der sich schon in seinen jungen Jahren zu einem wahren Orgel-Experten entwickelt hat. Er ist bei Bedarf sogar in der Lage, das Instrument zu stimmen.

Inzwischen gestaltet er nicht nur den musikalischen Part bei den Gottesdiensten in den beiden Kirchen der eigenen Kirchengemeinde, sondern auch oftmals in Gotteshäusern im Norden von Neugalmsbüll bis Medelby.

Auch die Eltern unterstützen ihren jungen Musiker und haben ihm zu Hause seit drei Jahren ein Elektro-Klavier und eine Sakral-Orgel (ohne Pfeifen) angeschafft, damit er auch dort üben kann.

Wenn der Gymnasiast der achten Klasse von der Schule nach Hause kommt, schmeißt er den Ranzen in die Ecke und spielt Orgel, bestätigt Mutter Katrin und erzählt: „Wenn er dann richtig los legt, bebt das Haus und die Gläser klirren im Schrank!“

Spielt Jorge bei offenem Fenster, bleiben auch schon mal Passanten stehen, um den Klängen zu lauschen. Das Talent hat er wahrscheinlich von Ur-Opa Willi Rehders geerbt, denn der konnte auch alles spielen, was Tasten hatte, so Katrin Sendler. Aber auch der jüngere Sohn, der Posaune spielt und die beiden älteren Töchter als Gesangssolistinnen, haben eine musikalische Ader.

Jorge Sendler hat natürlich auch nur einen Berufswunsch: Er möchte selbstverständlich Kirchenmusiker werden und ein entsprechendes Studium absolvieren, um später einmal in einer möglichst großen Kirche auf einer großen Orgel zu spielen. Sein großer Traum ist es, einmal auf der Orgel im Ulmer Münster zu spielen.

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