Gelungene Integration : Ausgezeichnetes Integrations-Projekt

„Deutsch vor Ort“ gibt es seit 2010 – das Angebot niedrigschwelliger Sprachkurse für Mütter wurde jetzt vom Land Schleswig-Holstein prämiert

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18. Dezember 2014, 05:00 Uhr

Die deutsche Sprache zu lernen, entwickelte sich im Kindergarten in der Theodor-Storm-Straße wie eine kleine Lawine. Dessen Leiterin Jule Höfer und ihren Kolleginnen aus dieser Einrichtung des Evangelischen Kita-Werks waren es leid, sich mit den Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund nicht verständigen zu können. Es muss etwas geschehen, befanden sie. Und es geschah auch etwas.

Vor sieben Jahren trafen sich überwiegend Kindergarten-Mütter aus gut einem Dutzend Nationalitäten und ethnischer Gruppen zu bunten Nachmittagen – anfänglich zaghaft, dann in großer Zahl. Aus diesen Treffen erwuchs das Bedürfnis, die deutsche Sprache zu erlernen, wenngleich auch nur auf einem niederschwelligen Level, das aber für das Zurechtfinden im Alltag völlig ausreicht. Das Angebot hat Namen: Inken Korbmann im Kindergarten und Monika Hahn-Nanninga mit ihrer Offerte „Lernen ohne Grenzen“. Offiziell liefen die Sprachkurse für Migrantinnen unter dem Schlagwort „DORT“, was so viel wie „Deutsch vor Ort“ bedeutet. Was zunächst „etwas ganz Besonderes“ war, ist längst Alltag und hat Züge einer gelebten Integration angenommen.

Folgerichtig beteiligte sich Stadt Niebül auch an dem vom Kieler Innenministerium ausgelobten Integrationspreis 2014 und gewann auf Anhieb für das „Projekt DORT“ einen mit einem Betrag von 1500 Euro dotierten dritten Preis. Den Preis nahmen Bürgervorsteher Uwe Christiansen und Monika Hahn-Nanninga von Innenminister Stefan Studt entgegen.

Die niedrigschwelligen Sprachkurse wurden von der AktivRegion Nord und der Stadt Niebüll unterstützt. Der erste Sprachkurs wurde im November 2011 angeboten. Diesem Kurs folgten bisher elf weitere. Inhalte und Schwerpunkte der Kurse lieferte der Alltag zuhauf. Inhaltliche Planungen erfolgten in Zusammenarbeit zwischen Kursleiterin Nanninga und den Erzieherinnen des Kindergartens in der Theodor-Storm-Straße mit einem besonders hohen (zurzeit etwa 60-prozentigen) Anteil an Migrantenkindern. Als so genannte „Multi-Kulti-Kita“ trägt dieser Kindergarten auch den Namen „Bunte Welt“. Unterstützung findet er auch durch den Internationalen Runden Tisch in der DRK-Gemeinschaftsunterkunft, in der allerdings zurzeit wegen der immensen Flüchtlingsströme aus Afrika und dem vorderen Orient lebhafte Bewegung herrscht.

Zu erwähnen ist, dass sprachliche Förderung auch in den Kita Nordlicht Niebüll und im Montessori-Kinderhaus Leck angeboten wird. Zum sprachlichen Angebot gesellen sich weitere unterstützenden Aktivitäten wie Schwimmen, Radfahren und die Beratung für soziale Belange, Behördengänge und andere Besorgungen.

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