Ausstellung : „Ausgegrabene“Fotos in Rodenäs

Die Menschen stehen in den Fotografien von Ellen Ellrodt-Schmähl im Mittelpunkt.
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Die Menschen stehen in den Fotografien von Ellen Ellrodt-Schmähl im Mittelpunkt.

„Zu Zweit“ lautet der Titel der Schau mit Bildern von Ellen Ellrodt-Schmähl, die heute Abend in der Kulturstation Zollhäuser eröffnet wird.

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21. März 2018, 17:17 Uhr

Niebüll | Eine neue Foto-Ausstellung wird heute um 18 Uhr in der Kulturstation Zollhäuser in Rodenäs eröffnet. Die Fotografin Ellen Ellrodt Schmähl ist den Besuchern der Kulturstation Zollhäuser in Rodenäs bisher durch ihre Vortragsreihe „Vergessene Malerinnen“ bekannt. Sie hat jahrelang in Berlin als Fotografin gearbeitet und stellt nun in Südtondern eine thematisch eingegrenzte Auswahl ihrer Arbeiten vor.

„Ich freue mich, eine besondere Zusammenstellung meiner fotografischen Arbeit aus mehr als 30 Jahren in der Kulturstation zeigen zu können“, sagt die Fotografin. Eine Ausgrabung, denn die Bilder ruhten schon länger im Schrank: Elke Nord und Barbara Schmidt-Tychsen interessierten sich für ihre Fotos und wählten kurzerhand aus dem großen Bestand die ab heute gezeigten Bilder aus. Ellen Ellrodt-Schmähl sagt ihren Anfängen als Fotografin: „Ich begann – wie viele Mütter – zuerst die eigenen Kinder zu fotografieren, beim Spielen und bei Festen, auch zusammen mit ihren Freunden. Das brachte mir Aufträge von erfreuten Eltern ein. Sie wollten lebendige Familienfotos. Auch Freunde wollten von mir fotografiert werden.“

Ellen Ellrodt-Schmähl hat sich danach eine Dunkelkammer eingerichtet und manchmal sogar Geld mit ihren Arbeiten verdient. „Fotoaufträge bekam ich schließlich auch von befreundeten Künstlern, Musikern und Malern. Den interessantesten Auftrag erhielt ich von den zwölf Cellisten der Berliner Philharmoniker, die ihre Gruppe gerade gegründet hatten. Das beste dieser Fotos erschien dann auf dem Cover der ersten Schallplatte der Cellisten.“

Ihre Motivation ist interessant: „Dass ich so gerne fotografiere, liegt mit daran, dass ich schüchtern bin und eher passiv-beobachtend“,sagt sie. Fotografin wurde sie jedoch zunächst nicht, sondern Lehrerin. Neben dem Unterricht fotografierte sie weiterhin. Nach ihrer Pensionierung intensivierte sie ihre Foto-Aktivitäten.

Es waren immer Menschen, die sie interessierten. Davon ist in der aktuellen Ausstellung in der Kulturstation Zollhäuser eine wunderbare Auswahl zu sehen. Die Künstlerin hat bereits sieben Mal in Berlin ausgestellt. Die erste Präsentation zeigte 1990 nur Kinder, weil sie diese zunächst am meisten fotografiert hatte. 1996 waren es „Weibsbilder“ und – nach zwei Besuchen bei ihrem Sohn in China – 1999 „Menschen in China“.

Im gleichen Jahr folgte die Ausstellung „Alt! Na und?“. 2002 war das Thema „Zu Zweit“, 2004 „Mannsbilder“. Alle gezeigten Aufnahmen sind Schwarz-Weiß-Fotos und in einer Dunkelkammer selbst entwickelt.


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