zur Navigation springen

Bauprojekt in Leck : Aus für Parken an Süderbrücke?

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Elf Gemeindevertreter stimmen gegen und acht Politiker für die Umwandlung der „Brummi“-Fläche in Auto-Stellplätze.

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2017 | 10:30 Uhr

Leck | Das Thema Parkplatz an der Süderbrücke ist erst einmal vom Tisch: Auf der Gemeindevertretersitzung stimmten elf Politiker gegen und acht Politiker für die Umwandlung der „Brummi“-Fläche in Pkw-Stellplätze. Es werde keine Notwendigkeit darin gesehen und deshalb könne man sich das Geld sparen. Um die Parkplatzsituation in Leck weiter zu verbessern und den unschönen Platz in der Flensburger Straße attraktiver zu gestalten, hatte die CDU-Fraktion den Antrag auf die Umwandlung der Fläche gestellt. In drei Fachausschüssen hatten sich die Mitglieder mit der Thematik befasst, in zwei Ausschüssen hatte die ausgearbeitete Idee Zustimmung geerntet.

Vorgeschlagen war, den Parkplatz zu befestigen und 41 Stellplätze einzurichten, von denen zwei als Behindertenparkplätze ausgewiesen werden und drei Plätze später eine Lademöglichkeit für Elektroautos bieten sollten. Diese Bauvariante wurde mit 76  500 Euro beziffert. 56  000 Euro teurer würde die erweiterte Variante sein, in der die Sanierung des Parkplatzes nebenan gleich mitgemacht wird. Angedacht war, später einen Lkw-Parkplatz im geplanten Gewerbepark (ehemaliger Fliegerhorst) einzurichten. Ob es bis zu dieser Realisierung eine Alternative gebe, wurde in der Zuhörerschaft gefragt. Das verneinte Bürgermeister Andreas Deidert und hielt dagegen, dass es in Leck den einzigen Lkw-Stellplatz in Südtondern gebe.

Es meldeten sich viele Bürger zu Wort, unter anderem befürchteten Johannes Carstensen und Gunnar Kaletzke das Parken der Brummis im jetzigen Gewerbegebiet: „Wo sollen die denn alle stehen?“ und „In den Kurven ist das verkehrstechnisch nicht sicher“. HGV-Chef Sven Lück befürwortete das Projekt, wenn denn die Gemeinde einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen kann, denn: „Die Schaffung von Stellplätzen bedeutet ein elementares Interesse für den HGV. Dort, wo Parkplätze sind, siedeln sich neue Geschäfte an und beleben den Ort!“

Die kontroverse Diskussion der Bürger setzte sich unter den Politikern fort. Klaus Schmidt (unabhängige Wählergemeinschaft) stellte sich nicht strikt gegen eine Umwandlung, aber: „Warum den Haushalt belasten? Zurzeit muss das nicht sein. Wir können diese Maßnahme in Angriff nehmen, wenn der Gewerbepark fertig ist“. Dagegen wetterte Dr. Sönke-Peter Nehlsen: „Damit der Handel und die Hauptstraße weiter lebt und blüht, müssen wir gute Voraussetzungen schaffen“. Auf den angrenzenden Parkplatz wies Hans-Martin Petersen (SPD) hin: „Dort sind immer 50 bis 60 Stellplätze frei, und das ist nur 50 Meter weiter entfernt als die Lkw-Stellfläche“. Andere Maßnahmen seien wichtiger, zudem sei Leck immer noch Bedarfsgemeinde, erinnerte Karsten Hansen (SPD). Und sein Fraktionskollege Richard Ingwersen wusste, dass Lkw-Fahrer, die CPI-Clausen & Bosse ansteuern, den Parkplatz nutzen: „Für das Unternehmen wäre der Wegfall fatal!“

Ingo Scholz (CDU) hielt dagegen: „Wenn wir den Ort voranbringen wollen, müssen wir jetzt etwas tun und nicht erst, wenn der Gewerbepark in voraussichtlich fünf bis sechs Jahren fertig ist“. Sicher sei Leck eine Zuschussgemeinde, doch die Haushaltslage sei positiv, der Nachtragshaushalt weise eine glänzende Bilanz auf. „Aus dieser Sicht bestehe also kein Grund, nicht in die Zukunft zu investieren. Die Verweigerungshaltung bringt den Ort nicht weiter!“ Gegen diese Unterstellung wehrte sich insbesondere Klaus Schmidt: „… wir wollen die Maßnahme doch nur später“. Letzteres setzten die Politiker der drei Fraktionen UWL, SSW und SPD in der abschließenden Abstimmung durch. 





zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen