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Nordfriesland Tageblatt

19. August 2017 | 09:42 Uhr

Aufregung um die „Alte Propstei“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Anwohner der Lecker Osterstraße beschweren sich über neue Nutzung der Liegenschaft / Gemeinde verweist in Planungsfragen auf die Kirche

Es mussten noch extra Stühle herangeschafft werden – so groß war die Zahl der Gäste bei der jüngsten Sitzung des Infrastruktur- und Umweltausschusses der Gemeinde Leck. In der Einwohnerfragestunde offenbarten die Besucher den Grund für ihr Kommen: Die Anwohner der Osterstraße wollten Informationen über einen bestimmten Bebauungsplan, nämlich die „Alte Propstei“ betreffend. Dort hat sich inzwischen der Betrieb „Jessen Dachbeschichtung & Dämmsysteme“ angesiedelt, was bei einigen Anwohnern Fragen aufwirft.

Zum Hintergrund: Die Kirche hat ihre Propstei – zum großen Bedauern der Lecker – nach Niebüll verlegt und ein Planungsbüro in Husum mit weiteren Schritten für die Nutzungszukunft der Liegenschaft in der Osterstraße 17 in Leck beauftragt. Die Gemeinde hat im Oktober 2013 den Beschluss gefasst, die Auflage der Gemeinnützigkeit für die Nutzung aufzuheben; ferner soll dort ein reines Wohn-, nicht aber ein Gewerbegebiet oder die Mischung von beidem entstehen.

Das sehen die Anwohner allerdings mit dem Handwerksbetrieb, der ebenfalls seit Herbst 2013 seinen Hauptsitz in die „Alte Propstei“ verlegt hat, nicht erfüllt. Ein Anwalt, der die Interessen eines Anwohners vertrat, warf der Gemeindevertretung sogar „Etikettenschwindel“ vor: Es sehe so aus, dass die Gemeindevertretung von Anfang an geplant habe, dort heimlich Gewerbe anzusiedeln. Diese Vorwürfe wiesen Ausschussmitglieder und Lecks Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn weit von sich. „Sie prügeln in dieser Sache den falschen Hund“, sagte der Ausschussvorsitzende Roland Mader.

Denn: Die Kirche sei in der weiteren Bauleitplanung in der Pflicht, nicht die Gemeinde, zuständig für Genehmigungen sei ferner die Bauaufsichtsbehörde des Kreises. Dort habe er bereits angerufen, so ein Anwohner. „Wir haben auch anderes zu tun“, habe er zur Antwort bekommen. Andere anwesende Bürger beklagten eine erhebliche Störung durch die gewerbliche Nutzung wie etwa erhöhten Lkw-Verkehr, Maschinenlärm auch am Sonntag, zudem seien auf dem Firmen-Gelände Materialen verbrannt worden. Sorge um das naheliegende Biotop wurde laut, auch stand der immer schlechtere Zustands der Straße im Raum – und ob Sanierungskosten auf die Anlieger abgewälzt werden.

„Das können Sie alles in Ihren Stellungnahmen angeben“, ermunterte Bürgermeister Langbehn. Auch der Ausschussvorsitzende Mader verwies auf den Prozess, der sich hinziehe. „Die Gemeinde hat darauf keinen Einfluss, sie setzt nur die Rahmenbedingungen, Genehmigungen erteilen andere“, bestätigte Dieter Hosse vom Ingenieurbüro Nord.

Wie geht es jetzt weiter? Die Bauleitplanung für die Änderung des B-Planes sei erst im Anfangsstadium, hieß es. Zum Prozess gehöre es, die Öffentlichkeit zu beteiligen, die zuständigen Behörden würden Schall- und andere Gutachten erstellen.

Während der Einwohnerfragestunde anwesend war auch Mario Jessen, Inhaber des Betriebes. Vermehrter Lkw-Verkehr habe nur in der Umbauphase stattgefunden, auch habe er bereits Besuch vom Ordnungsamt gehabt, der jedoch nichts beanstandet habe. „Wir werden derzeit geduldet. Ob wir unser Gewerbe dort halten können, steht auf einem anderen Zettel.“ Sollten die Genehmigungen im Fortlauf des Prozesses nicht erteilt werden, müsse sich die Firma einen neuen Standort suchen.

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erstellt am 14.Aug.2014 | 15:31 Uhr

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