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Nordfriesland Tageblatt

22. Oktober 2017 | 01:16 Uhr

Tourismus : Auf Zeitreise im „Marschenpark“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Im Frühjahr 2015 wird in Niebüll ein Wanderweg eingeweiht, der die Geschichte des Küstenschutzes ab dem 16. Jahrhundert erlebbar macht

Deiche gehören zu Nordfriesland wie das Dach zu einem Haus – beide Bauwerke bieten lebenswichtigen Schutz gegen Naturgewalten. Ab Frühjahr 2015 soll die Geschichte des Küstenschutzes und des Deichbaus in Niebüll lebendig werden: Auf dem Areal um das Regenrückhaltebecken zwischen Butterfenne und Mühlenstraße werden mindestens sechs Infotafeln Besucher über die historischen und technischen Hintergründe der lebenswichtigen Erdwälle aufklären. Anschaulich wird die Zeitreise durch künstliche Nachbauten von vier Deichprofilen und einer Warft, die aus dem 17 000 Kubikmeter Erdaushub des Regenrückhaltebeckens aufgeschüttet wurden. Durch die neue Beschilderung will die Kommunalpolitik das etwa zehn Hektar große Gelände, das von vielen Niebüllern bereits als Naherholungsgebiet und Hundeauslauf genutzt wird, auch für Touristen interessant machen.

Die Idee für die historische Deichschau ist dabei nicht neu: „Sie ist während der Errichtung des Regenrückhaltebeckens entstanden“, erinnert sich der Vorsitzende des städtischen Bauausschusses, Karl-Heinz Schmidt. Damit schwelte der Gedanke, das Gebiet um das technische Bauwerk aufzuwerten, bereits über zweieinhalb Jahre. „Jetzt wollen wir die Sache schnell voranbringen, um die Einweihung im kommenden Frühjahr auch umsetzen zu können“, sagt Schmidt. Aus diesem Grund stand das Thema auch auf der Tagesordnung der jüngsten Bauausschusssitzung. Hier stellte das mit der Gestaltung der Infotafeln beauftragte Planungsbüro Bonin-Körkemeyer erste Entwürfe vor: „Die Einteilung der Tafeln hängt sich an den unterschiedlichen Deichprofilen auf“, erläuterte Planerin Barbara Bonin. Die konkret gebauten Profile sind den Deichen von 1600, 1900, 1955 und 1980 nachempfunden. Auch auf die Familienfreundlichkeit der Tafeln wurde geachtet: Die vorgestellten Texte sollen für Erwachsene und Kinder gut lesbar sein. Für einige Diskussionen sorgte die Frage, ob die Deichbaugeschichte zusätzlich auch in dänischer Sprache abgebildet werden müsste. Dazu Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt: „Es geht nicht gegen das Dänische – aber ich glaube, dass die Dänen in der Regel sehr gut Englisch sprechen und wir natürlich auch internationales Publikum haben.“

Nachdem das Lecker Planungsbüro jetzt die ersten Entwürfe öffentlich vorstellte, soll spätestens zum Ende des Monats über endgültige Form und Inhalt der informativen Wegweiser entschieden werden.

Gegen Ende der Sitzung stand schließlich nur noch eine Frage im Raum: Wie soll die Kombination aus technischem Bauwerk und Freizeit-Wanderweg überhaupt offiziell heißen? Die Idee, die Namensgebung öffentlich auszuschreiben, wurde mit Hinweis auf den Zeitplan verworfen. Stattdessen einigten sich die Kommunalpolitiker einstimmig auf den Vorschlag „Marschenpark“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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