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Auf den Spuren der Wikinger und des Erzbischofs Ansgar

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Mit ihrem Hörspiel-Beitrag haben vier Schülerinnen der FPS einen Förderpreis der Körber-Stiftung gewonnen

shz.de von
erstellt am 20.Jul.2017 | 11:41 Uhr

Geschichte – ein staubtrockenes Schulfach, in dem nur Daten auswendig gelernt werden? „Von wegen!“, bewiesen Jelen-Sophie Jochimsen, Jenny Martensen, Kaya Talea Möller und Tjorven Nielsen aus der 7a der Friedrich-Paulsen-Schule und haben sich für den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten auf historische Spurensuche begeben.

Der Geschichtswettbewerb ist einer der bedeutendsten seiner Art und wird schon seit 1974 von der Körber-Stiftung in Kooperation mit dem Präsidialamt ausgetragen. Dieses Jahr nahmen erstmals auch die vier Schülerinnen der FPS teil – und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Von 94 Beiträgen in ganz Schleswig-Holstein ist ihr Projekt unter den 28 besten gelandet. Als Rahmenthema beim diesjährigen Wettbewerb wurde „Gott und die Welt. Religion macht Geschichte“ ausgewählt.

Bei der Interpretation war den Schülerinnen viel Freiraum gegeben und nach einigen Überlegungen entschieden sich die Siebtklässlerinnen gemeinsam mit ihrem Lehrer, Henning Gripp, die Christianisierung der Wikinger zu erforschen. Besonderen Schwerpunkt legten sie dabei auf den damaligen Erzbischof Ansgar, der um 850 in Haithabu die erste Kirche nördlich der Elbe erbauen ließ und einen wesentlichen Beitrag zur Christianisierung der Wikinger brachte.

Der Arbeitsaufwand war nicht zu unterschätzen. In der Vorbereitungszeit von September bis Februar hatten die Mädchen Quellen ausgewertet, Filme und Bücher analysiert und konstruktive Diskussionen geführt. Auch in der Umgebung begaben sie sich auf Quellensuche und interviewten unter anderem die Wikingerfamilie Valsgaard in Wallsbüll. Um ein Gefühl für die Zeit um 900 zu bekommen, besichtigten sie auch die authentische wikingerzeitliche Hofanlage der Familie. Für ihre Idee, ein Hörspiel, brauchten sie schließlich tiefgreifendes Hintergrundwissen.

In diesem Hörspiel geben sich die Mädchen als Detektive aus, die für ein Schulprojekt in die Vergangenheit, genauer ins Handelszentrum Haithabu reisen, um der Christianisierung der Wikinger auf die Spur zu kommen und die Geschichte rund um Ansgar darzustellen.

Das Projekt erwies sich mehrere Male als echte Herausforderung. Schließlich mussten die vier Mädchen immer auf einen gemeinsamen Nenner kommen und die schwindende Zeit war ein anderes Hindernis, das es zu meistern galt. Beim Hörspiel mussten die Schülerinnen ihre Stimmbänder reizen, um den männlichen Ansgar nachzusprechen. Und an manchen Tagen fehlte schlichtweg die Konzentration. Doch in Teamarbeit hat das Schülerquartett am Ende ein Ergebnis inszeniert, das sich hören lassen kann und schließlich auch die Jury des Geschichtswettbewerbs beeindruckte. Henning Gripp, der seit einem Jahr Geschichte an der FPS unterrichtet, ist begeistert von der Leistung seiner Schülerinnen. „Sie sind sehr kreativ und engagiert an das Thema herangegangen. Es ist schön zu sehen, dass ihre Arbeit nun gewürdigt wurde.“

Jelen, Jenny, Kaya und Tjorven haben nicht nur 100 Euro als Förderpreis bekommen, die sie fair untereinander aufgeteilt haben, ihnen wurde zur Siegerehrung auch eine exklusive Tour durch den Landtag in Kiel geschenkt. Die Preise waren für die Schülerinnen jedoch nie eine Motivation. „Wir wollten mit der Projektarbeit unsere Freundschaft stärken“, so Jenny. „Wir fanden außerdem das Thema interessant. Dass wir etwas gewinnen können, war uns gar nicht so bewusst“, fügte Jelen hinzu.


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