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Nordfriesland Tageblatt

18. August 2017 | 16:54 Uhr

Auf den Spuren der Flurbereinigung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nach über 50 Jahren wollten sich ehemalige Mitarbeiter des Landwirtschaftsministeriums ein Bild von dem Ergebnis machen

Zwei Dinge vergesse man nie: die erste Liebe und die erste Flurbereinigung. So lautete der Tenor eines Treffens in Tinningstedt von teilweise ehemaligen Mitarbeitern des Landwirtschaftsministeriums, die mit der Flurbereinigung zu tun hatten.

Die Mitarbeiter der Landesbehörde hatten den Wunsch, eines ihrer Projekte einmal vor Ort zu besichtigen, um zu sehen, wie es sich nach so vielen Jahren entwickelt hat. Denn meist haben die Beamten nur in der Theorie mit den Projekten zu tun und nach Abschluss keine Verbindung mehr zu diesen. Klaus Schöne-Warnefeld, Ältester in der Runde, hatte die Gemeinde damals bei diesem Verfahren begleitet. Für ihn war es sein erstes Projekt im Berufsleben, so dass er besonders gespannt auf das Ergebnis war.

In der rund 250-Seelengemeinde Tinningstedt wurde vor über 50 Jahren die Flurbereinigung durchgeführt. Zudem war Tinningstedt von 1983 bis 1985 Modellgemeinde in der Landschaftspflege, auch das Projekt wurde von Klaus Schöne-Warnefeld betreut. Von der Regierung war nur eine Modellgemeinde pro Kreis vorgesehen, und obwohl man der kleinen Gemeinde in Nordfriesland zunächst keine Chancen eingeräumt hatte, bekam sie den Zuschlag. Noch bis heute sind die Wirkungen davon positiv zu spüren.

Zu Beginn des Treffen berichteten Tinningstedts ehemaliger Bürgermeister Peter Nissen-Schütt sowie der amtierende Bürgermeister Dirk Enewaldsen über die Veränderungen des Dorfes. Von den 42 landwirtschaftlichen Betrieben sind nur noch acht übrig geblieben. Aber das Land sei bei Landwirten aus der Gemeinde geblieben, betonte Dirk Enewaldsen. Dies sei ein Grund dafür, dass die 921 Hektar große Gemeinde viel im Bereich Naturschutz getan habe und auch heute noch sehr viele grüne Flächen verfüge.

Die Flurbereinigung sei für Tinningstedt ein großes Geschenk gewesen, waren sich Dirk Enewaldsen und Peter Schütt einig. Hauptpunkte waren die Entwässerung und Erschließung der Flächen mit befahrbaren Straßen. Ebenfalls wurden damals teilweise Flächen neu geordnet, um eine großteiligere Struktur zu erhalten. Dies ist heute durch die wachsenden landwirtschaftlichen Betriebe zwar nicht mehr deutlich sichtbar, aber trotzdem profitiere die Landwirtschaft immer noch von den damals durchgeführten Maßnahmen.

Die Besucher zeigten sich von der geführten Tour durch das Dorf begeistert, und auch die Tinningstedter freuten sich, dass die Beamten nach all den Jahren noch Interesse an der Gemeinde bekundeten. „Wir sind Klaus Schöne-Warnefeld bis in alle Ewigkeit dankbar“, sagte Peter Nissen-Schütt abschließend.

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erstellt am 12.Sep.2013 | 00:33 Uhr

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