Braderup : Auf dem Weg in die Zukunft

Ahmed Jasmin,(Californien/USA),  Cordelia Thielitz (Energiespeicher Nord) und  Dr. Stefan Hartung (Bosch). Fotos: Dieter Wrege
1 von 3
Ahmed Jasmin,(Californien/USA), Cordelia Thielitz (Energiespeicher Nord) und Dr. Stefan Hartung (Bosch).

Am Freitag wurde mit geladenen Gästen die Installation einer der europaweit größten Hybridbatterien zur Speicherung von Windkraft-Strom gefeiert.

23-4476182_23-57195990_1417182993.JPG von
11. Juli 2014, 19:35 Uhr

Eine kleine Gemeinde und ihre Nachbarin zwischen Niebüll der deutsch-dänischen Grenze erlebte gestern mit der Einweihung eines Bürgerwindparks und eines Stromspeichers einen ganz großen Tag. Entsprechend euphorisch fielen auch die Kommentare und Attribute aus. Carsten Kock, von RSH „ausgeliehener“ Moderator der Großveranstaltung: „Europa blickt nach Braderup!“ Ingbert Liebing, CDU-Bundestagsabgeordneten für Nordfriesland und Dithmarschen-Nord, ergänzte: „Möge das hier ein Leuchtturmprojekt für ganz Deutschland werden.“

Was „das hier“ ist, war der Rede von Dipl.-Ing. Dr. Stefan Hartung, einem Westfalen aus dem Schwabenland, zu entnehmen. Der Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH Stuttgart, stellte den „Stromspeicher Braderup“ als ein Megawatt-Projekt in Nähe der Nordsee vor. Nach seinen Worten liegt dem Vorhaben die Idee zugrunde, den von der Natur erzeugten Strom („der kommt wie er kommt“) bedarfsgerecht zu speichern und so eine bessere Versorgung mit Strom bei oft schwankender Menge an Windenergie sicherzustellen.

In Braderup wurde dafür eine der europaweit größten Hybridbatterien installiert. Sie speichert den vom Bürgerwindpark Braderup-Tinningstedt mit seinen sechs 3,3-MW-Anlagen erzeugten Strom und speist ihn bei Bedarf ins Stromnetz ein. Der Speicher ermöglicht eine Windstromversorgung auch bei einer Flaute und ist nach den Worten von Dr. Hartung ein Beitrag zu einem zukunftweisend-nachhaltigen Energiesystem.

Bei der überdimensionalen Megawatt-Hybridbatterie handelt es sich um eine Kombination aus Lithium-Ionen- und Vanadium-Redoxflow-Batterien, eine mit 2,4 Megawattstunden (MWh) Speicherkapazität, die andere 1 MWh stark – und beide unterschiedlich schnell aufge- und entladen.

Vater der Idee ist Jan Martin Hansen, Mitgeschäftsführer des Bürgerwindparks Braderup-Tinningstedt und der Energiespeicher Nord GmbH & Co.KG. Vor fünf Jahren galt seine Idee als utopisch. „Mit viel Liebe ist sie Wirklichkeit geworden“, erklärte er bei der festlichen Eröffnung im Großzelt auf einer Fenne in Nähe seines Domizils.

Es wurden „jede Menge“ Reden geschwungen, gespickt mit originellen Formulierungen. MdB Dirk Becker, Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion für Wirtschaft und Energie, sandte eine Videobotschaft aus dem verregneten Westfalen. Johannes Grützner aus dem Kieler Energiewendeministerium: „Ich wünsche der Anlage immer eine Handbreit Megawatt im Speicher.“ Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen: „Wir versprechen, den Draht zur Politik zu behalten. Berlin beschließt nicht immer das, was unsere Region braucht. Wir Nordfriesen können Ratgeber für alle sein, die es mit der Energiewende ernst meinen.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen