zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

17. August 2017 | 20:03 Uhr

Asphaltwerk endgültig abgelehnt

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Stadumer Gemeindevertreter stimmen bei zwei Enthaltungen gegen die Ansiedlung eines Industriebetriebes im Ort

Ungewöhnlich großes Interesse löste die 9. Sitzung der Stadumer Gemeindevertretung bei den Einwohnern aus, denn mehr als 90 Bürger hatten sich dazu in Kühls-Gasthof versammelt. Bürgermeister Werner Klingebiel gab in seiner Begrüßung auch der Hoffnung Ausdruck, dass dieser Besucherstrom hoffentlich bei kommenden Sitzungen anhalten werde. Doch beim Studium der ausliegenden Tagesordnung wurde schnell deutlich, dass nur der Tagesordnungspunkt 8 der Auslöser des gesteigerten Interesses sein konnte, ging es hier doch um die Abstimmung der Gemeindevertretung über ein eventuelle Ansiedlung eines Asphaltmischwerks in Stadum. Auf der Tagesordnung der Gemeindevertretung hieß es in nüchternem Beamtendeutsch: Beratung und Beschlussfassung über die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 21 der Gemeinde Stadum (Erweiterung des Gewerbegebiets).

Zur Erinnerung: Bei einer Bürgerversammlung Anfang August hatten nach heftiger Diskussion mehr als 160 Bürger eindeutig die Erweiterung des Gewerbegebiets und damit den eventuellen Bau eines Asphalt-Mischwerks nach den derzeitigen Kriterien abgelehnt (wir berichteten). Dennoch wurde in der Einwohnerfragestunde der Gemeinderatssitzung erneut ausgiebig und emotional über das Für und Wider diskutiert.

Gemeinderatsmitglied und stellvertretender Bürgermeister Bernd Schmidt, der Besitzer des für die angedachte Erweiterung des Gewerbegebiets vorgesehenen Grundstücks, kritisierte, dass zwar im sozialen Netzwerk Facebook über die Vorgänge in Stadum durch eine Stadumer Bürgergruppe berichtet wurde, aber keiner der Gegner des Projekts mit ihm darüber habe sprechen wollen. Knut Trappe entschuldigte sich im Namen der Initiative „Bürger für Stadum“ dafür und sagte dazu, dass die Facebook-Gruppe der Bürgerinitiative nach einem diffamierenden Kommentar, der dort gepostet worden sei, sofort geschlossen wurde.

Bürgermeister Werner Klingebiel hatte es schwer, im weiteren Verlauf der Diskussion klar zu machen, dass nach der Gemeindeordnung über den umstrittenen Tagesordnungspunkt trotzdem in einer ordentlichen Sitzung die Vertretung abstimmen müsse. Zuvor wurden allerdings noch die anstehenden Ordnungspunkte wie „Mitteilungen des Bürgermeisters“, „Zustimmung zur Wahl des stellvertretenden Ortswehrführers der Freiwilligen Feuerwehr Holzacker, Uwe Siewers“ sowie dessen Ernennung und Vereidigung vorgenommen. Dann gab der Fraktionssprecher der „Aktiven Wählergemeinschaft Stadum“, Sascha Kruse, den Beschluss seiner Fraktion bekannt, gegen die Erweiterung des Gewerbegebiets zu stimmen, was kräftigen Applaus der vielen Gäste auslöste. Auch Gemeindevertreterin Christa Iwersen sagte, dass die Mitglieder der Wählergemeinschaft Stadum ebenfalls für die Ablehnung der Erweiterung stimmen würden. Die folgende Beschlussfassung ergab, dass von den anwesenden Gemeinderatsmitgliedern sechs mit Nein votierten, zwei enthielten sich.

Im weiteren Verlauf der Sitzung stimmte der Gemeinderat einstimmig dem Vertragsentwurf zur Übernahme der Fäkalienschlammabfuhr durch den Wasserverband Nord zu. Zur Kenntnis genommen wurde die Erklärung des Bürgermeisters über eine Sonderfinanzierung für einen eventuellen Neubau einer Turnhalle der FPS-Niebüll, wonach 15 finanziell besser aufgestellte Gemeinden die Zuschussgemeinden des Amtes unterstützen wollen.

zur Startseite

von
erstellt am 25.Aug.2015 | 12:24 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen