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Nordfriesland Tageblatt

12. Dezember 2017 | 21:09 Uhr

Haus der Jugend : Argumente für mehr Betreuung

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Bei einem Gesprächsabend im Haus der Jugend diskutierten Jugendliche mit Vertretern der Stadt über den Personalengpass der Einrichtung. Sie hoffen auf eine Entscheidung der Politik.

von
erstellt am 14.Sep.2013 | 08:00 Uhr

Welche Erwartungen sind an das Haus der Jugend (HJD) zu stellen, wenn es um Öffnungszeiten, Inhalte und Personalbedarf geht? Diese Fragen standen im Fokus eines Gesprächsabends im HdJ, an dem 50 Personen teilnahmen: Jugendliche und einige wenige Erwachsene sowie Vertreter aus Stadtverwaltung und -politik.

Anlass für diesen Abend bot der auf die Hälfte reduzierte Personaleinsatz in der Leitung und Betreuung des Hauses, in dem sich das in fünf Jahren seit seiner Inbetriebnahme eingespielte Betreuungsangebot nicht mehr aufrecht erhalten lässt. Andersherum kann das HdJ dem seinerzeit von der Stadt erklärten Willen, das Haus mit Leben zu erfüllen, nicht mehr annähernd gerecht werden.

Der als Vollkraft eingesetzten Leiterin des Hauses, Orte Schruwe, wurde eine halbe Stelle mit 20 Wochenstunden mit Sabrina Werner zur Seite gestellt. Außerdem konnten aus der mobilen Jugendarbeit zehn Stunden für das HDJ abgezweigt werden. Womit sich Angebot und Nachfrage deckten und das HdJ einen optimalen Service anbieten konnte. Doch nachdem der auf drei Jahre befristete und um ein weiteres Jahr verlängerte Vertrag abgelaufen war, verweigerte die Stadtvertretung dem HdJ eine „Entfristung“, das heißt eine Vertragsverlängerung oder Umwandlung in eine unbefristete Vertragsdauer (Sitzung der alten Stadtvertretung am 25. April; Abstimmungsverhältnis 9:9; drei der 21 Stadtvertreter waren nicht anwesend). Hinzu kam, dass Frank Sauer (Mobile Jugendarbeit) nach dem Start der Offenen Ganztagsschule (OGS) mit seinen zehn Stunden aus dem HdJ abgezogen wurde. Summa summarum fehlte dem Haus auf einmal eine ganze Kraft.

Angesichts der längst eingefahrenen Angebote im Haus und der Offerten wie „Mammamia“, Fußball, Ferienfahrten und der temporär immer wieder erforderlichen Vertreterleistungen (Urlaub, Krankheit) trat eine Situation ein, die dringend einer Lösung bedarf.

Für diese Lösung gibt es nur zwei Alternativen: entweder eine drastische Reduzierung der Angebote und Öffnungszeiten, Verzicht auf das Elternangebot Mammamia – oder die Wiederbesetzung der zweiten Stelle, und diese am Besten mit vollem Wochenleistungsmaß.

Das alles hatten auch die Jugendlichen erkannt und machten das auch im Gesprächsabend offen und unverblümt deutlich – allerdings in sachlicher und emotionsfreier Form.

Die von Konrektor a.D. Friedhelm Küster moderierte Sammlung von Argumenten, Vorschlägen und Anregungen an die Adresse der (neuen) Stadtvertretung wurde städtischerseits protokolliert – freilich auch mit der Erwartung, die Mandatsträger mögen ihre Position noch einmal überdenken.

Bürgermeister Wilfried Bockholt, an diesem Abend nach eigenem Bekunden nur als Zuhörer anwesend, konnte den Besuchern des HdJ keine konkreten Antworten liefern. „Was in der Sache entschieden wurde, war eine politische Entscheidung und keine der Verwaltung.“ Obwohl Stadtvertreter Bernd Neumann in einem anderen Zusammenhang hatte anklingen lassen, die Entscheidung sei nicht aus finanziellen Gründen gefallen, ließ der Bürgermeister wissen, dass sich die derzeit glänzende Finanzsituation der Stadt sehr wohl mal ändern könne.

An der Pinnwand brachten die Besucher des HdJ zum Ausdruck, was sie bewegt, was sie am Hause haben, was sie dort tun und was dort alles möglich ist an Aktionen, Konzerten, Essen, Sport und Spiel und/oder ob man dort eben nur spielen, labern, chillen, abhängen, Freunde treffen, kochen, Spaß haben, lachen – und sich wie zu Hause fühlen kann. „Wir wollen einfach nur ‚ihre‘ Stelle wiederhaben“, hieß es vielstimmig. „Orte kann das alles nicht mehr alleine schaffen.“

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