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Nordfriesland Tageblatt

23. Oktober 2017 | 14:17 Uhr

Arend Bertzbach zeigt Grafiken

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die hochkarätigen Blätter werden am Sonnabend in den Zollhäusern vorgestellt / Erlös aus dem Verkauf für die Flüchtlingshilfe Niebüll bestimmt

von
erstellt am 08.Feb.2016 | 10:32 Uhr

In der Zollstation Rodenäs ist derzeit eine besondere Ausstellung zu sehen. Der in der Nähe ansässige Arend Bertzbach präsentiert bis zum 17. April knapp 30 Originalgraphiken bekannter Künstler – von Sonia Delaunay über Corneille bis Emil Schumacher. Stark sind auch die Niederländer wie Jean Arp und Karel Appel vertreten.

Der Kontakt ist über Elke Nord und Barbara Schmidt-Tychsen enstanden. Die beiden Kulturmacherinnen der Kulturstation Rodenäs hatten schon etwas von der bemerkenswerten Sammlung des Bremer Theologen gehört. Als Elke Nord einmal beim Nachbarn zu Besuch war, packte Arend Bertzbach seinen Stapel aus, war selbst über die Menge überrascht. „Ich wusste gar nicht mehr ganz genau, welche Künstler vertreten sind.“ Was machen wir damit? Man war sich schnell einig. Er ließ sich nun von der Begeisterung der beiden Frauen anstecken; gemeinsam suchte man die Arbeiten aus, reduzierte zunächst auf 60, dann auf 27 Bilder.

„Mich interessieren die Hintergründe der Künstler, ihre Verbindungen, beispielsweise zur Gruppe Cobra. In der Ausstellung entdecke ich die Bilder dann neu. Sie haben etwas Strahlendes“, meint Barbara Schmidt-Tychsen. „Ich bin angetan von der Qualität, aber besonders von der Leichtigkeit. Sie verbreiten Heiterkeit“, so Elke Nord. Tatsächlich passen die oft humorvollen Arbeiten des Holländers Ruud van de Wint perfekt in die gemütliche Gaststube der Zollstation. Mit Bedacht wurde ausgewählt, denn es muss zum Interieur passen.Die Atmosphäre des Cafés soll in angenehme Schwingungen versetzt werden. „Passt hervorragend“, stimmt der zufriedene Sammler.

Arend Bertzbach selbst liebt die Ruhe des Nordens, lebt schon länger hier. Zur Kunst kam er durch den Vater Kurt Bertzbach. „Der war Zahnarzt in Bremen, führte aber ein offenes Haus.“ Hier verkehrten Künstler wie Peter Ackermann und Politiker wie Gustav Heinemann, der frühere Bundespräsident. Man war mit Helmut Schmidt bekannt. In der Kindheit war das Künstlerleben greifbar: Am Wochenende ging es nach Fischerhude bei Worpswede. „Dort erlebte ich noch Otto Modersohn oder die junge Frau Rilke!“ Und die Künstler führten fantastische Scharaden auf. Im Haushalt wurde auf Bildung und Kunst geachtet. „Wenn wir Schritte des Vaters hörten, zogen wir ein Buch hervor.“ Es scheint gewirkt zu haben. Arend Bertzbach ist ein humorvoller, warmherziger Mann. Der Vater war wohl ebenso ein Menschenfreund. Wenngleich im Führungsstab der Marine im Weltkrieg tätig, förderte er weiter seine Künstler aus Holland. Er kaufte und sammelte, sodass ein wahrer Schatz entstanden ist.

Kurt Bertzbach war ab 1965 Mitglied der niederländischen Gruppe Prent 190, die Serien zeitgenössischer Druckgrafik herausgab. Ein großer Teil aus dieser Sammlung ist hier zu sehen. Jan Voss, Karel Appel, Mark Brusse – alles große Namen. Künstlernamen, die auch heute noch gut klingen. Speziell in den 60-er und 70-er Jahren waren sie bundesweit im Gespräch; ihre Werke hängen auch heute noch in den bedeutenden Museen der Republik. Diese Kunstwerke nun in Rodenäs zu betrachten, ist ein wunderbares Erlebnis. Denn Barbara Schmidt-Tychsen ist selbst Galeristin in Berlin gewesen; kennt die Künstler ebenfalls. Sie ist quasi prädestiniert, eine Führung zu gestalten. Am Sonnabend, 13. Februar, 11 Uhr, ist es soweit. Arend Bertzbach und Barbara Schmidt-Tychsen werden in der Kulturstation Zollhäuser durch die Ausstellung führen, Informationen über den Hintergrund der Sammlung, Künstler und Grafiken geben. Bertzbach kann zu den einzelnen Arbeiten noch mehr erzählen. Und manche Schote über Helmut Schmidt & Co dazu. Die hochkarätigen Blätter werden zu moderaten Preisen angeboten. Der Erlös ist für die Flüchtlingshilfe Niebüll bestimmt.


Die Öffnungszeiten: Februar und März: Freitag bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr, im April: Donnerstag bis Sonntag 14 bis18 Uhr. Näheres im Internet unter www.zollhaeuser.de.

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