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Appell der Gewerkschaften: Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen

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erstellt am 02.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Husum | Zum 1. Mai, dem Tag der Arbeit, fand traditionell auch in Husum eine Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) statt. 2013 sei für die Gewerkschaftsbewegung ein besonderes Jahr, rief Klaus Kasparek vom DGB-Kreisverband Nordfriesland den mehr als 150 Zuschauern vor dem "Speicher" am Binnenhafen zu.

Kasparek: "Am 2. Mai vor 80 Jahren wurde die freie deutsche Gewerkschaftsbewegung durch die Nationalsozialisten zerschlagen." Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter seien von den Nazis verhaftet, verschleppt, gefoltert und ermordet worden. "Unsere Geschichte verpflichtet uns zum Handeln gegen Rassismus, Antisemitismus und Intoleranz."

Auch Wilfried Lunow von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) - Bezirk Westküste - griff das Thema Nazis auf. Es sei schockierend, dass Demokraten und staatliche Stellen sich nicht einig seien, wenn es um das Verbot der NPD gehe. "Wie war der rasante Aufbau der NSDAP möglich? Diese Frage muss sich die Gewerkschaft immer wieder stellen, um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Es ist unsere Pflicht, weiterhin Erinnerungsarbeit an die grauenhafte Massenvernichtung durch die Nazis zu leisten", betonte Lunow. "Wir tragen Verantwortung für die Gestaltung einer demokratischen, freien, sozialen und gerechten Gesellschaft." Auch der Kampf um Mitbestimmungsrechte in Wirtschaft und Verwaltung als Beitrag zur Absicherung politischer Demokratie sei ureigenstes gewerkschaftliches Grundinteresse.

"Gute Arbeit, sichere Rente und ein soziales Europa." Mit diesem Leitsatz trat Stefan Lukas, Vorsitzender der Regionalgruppe Nordfriesland der Gewerkschaft der Polizei, vor die Zuhörerschaft. "Wir feiern die Würde der arbeitenden Menschen am Arbeitsplatz." Oberstes Ziel sei es jedoch, dass alle eine Arbeit bekommen, die Spaß mache und sie ausfülle. Lukas unterstrich, dass sich die Gewerkschaft für Arbeitsverhältnisse einsetze, die die Existenz sichern. "Diese Forderung ist angemessen und würdevoll und im Grunde genommen eine Selbstverständlichkeit."

Der Gewerkschafter kritisierte, dass es immer mehr Beschäftigte im Niedriglohn-Sektor gibt. In diesem Zusammenhang sprach sich Lukas für einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro aus. Und: "Auch die Leiharbeit muss endgültig aus der Billig-Lohnecke verschwinden."

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