Bürger-Protest in Klanxbüll : Anwohner wollen keinen Campingplatz

Anwohhner Olaf Jensen zeigt auf das Areal der Weide, die zum Campingplatz werden soll.
Anwohhner Olaf Jensen zeigt auf das Areal der Weide, die zum Campingplatz werden soll.

Anlieger fürchten durch das Projekt ein Verkehrschaos und wollen auch die Natur von Süderhörn schützen.

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30. Juli 2020, 09:15 Uhr

klanxbüll | Der Tourismus boomt in Nordfriesland: In der Februar-Sitzung der Gemeindevertretung Klanxbüll wurde das Projekt Camping- und Wochenendplatz Süderhörn präsentiert. Ein Investor will südlich der Sackgasse Süderhörn ein 30.000 Quadratmeter großes Gelände für 80 Wohnmobile und neun Zelte samt Nebengebäuden erbauen, acht Schäferwagen in Containergröße sind in direkter Nähe zu den Nachbarn für Wochenendgäste vorgesehen.

In einer Anhörung stellte Dipl-Ing. Bernd Philipp damals die umfangreichen Planungen für die heutige Schafsweide vor. Die Anwohner an der schmalen Straße haben große Bedenken gegen das Projekt und haben jetzt bei der Gemeinde Einspruch eingelegt.

Einmaliges Stück Natur

Hauptkritikpunkt ist die Vernichtung von einem Stück Natur. „Hier wird wertvolles, für Klanxbüll ein einmaliges Stück Landschaft und ein Tierreservat verbraucht“, sagt Familie Jensen, die nebenan wohnt. „Wir beobachten hier Rehe, Fischreiher und Fledermäuse; es gibt viele weitere Vogelarten, Insekten und bis vor kurzem Schleiereulen und Waldohreulen.“

 Die Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände in Schleswig-Holstein „ARGE 29“ lehnt in ihrer Stellungnahme daher das Vorhaben ebenso ab. „Das Vorhaben sollte nicht weiter verfolgt werden.“ Unverständlich sei der Ansatz, den Tourismus in der Region zu fördern.

Nach den Unterlagen soll hier eine Übernachtungsmöglichkeit für Sylt-Touristen geschaffen werden. Olaf Jensen
 

 „Nach den Unterlagen soll hier eine Übernachtungsmöglichkeit für Sylt-Touristen geschaffen werden.“ Die An- und Abfahrt der bis zu 270 Gäste kann nach Ansicht der Nachbarn kaum störungsfrei gelingen. „Es wird ein Vekehrschaos geben“, sagt Olaf Jensen. „Die enge Straße müsste auf eine entsprechende Breite samt Gehweg ausgebaut werden. Doch bereits heute ist die Situation bei Berufsverkehr, am Wochenende und während der Ferienzeit grenzwertig.“

Die Gemeinde sieht aktuell lediglich drei Ausweichbuchten vor. „Das reicht nicht, gerade für die Rettungswege nicht, zumal schräg gegenüber elf Wohnblocks mit 88 Wohnungen 2021 entstehen sollen“, argumentiert Olaf Jensen. „Es kämen dann durch die neuen Anwohner zusätzlich rund hundert Fahrzeuge hinzu.“

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Die Wohnmobilisten würden möglicherweise gern die Gegend erkunden wollen. „Das steigert den Verkehr zusätzlich“, sagt Rosa Jensen. Detailliert führen die Klanxbüller Bürger ihre Sorgen auf.

 Die Größe der Entwässerungsgräben reiche bei einer Versiegelung nicht mehr aus, der Wasserspiegel steige. Die Kanalisation müsse wahrscheinlich auf Kosten der Anrainer ausgebaut werden. Auch die angrenzende räumliche Nähe missfällt der Familie. „Als Anwohner werden wir einer erheblichen Lärm-, Rauch- und Geruchsbelästigung ausgesetzt sein.“

Man fürchtet zudem ein verstärktes Aufkommen von reisenden Hundebesitzern, die die direkte Umgebung bevölkern würden. „Wo sollen die Tiere ihr Geschäft verrichten?“ Die gewünschten Sylt-Urlauber könnten zudem ganz individuell länger bleiben: „Dauercamping soll zwar unzulässig sein. Doch wer kontrolliert das?“

Einspruch eingereicht

Für die Familie steht insgesamt der Naturschutz im Vordergrund. „Es ist das falsche Projekt am falschen Ort“, fasst Manuela Jensen zusammen. Die vorgeschriebenen Ausgleichsflächen lägen zudem nicht in Klanxbüll, sondern in Neukirchen. „Unserer Meinung nach gibt es in Klanxbüll bessere Möglichkeiten für das Projekt. Wir sind dabei nicht gegen eine maßvolle Bebauung der Umgebung.“

Der Einspruch liegt derzeit bei Bürgermeister Friedhelm Bahnsen. „Das Verfahren läuft“, sagt der Bürgermeister, „Derzeit ist daher dazu nichts zu sagen.“

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