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Nordfriesland Tageblatt

18. August 2017 | 18:40 Uhr

Airpark: : Anwohner fürchten Fluglärm

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Werner Schweizer erklärt Gewerbepark-Konzept auf Infoveranstaltung / Bürger äußern sich besorgt über Auswirkung auf Immobilienpreise

Dass die Mutter immer das Essen von der Terrasse ins Haus holte, wenn die Phantom-Jets mit ihren 60  000 PS wieder über den Militärflugplatz donnerten, weil dann nämlich Rußpartikel vom Himmel rieselten, daran konnte sich ein Anwohner auf der Versammlung in der Klixbüller Sporthalle noch gut erinnern. Und dass an manchen Tagen die Flieger noch kurz vor 24 Uhr mit viel Getöse im Minutentakt eintrafen, auch das war vielen Bürgern auf der jüngsten Infoveranstaltung zum geplanten Gewerbepark der Gemeinden Leck, Klixbüll und Tinningstedt (wir berichteten) noch in Erinnerung.

Während Bürgermeister Werner Schweizer die aktuellen Pläne zum sogenannten Airpark erneut vorstellte, wurde schnell klar, dass besonders der zu erwartenden Flugbetrieb die Klixbüller und auch einige Lecker Bürger interessierte. „Ist mit Fluglärm zu rechnen, und was bedeutet das für den Wert meiner Immobilie?“ – diese Fragen galt es zu klären.

Von 1975 bis 1994 waren auf dem Lecker Flugplatz 44 Kampfflugzeuge des Typs Phantom stationiert. „Ordentliche Krachmacher“, stimmte auch Bürgermeister Werner Schweizer, der den Verkehrspilotenschein besitzt und mit Flugzeugen daher vertraut ist, zu. „Die Maschinen waren ja auch nicht darauf ausgelegt, keinen Lärm zu machen“, sagt er. Werner Schweizer wollte den Bürgern die Sorge nehmen, dass es nach Inbetriebnahme des Airparks mit Flieger-Feriendorf für Touristen und der Ansiedlung von Luftfahrtgewerbe in ein paar Jahren erneut zu derartigen Lärmbelästigungen kommen könnte. Der Flugbetrieb von damals sei mit dem geplanten Ausmaß an Flügen überhaupt nicht vergleichbar, versicherte er. Früher, da seien bis zu 25 Jets pro Tag gestartet. Und dazu kamen die Starts und Landungen der nicht-ortsansässigen Kampfflugzeuge aus dem Nato-Raum noch hinzu. Aktuell gebe es im Durchschnitt drei bis fünf Starts pro Tag durch die Flugsportgruppe Leck. Und wenn die Airpark-Pläne erst einmal umgesetzt seien, wären es später etwa zwei Starts mehr am Tag. Schweizer: „Selbst wenn sich tatsächlich ein Wartungsunternehmen für Flugzeuge ansiedelt, wird sich die Quote nicht groß erhöhen. Denn dann landet so ein Propellerflugzeug, wird ein paar Tage auf dem Boden gewartet und startet dann wieder.“

Laut Schweizer werden die Maschinen des künftigen Airparks überwiegend der Einmotorenklasse angehören. Die Flugzeuge, zu denen beispielsweise die Typen „Cessna“ und „Piper“ zählen, haben nur rund 160 PS. „Nicht vergleichbar mit den Phantom-Jets“, so Klixbülls Gemeindeoberhaupt. Was künftig an Flugbewegung folgen könne, liege demnach im Gegensatz zu früher im Promillebereich, ist sich der Bürgermeister sicher. „Und im Vergleich zu damals ist die Lärmverordnung heutzutage gigantisch.“

Er, Werner Schweizer, könne verstehen, wenn sich die Anwohner um ihre Immobilien sorgen. „Aber wenn wir hier nichts tun, die Region nicht zukunftsfähig machen und nach und nach die Arbeitsplätze verlieren, dann sind die Häuser bald erst recht nichts mehr wert“, betonte Klixbülls Bürgermeister.

Dass sein Engagement für die Nachnutzung des Flugplatzes auch eigennützige Motive haben könnte, wie ein Bürger auf der Veranstaltung vermutete, wies Schweizer gelassen von sich: „Zu dem Zeitpunkt, an dem das Konzept umgesetzt werden könnte, habe ich wahrscheinlich keine Lizenz mehr.“

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erstellt am 03.Dez.2015 | 18:38 Uhr

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