Fohlenbrennen : Antraben zur Schönheitsschau

Bei der Fohlenprämierung in Bramstedtlund schneiden die vierbeinigen Prüflinge gut ab – und lassen sich auch vom Brenneisen nicht verschrecken

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28. Juli 2015, 05:00 Uhr

Lob für „kräftiges Fundament“ oder „gute Gelenke“: Der Zuchtverband „Pferdestammbuch Schleswig-Holstein/Hamburg“ ließ auf der Hauskoppel des Landwirts und Züchters Bernd Röbbel zur Fohlensichtung und -prämierung des Körbezirks Nordfriesland/Schleswig-Flensburg antraben. Der Ausrichter hatte für hervorragende Rahmenbedingungen gesorgt: den „Ring“ gut abgesichert, eine Garage für das Implantieren der Erkennungschips und Einbrennen des Verbandslogos bereitgestellt sowie für Sitzgelegenheiten des Publikums und dessen Verpflegung gesorgt.

An einem Ende des Rings nahm die Beurteilungskommission Aufstellung: Hans-Heinrich Stien (Verbandsvorsitzender), Dr. Elisabeth Jensen (Vertreterin der Abteilung Zucht), Bernd Hansen (Rassebeauftragter für das Schleswiger Kaltblutpferd) und Bente Isenberg (beratendes Mitglied). Die Aufgabe der Kommission bestand darin, die ihr – zusammen mit den Mutterstuten – vorgestellten, im ersten Halbjahr 2015 geborenen Fohlen daraufhin zu überprüfen, ob Aussehen und Bewegung den Anforderungen ihrer Rasse genügten.

Die Experten ließen sich jedes Fohlen-Stuten-Paar zunächst im Stand, danach im Schritt und schließlich im Trab präsentieren. Die Runden um den Ring brachten vor allem die Vorführer ins Schwitzen, während die Fohlen locker und frei neben ihren Muttertieren herliefen, sich gelegentlich auch mal kleine Abstecher erlaubten, um sich von Zuschauern ein paar Streicheleinheiten abzuholen. Wurden sie am Ende als rassetauglich eingestuft, galt es für sie, sich „inventarisieren“ zu lassen. Besonders gut bewertete Fohlen erhielten eine Prämie. Die Aufnahme in das Verbandsregister geschah in jedem Falle durch Einsetzen eines elektronischen Erkennungschips, auf Wunsch des Züchters auch zusätzlich durch Einbrennen des Verbandslogos ins Fell. Da Letzteres früher Pflicht war, erhielten die Veranstaltungen der Fohlensichtung den Namen „Fohlenbrennen“. Der Brennvorgang selbst schien den Haltern mehr weh zu tun als dem putzmunteren Pferdenachwuchs. Denn die Fohlen sahen sich nach dem Aufsetzen des Brenneisens fast alle nur kurz einmal erschrocken um, und damit war für sie alles überstanden.

Der Kommission vorgestellt wurden neun Fohlen. Von diesen gehörten zwei der Rasse „Deutsches Reitpony“ an. Eins zählte zu den „Kleinen Deutschen Reitpferden“ und sechs (zwei Hengst- und vier Stutfohlen) zur Rasse „Schleswiger Kaltblut“. So gering wie die Anzahl der vierbeinigen Prüflinge war, um so hervorragender fiel ihre Bewertung aus, denn bis auf ein Schleswiger Hengstfohlen erhielten alle eine Prämie. Das am besten bewertete Schleswiger Hengstfohlen war das von Celsius aus der Zeta des Züchters und Besitzers Jens Boddum aus Padborg (Dänemark). Von den Schleswiger Stutfohlen erhielt das von Ferero aus der Elies (Züchter und Besitzer: Peter Bartelsen aus Handewitt) die beste Wertung. Während alle prämierten Fohlen noch einmal gemeinsam einige Runden abschritten, lobte Körungschef Hans-Heinrich Stein ihre jeweiligen Vorzüge und die Organisation der Veranstaltung: „Sie war so mustergültig, wie wir es schon seit vielen Jahren hier in Bramstedtlund gewohnt sind.“

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