zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

18. Dezember 2017 | 08:46 Uhr

Arbeitseinsatz : Anpacken für den Naturschutz

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Ehrenamtliche Umweltschützer schaffen neuen Lebensraum für bedrohte Pflanzenarten. Gemäht wurde im Gebiet des Kahlebüller Sees.

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2013 | 08:15 Uhr

Seit vielen Jahren treffen sich die Mitglieder des Naturschutzvereins Südtondern im Herbst zu Arbeitseinsätzen, die der Pflege der von ihm betreuten Flächen dienen. Dieser Tage begab sich eine Gruppe engagierter Naturfreunde in das Gebiet des Kahlebüller Sees, das 1985 in das „Renaturierungsprojekt Gotteskoogsee“ einbezogen wurde und seit 1993 vom Naturschutzverein betreut wird.

Das Hauptaugenmerk gilt der Pflege und dem Schutz wertvoller, zum Teil auf der „Roten Liste“ des Landes Schleswig-Holstein stehender Pflanzenbestände sowie der Entwicklung von Feuchtheideflächen. Durch Rodung und Rückschnitt der spät blühenden Traubenkirsche ist es gelungen, vielen unter Naturschutz stehenden Pflanzen neuen Lebensraum zu bieten. Um dies alles zu erhalten, müssen die Flächen regelmäßig gemäht werden. Deshalb standen auch beim jüngsten Arbeitseinsatz wieder eine Mahd und das Zusammentragen des Mähgutes auf dem Programm. Noch bevor die Arbeitsgruppe eintraf, hatten Paul Hantusch und der ehemalige Leiter der Revierförsterei Langenberg, Jürgen Lorenzen, nach Anweisung des Vereinsvorsitzenden Gerd Oldigs wichtige Vorarbeit geleistet, indem sie die von vielen Gräsern bestandene Fläche in der Nähe des Seeufers gemäht hatten.

Die hilfswilligen Mitglieder des Naturschutzvereins aus Leck, Niebüll, Bosbüll und den umliegenden Dörfern konnten sich deshalb darauf beschränken, das Mähgut mit Hilfe von Harken und Forken zu bergen und zu einer hohen Grashalde aufzuschichten. „Um den Abtransport braucht ihr euch nicht zu kümmern,“ hatte Gerd Oldigs versprochen, „denn für den werde ich selbst sorgen.“

„Wir halten das Areal frei in der Hoffnung, dass sich die Besenheide noch weiter ausbreitet“, war von Peter Lorenz Hartwigsen zu erfahren, der sich in den vergangenen Jahren um die Pflege des Gebietes am Kahlebüller See unschätzbar verdient gemacht hat und sich dort so richtig „zu Hause“ fühlt. Er kennt alle dort wachsenden Pflanzen, aber auch die vielen Vogelarten, die dort heimisch geworden sind, weil die wegen der abgelegenen Lage des Geländes herrschende Ruhe ihnen offenbar gefällt. In einer Arbeitspause sprach Peter Lorenz Hartwigsen die Vielfalt der am Kahlebüller See geschützt aufwachsenden Pflanzen an. „Dieses Gebiet hat mehrere botanische Schätze vorzuweisen,“ sagte er und zählte auf: vier Bärlapparten, die Teufelsklaue, den Königsfarn, den Gemeinen Wassserschlauch sowie die Blühende Besen- und die Glockenheide. „Wenn wir es weiterhin schaffen, das Gebiet am Kahlebüller See so zu betreuen, wie es unseren Vorstellungen entspricht, dann dürfen wir sagen, eine kleine Oase gestaltet zu haben. Und die wollen wir unbedingt erhalten.“

Dankbar erinnerte er daran, dass der Abiturjahrgang 1964 Gelder für einen Aussichtshügel gespendet hatte. Der Hügel sei für jeden Besucher des Gebietes „ein echter Zugewinn.“

Einer schon langjährigen Tradition folgend, beendeten die Naturfreunde ihren mehrstündigen Arbeitseinsatz mit Kaffee und Kuchen.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen