Verkehr in Niebüll : Anlieger bestimmen Ausbauweise

„Abgängig“ lautet die Bewertung des Zustands der Ingwer-Detlefsen-Straße.
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„Abgängig“ lautet die Bewertung des Zustands der Ingwer-Detlefsen-Straße.

Ingwer-Detlefsen-Straße erhält eine gemeinsame Verkehrsfläche zum Fahren, Gehen und Parken – Baubeginn spätestens Juli.

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18. Mai 2018, 11:25 Uhr

Niebüll | Idyllisch, fast dörflich ist die Wohnatmosphäre in der Ingwer-Detlefsen Straße, die über ein langes Stück praktisch parallel zur Deezbüller Straße verläuft. Doch der Belag der schmalen Anliegerstraße sowie der von ihr abgehenden Petrejusstraße gleicht an vielen Stellen einem Flickenteppich. Fangwege, die in die Ingwer-Detlefsen-Straße münden, sind sogar noch gar nicht ausgebaut, sondern bisher Kieswege. Daher hat die Politik nun grünes Licht für das Bauprogramm gegeben, das als Grundlage für den Ausbau der Ingwer-Detlefsen-Straße dienen soll. Das besondere daran: Die künftige Gestaltung bestimmen die Anlieger selbst.

Zwei Varianten stellte dafür Arne Ebberg vom Bauamt Südtondern sowohl den Anliegern, als auch den Mitgliedern der Stadtvertretung und des Bauausschusses vor. „Die Ingwer-Dethlefsen-Straße ist abgängig und muss ausgebaut werden“, sagt Arne Ebberg nach einer Bestandsaufnahme. Die Anliegerstraße ist sieben Meter breit, die Straßenbreite beträgt vier Meter. An den Seiten parken meist Anlieger-Fahrzeuge. Die erste Ausbauvariante sieht eine fünf Meter breite Straße, einen Gehweg vor und an beiden Rändern Entwässerungsrinnen vor.

„Wir könnten aber auch mal etwas Neues ausprobieren“, sagt Arne Ebberg. Und zwar Fahren, Gehen und Parken auf einer gemeinsamen, verkehrsberuhigten sieben Meter breiten Verkehrsfläche. Diese sollte gepflastert werden und von beiden Seiten hin zur Straßenmitte leicht abfallen, zu dann nur einer Entwässerungsrinne.

„Ich finde die zweite Variante charmant, sie unterstreicht die dörfliche Wohnqualität und ist, da es dort nur wenig Verkehr von Anliegern gibt, auch im Alltag praktikabel“, sagt Bürgermeister Wilfried Bockholt. Auch dem Ausschussvorsitzenden Holger Jessen (SPD) gefällt die zweite Variante besser. „Die Fangwege sollten dann auch mit dem Pflaster der Straße versehen werden“, schlägt er vor. „Man muss ausprobieren, ob es sich dabei um eine gangbare Umsetzung handelt“, sagt Bert Bruhn (CDU).

Der Bürgermeister schlug vor, die Reaktion der Anlieger abzuwarten, die alle zur Vorstellung der Baupläne schriftlich eingeladen wurden – und auch zahlreich erschienen waren. Das Ergebnis des Infoabends: Auch die Bewohner entschieden sich gegen die konservative Variante mit Bürgersteig.

Kurz danach stimmten dann auch die Mitglieder des Bauausschusses für die Errichtung einer gemeinsamen Verkehrsfläche ohne Bürgersteig. „Das Parken wird auch dann weiter möglich sein, da die Straße weiterhin fast ausschließlich von Anliegern genutzt werden wird“, sagt Arne Ebberg. Auch die Auswahl des Pflasters sollen die Anlieger mitbestimmen, dazu ist die Besichtigung von vergleichbar ausgebauten Straßen geplant.

Dennoch bringt die Neugestaltung der Ingwer-Detlefsen Straße nicht nur Vorteile für die Anwohner mit sich. Entsprechend der gesetzlichen Grundlagen, die für eine als Anliegerstraße eingestufte Straße gelten, werden die Bewohner Ausbaubeiträge bezahlen müssen. Ende Juni, spätestens Anfang Juli sollen die Bauarbeiten beginnen. „Bei optimalem Verlauf wären wir bis Ende November fertig“, sagt Arne Ebberg.

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