Andresen-Orgel aus Süderlügum ertönt jetzt in Norderstedt

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12. Mai 2015, 16:30 Uhr

Die noch junge Andresen-Orgel aus der Evangelisch-Lutherischen St. Marien-Kirche ist verkauft und klingt jetzt 200 Kilometer weiter südlich in der Thomaskirche zu Glashütte (Norderstedt). Die Kirche in der Grenzgemeinde Süderlügum erhält eine Marcussen-Orgel, die zurzeit in Apenrade entsteht und aller Voraussicht nach in der Adventszeit geweiht werden soll, teilte der Süderlügumer Orgelbausachverständige Klaus Lichtenberg mit.

Der Wechsel vom bisherigen zum 570 000 Euro teuren neuen Instrument ist einem Süderlügumer Stifterehepaar zu verdanken, das diesen Wunsch bereits einem Jahrzehnt hegte – teils aus Verbundenheit zur Kirche im Dorf, teils aus der Erkenntnis, dass sich hinter dem unter Denkmalschutz stehenden Prospekt nicht verbarg, was das Äußere versprach. Dem Wechsel gingen Beratungen im Kirchenvorstand und ein Besuch des weltbekannten Orgelbauers in Apenrade voraus.

Auf der anderen Seite waren der Glashütter Kirchengemeinderat und Hamburgs Landeskirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Wulf hellauf begeistert von der „Königin der Instrumente“, wie die Orgel genannt wird – und für die Gemeinde ein Schnäppchen, obwohl sie für die „gebrauchte Orgel“ alles in allem 125  000 Euro aufbringen muss. Doch dank der Orgel aus Süderlügum ist die Zeit des Provisoriums mit der Truhenorgel mit nur einem Manual in Glashütte Vergangenheit. Im Norderstedter Stadtteil freut man sich über die „Neue“ mit ihren 17 Registern, zwei Manualen und über Tausend Pfeifen (es sollen deren etwa 1250 sein). Ein Glück für die vor etwa 40 Jahren erbaute Kirche, dass die 4,70 Meter hohe Süderlügumer Orgel genau „unter die Decke“ passt.

In Süderlügum ist man gespannt auf die neue Orgel. Vom Äußeren her verändert sich laut den Verantwortlichen in der Marienkirche nichts. Der Prospekt bleibt erhalten und wird in ein neues Eichengehäuse integriert, das bis zu 21 Registern Platz bietet.

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