Gemeindevertretung : Anbau für Feuerwehrhaus in Galmsbüll geplant

Mehr Platz im Galmsbüller Gerätehaus soll nach dem Willen der Gemeindevertretung um Bürgermeister Sinje Stein entstehen.
Mehr Platz im Galmsbüller Gerätehaus soll nach dem Willen der Gemeindevertretung um Bürgermeister Sinje Stein entstehen.

Bestehender Bau wird erweitert. Die Gemeinde rechnet im Haushalt 2018 mit einem Plus von 570 000 Euro.

shz.de von
25. Januar 2018, 03:33 Uhr

Galmsbüll | Die 23. Sitzung der Gemeindevertretung Galmsbüll sollte laut Ansage die kürzeste der Saison werden – wurde sie nach der schwungvollen Eröffnung von Bürgermeisterin Sinje Stein dann doch nicht. Zur Sitzung kamen auch 14 interessierte Bürger ins Landjugendheim, alle mit den Gegebenheiten der Tagesordnung vertraut. Im Fokus stand der Anbau des Feuerwehrhauses, das in das Landjugendheim integriert ist. „Wir haben mit dem neuen Bus für die Jugendarbeit ein zweites Fahrzeug erhalten“, berichtete Sinje Stein, „der Platz reicht nicht mehr aus.“

Ernst von Schichow (Wählergemeinschaft 5 Köge) zeigte anhand der Pläne, was beabsichtigt ist. „Das Gebäude bleibt erhalten, der Bau nach rechts erweitert, erhält einen zweiten Giebel. Das Dach wird angehoben, so dass Platz für neue Räumlichkeiten entsteht.“ Bedarf ist da, so kann hier ein Schulungsraum entstehen. Die Kosten waren zunächst mit 100 000 Euro angesetzt; doch das ist zu wenig. Im neuen Haushalt geht man nun von bis zu 150 000 Euro aus.

Der Haushalt 2018, den Sven Mathiesen (Amt Südtondern) vorstellte, sieht Gesamtaufwendungen von knapp drei Millionen Euro vor: Da die Erträge höher sind, wird zum Jahresende ein Plus von 570 000 Euro erwartet wird. „Bei 630 Einwohnern zahlen wir allein an Umlagen zwei Millionen Euro“, sagte Birgit Kraft-Ribeiro (WG 5 Köge). Sven Mathiesen erklärte, dass das Amt Südtondern nach seiner Gründung vor zehn Jahren noch milde gehandelt habe – schließlich hätten die Ämter Bökingharde und Wiedingharde personell wenig an Bürokratie gebraucht. Doch nun seinen die üblichen Abgaben zu zahlen. An Investitionen sind Restkosten für Breitband (200 000 Euro), Straßenbau (unter anderem Reparatur Mühlendeich, 150 000 Euro), Zuschuss für den dänischen Kindergarten (60 000 Euro) und Feuerwehr (19 200 Euro unter anderem für Digitalfunk, Gasmelder) erwähnenswert.

Der Ansatz für das Landjugendheim hat sich um 15 000 auf 57 000 Euro erhöht – es soll einen neuen Bodenbelag geben. Das Haus ist enorm frequentiert. „Allein 348 Termine an 257 Tagen“, so Carola Körner (WG 5 Köge). „Wir haben uns für die Schließung vom 3. bis 15. April entschlossen, da der Boden versiegelt werden muss.“ Um das Landjugendheim zu entlasten, wird es bald den Eckhof als Veranstaltungsort am Mühlendeich geben (das NFT berichtete). Während im Landjugendheim sich beim Neujahrsempfang 130 Besucher tummelten, wird ab dem Sommer der Eckhof zum Ersatzquartier für kleinere Events. Hierfür wurden im Haushalt 108 000 Euro eingestellt.

Nicht so glatt geht es beim Thema dritte Änderung Flächennutzungsplan (Osterhof). Das Land hat Bedenken, dass landwirtschaftliche Flächen am Osterhof unbegrenzt gewerblich umgewidmet werden könnten. Doch die bereits in der ersten Stellungnahme der Landesplanung angemahnten sieben Punkte wurden nicht ausreichend beantwortet. Das beauftragte Planungsbüro ist am Thema dran, muss nun klären, wo und was genau hinkommt (Betriebswohnungen, Fotovoltaikanlagen). Am westlichen Ortsrand könnten Flächen für Grundstücke genutzt werden. „Doch noch stellt sich das Land quer“, erläuterte die Bürgermeisterin. Eine Riesenfläche wurde für den Bebauungsplan beantragt. Die Landesplanung befürchtet, dass hier mehr als die geplanten acht Häuser entstehen könnten. „Doch das ist nicht beabsichtigt“, so Bürgermeisterin Stein entschieden.

Den Wunsch der Gemeinde Klixbüll, dass sich Galmsbüll am ambitionierten Flugplatzprojekt (Fly & Sleep) für Privatflieger beteiligen möge, wies Birgit Kraft-Ribeiro vorerst zurück. „Bürgermeister Werner Schweizer hatte leider keinerlei Zahlenmaterial dabei.“

Ärger bereitet derzeit die Vermüllung an bestimmten Plätzen. Manchmal habe man die Frevler ertappt. „Dabei kann man Sperrmüll abholen lassen“, erläuterte Norbert Rühmann (WG 5 Köge).

Da Galmsbüll von Niebüll profitiert, zeigt sich die Gemeinde großzügig. „Fünf unsere Jugendlichen machen in Niebüll die Ausbildung in der Jugendfeuerwehr mit“, so die Bürgermeisterin. Die Gemeindevertreter beschlossen einstimmig, die Jugendfeuerwehr mit einer Summe von 100 Euro pro Jugendlichem aus Galmsbüll also Gesamt 500 Euro zu unterstützen. Grund dafür ist unter anderem, dass die Jugendfeuerwehr Niebüll auch Mitgliederer aus der Gemeinde Galmsbüll hat. Auch das Wilhelminen-Hospiz darf eine Förderung für den Neubau erwarten; die Summe steht noch nicht fest.

Die Älteren in der Gemeinde erhielten kürzlich Besuch: Sinje Stein und Carola Körner waren beim DRK, um dort über Möglichkeiten des Online-Shopping zu informieren.

Beim Thema Naherholung und Tourismus hat Galmsbüll noch „Luft nach oben“. So werden demnächst Bänke aufgestellt, Vorschläge für Standorte können noch eingereicht werden.

Nach 75 Minuten war die Sitzung vorbei, durchaus sportlich, aber kein Saisonrekord.

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