Leck-Huus : An der Belastungsgrenze

Vorsitzender des Vereins blickt mit Sorge auf rasant steigende Energiekosten

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16. März 2013, 08:42 Uhr

LECK | "Zusätzliche Ausgaben gefährden den Verein in seiner Substanz", blickte Otmar Löhrer in eine düstere Zukunft. Der Vorsitzende des Vereins Leck-Huus freute sich zwar über vermehrte Einnahmen in 2012, die aber notwendig waren, um Unterhaltungskosten und Tilgungsleistungen gegenüber der Gemeinde abzudecken. Sorge macht ihm jedoch, dass die finanzielle Entwicklung des Vereins keine weiteren Belastungen zulässt.

Es war im Jahr 2000, als eine kleine Gruppe engagierter Lecker Bürger die Gründung des Vereins "Leck-Huus" initiierte, um den 1856 erbauten Hof für die Bürger aus der Region in ein Bürger- und Kulturzentrum umzugestalten. Die Gemeinde kaufte das unter Denkmalschutz stehende Geesthardengehöft für 450 000 Mark, der Umbau kostete rund 210 000 Euro. Letzteres streckte die Gemeinde als Darlehen vor und wird vom Verein zurückgezahlt. Im Berichtsjahr waren das 9000 Euro, hinzu kamen eben über 4000 Euro Bewirtschaftungskosten. Übrig bleibt eine Restschuld von knapp 140 000 Euro. "Sämtliche Unterhaltungskosten werden durch uns getragen", führte der Vorsitzende noch einmal vor Augen und fügte hinzu: "Das ist nur durch die uneigennützige Arbeit der vielen ehrenamtlichen Helfer zu gewährleisten." Ihn bedrücke jedoch die Tatsache, dass Energiekosten weiter rasant steigen und höhere Ausgaben in anderen Bereichen zu leisten seien.

Mit viel Idealismus organisieren die Mitglieder, heute sind es rund 190, seit 2005 Kulturveranstaltungen. In 2012 war die Auslastung des Hauses zwar etwas geringer als im Vorjahr, kann sich aber dennoch sehen lassen. So lud der Verein zu 18 Eigenveranstaltung ein, das Haus wurde 47 Mal an Privatpersonen vermietet und elf Mal Vereinen und Verbänden sowie der Gruppe Haallicht zur Verfügung gestellt. Auf einzelne Aktionen wollte Löhrer nicht eingehen, nannte aber das Anti-Gewalt-Konzert mit 280 jungen Besuchern: "Das dokumentiert, dass unser Haus für alle Altersgruppen da ist."

Nicht zuletzt dankte der Vorsitzende seinem Helferteam, das multifunktional einsetzbar ist. "Wir sprechen von zirka 1000 Stunden, die wir für Leck-Huus pro Jahr leisten", hat Löhrer ausgerechnet. Die Gemeinde könne froh sein, solch einen Verein in ihrem Hause zu haben. Er selbst zeigte sich dankbar und stolz, Vorsitzender dieses Vereins zu sein: "Hinter mir stehen viele starke Frauen und Männer."

Die harmonische Zusammenarbeit spiegelte sich bei den Wahlen wider: Der stellvertretende Vorsitzende Peter Kaim und Schatzmeister Karl Hermann Hansen bleiben in ihren Ämtern.

Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn lobte das Engagement der "vielen guten Geister", die das Haus zu dem gemacht haben, was es heute ist: Beseelt von allen Generationen und zu einem kleinen Magnet in der Region.

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