Erweiterung : Amt wird zur Baustelle

 Amtsdirektor Otto Wilke vor dem Verwaltungsgebäude.
Amtsdirektor Otto Wilke vor dem Verwaltungsgebäude.

Für 2,4 Millionen Euro soll ein zweigeschossiger Anbau südwestlich des bestehenden Gebäudes entstehen.

shz.de von
01. März 2018, 06:00 Uhr

Niebüll | Das Amt Südtondern wächst mit seinen Aufgaben. Das soll in naher Zukunft nicht nur fachlich, sondern auch mit Blick auf das Verwaltungsgebäude in der Marktstraße in Niebüll gelten. Der Amtsausschuss gab jetzt grünes Licht für ein Projekt, das bisher nur hinter verschlossenen Türen entwickelt worden ist – die Errichtung eines zweigeschossigen Anbaus südwestlich des bestehenden Gebäudes mit einer Fläche von 1000 Quadratmetern samt zusätzlicher Parkplätze. Die Kosten betragen laut des von Bauamtschef Udo Schmäschke vorgetragenen Plans 2,4 Millionen Euro.

Finanziert wird diese Summe größtenteils durch die Mieten des Kreises Nordfriesland. Denn dieser sucht für die Mitarbeiter seiner Außenstellen des Allgemeinen sozialen Dienstes (ASD) und des Gesundheitsamtes in Niebüll ein neues Arbeitsumfeld. Grund: Die bisherigen Büros in der Hauptstraße 87 entsprechen mit Blick auf Ausstattung und bauliche Infrastruktur nicht mehr dem erforderlichen Stand der Technik. Beide Mietverhältnisse möchte der Kreis daher so bald wie möglich beenden.

Doch, wie Udo Schmäschke erläuterte, wird es auch im Amtsgebäude langsam eng. „Es ist schon einiges optimiert und verrückt und verlegt worden. Derzeit haben noch alle Mitarbeiter einen ordentlichen Arbeitsplatz, aber nun ist die Grenze erreicht.“

Auch der stellvertretende Amtsvorsteher Dirk Enewaldsen, der die Sitzung leitete, betonte: „Die Aufgaben sind in den vergangenen zehn Jahren seit der Amtsgründung schon deutlich gewachsen und es werden weitere dazu kommen.“ Als Beispiele wurden das Gebäude- und Energiemanagement, der Breitbandzweckverband und auch die neue Ausbildungsstelle zum Inspektorenanwärter genannt. Dafür werden mittelfristig sechs bis zehn neue Büros benötigt.

Deshalb kommen zu den 800 Quadratmetern, die der Kreis für seine Einrichtungen anmieten wird, 200 Quadratmeter für neue Amtsbüros hinzu. Beide Einheiten werden räumlich klar voneinander getrennt, es wird keinen Übergang von den Räumen des Kreises zu denen des Amtes geben.

An sich hätte der Anbau gleich um weitere 800 Quadratmeter erweitert werden können. Denn für das Grundstück an der Marktstraße gab es mit der Polizei noch einen weiteren Bewerber, der ebenfalls modernere Räume als die derzeitigen in der Gather Landstraße 75 beziehen möchte. „Ein Anbau in dieser Größenordnung wäre städtebaulich aber nicht vertretbar gewesen“, erklärt Udo Schmäschke.

„Wir haben uns überlegt, mit welchen Einrichtungen gibt es größere Schnittpunkte mit den Fachbereichen des Amtes – das sind ganz klar die Sozialen Dienste“, sagte Dirk Enewaldsen. Daher – so ein Teil des Beschlusses – wird die Polizei einen Korb bekommen.

Die Verwaltung wird nun umgehend zusammen mit dem Kreis Nordfriesland einen genauen Zeit-, Finanzierungs- und Bauplan erstellen. „Wir werden Gas geben“, sagt Udo Schmäschke, denn der Kreis will spätestens im Sommer 2020 einziehen, lieber schon Ende 2019.

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