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Ehrenamtsmesse : Amt Südtondern präsentiert Bandbreite des unentgeltlichen Engagements

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Veranstalter der Messe hoffen auf viele neue Freiwillige für ihre Vereine und Institutionen.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2017 | 14:36 Uhr

Niebüll | In Nordfriesland gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren. Jeden Menschen treibt dabei etwas Anderes an: Während die einen sich dem Tierschutz widmen, engagieren sich die anderen für die friesische Spracherhaltung. Dass sich jedoch alle ehrenamtlichen Organisationen und Vereine aus verschiedensten Bereichen mal auf einem Fleck befinden, kommt selten vor. Doch am Sonnabend – zur ersten Ehrenamtsmesse des Amtes Südtondern – präsentierten sich auf zwei Etagen der Amtsverwaltung 55 regionale ehrenamtliche Organisationen aus den Bereichen Kultur, Soziales, Umwelt, Kinder und Jugendliche, Senioren, Sport, Brauchtum und kommunale Selbstverwaltung.

Ehrenamts-Profi Klaus Meyer-Lovis holte die Messe nach Nordfriesland. „In der ganzen Region herrscht viel Leben und viel Engagement“, sagt er. Die Messe habe das bunte Bild an Organisationen in der Region präsentieren und nicht zuletzt auch für das Ehrenamt werben sollen. „Auch das gegenseitige Kennenlernen, sogenanntes Netzwerken, ist ein Ziel“, sagt Frerk Matthiesen vom Amt Südtondern. Gemeinsam organisierten Klaus Meyer-Lovis, Hans-Werner Christiansen, Thomas Dose, Harald Eis und Otto Wilke als Schirmherr seit Mai fleißig die Messe, schickten Einladungen heraus, um eine Plattform für alle ehrenamtlich Engagierten zu bieten. Das Programm war für Klein und Groß, für Ehrenämtler und die, die es werden wollen, Interessenten sowie Hilfesuchende ausgelegt. Das sportliche Angebot lieferte der MTV Leck mit einer Slackline sowie der Luftsportverein Südtondern, dessen Flugsimulator ständig auf Hochtouren lief und den Testpiloten eine Aussicht von Aventoft bis zur Insel Sylt bot. Für unterhaltsame Fotos stand ein lebensgroßer Frosch bereit und repräsentierte das Erlebnisbad Leck, das sich erfolgreich für die Schwimmausbildung speziell für Kinder einsetzt. Für jegliche politischen Themen treten die politisch aktiven Mitglieder der Jungen Union ein, die speziell für junge Mitglieder im Alter von 14 bis 35 Jahren offensteht. „Wir wollen etwas bewegen, das Wort ergreifen und mitgestalten“, sagt Karl-Martin Path (18). „Im Kleinen viel bewegen“ – darum geht es auch Christine Montag, Tierärztin aus Niebüll: Mit ihrer noch frischen Organisation „Pro Ugandan Children“ leistet sie in Kooperation mit Spendern und Partnern nachhaltige Entwicklungshilfe, sogenannte „Hilfe zur Selbsthilfe“, im touristisch noch unerschlossenen Iganga, Uganda. Ursprünglich war sie für einen Workshop der Organisation „Tierärzte weltweit“ nach Uganda geflogen, direkt Vorort habe sie jedoch nicht nur das große Leid der Tiere, sondern auch das der Menschen überwältigt. Mit Workshops, Geldspenden und Sachspenden konnte das Projekt im Kleinen schon Großes bewirken. Mit ihrem beeindruckenden Vorhaben sowie einem attraktiven Stand und afrikanischem Porridge in Probiergröße zog Christine Montag das Interesse vieler Besucher auf sich.

Auch der Weiße Ring zielt darauf ab, Menschen in Not zu helfen. Wer schon einmal Opfer einer Gewalttat wurde, bekommt von den Ehrenämtlern des Weißen Ring Beistand und Unterstützung. Ehrenämtler Rolf Johannsen war jahrelang Kriminologe, doch die berufsbedingte Auseinandersetzung mit den Kriminellen reichte ihm irgendwann: „Ich wollte mich lieber um die Opfer kümmern“. Der Verein der Guttempler hilft wiederum Opfern von Suchtkrankheiten in Form von Beratungen und persönlichem Beistand. Alle Partien verbindet der Wille, Menschen in verschiedenen Lebenslagen ein besseres Leben zu ermöglichen. Sie wollen zeigen, „Es gibt uns“, sowohl für Opfer als auch für neue Mitglieder, die helfen wollen. Neben Hilfestellung für Menschen in Not, liegt auch die friesische Sprach- und Kulturerhaltung den Menschen im Norden am Herzen. Das Mutter-Tochter-Gespann, Gyde und Elke Boysen, hatte dafür gleich drei Vereine an einem Stand vereint: Friisk Foriing für die Sprachpflege, Rökefloose als friesische Jugendfreizeit und nordfriisk teooter, eine friesische Theatergruppe. „Friesisch verbindet uns“, sagt Elke Boysen. Es sei schade, dass die Sprache immer weniger gesprochen werde und umso wichtiger sei es, sich weiter für den Erhalt der traditionellen Sprache in der Freizeit einzusetzen. „Für uns ist friesisch ein Identitätsmerkmal“, so Gyde Boysen.

Kulturell und musikalisch umrahmten die DRK Tanzkreise, der Fanfarenzug Karrharde, der Posaunenchor Südtondern und die „Vocal Weibs“ aus Risum-Lindholm das Programm und sorgten für ordentlich Stimmung zwischendurch. Ein buntes Bild an Einflüssen strömte somit auf die Besucher der Ehrenamtsmesse ein, bei der 55 verschiedene Organisationen und Vereine ein großes Spektrum an Ideen, Zielen und Projekten präsentierten. Was alle Ehrenämtler allerdings verbindet, und das wurde auch am Sonnabend mehr als deutlich, ist ihr selbstloses Engagement und der Wille, etwas zu bewegen.

 


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