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Landtagswahl in Schleswig-Holstein : Amt Südtondern im Wahl-Endspurt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

350 Wahlhelfer für 43 Wahllokale sind gestern im Amtsgebäude geschult worden.

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2017 | 12:17 Uhr

Im Büro von Lars Feddersen geht es zu wie im Taubenschlag, dazu klingelt das Telefon am laufenden Band. Dass der Mitarbeiter des Fachbereichs 1 gestern der wohl gefragteste Mitarbeiter der Amtsverwaltung ist, hat einen guten Grund: Lars Feddersen ist für Südtondern – das größte Amt im Land – Leiter der Landtagswahl und auch des Bürgerentscheids über das Zukunftskonzept des Klinikums Nordfriesland. „Das sind jetzt schon spannende, intensive Arbeitstage“, sagt der Wahlleiter.

Auch gestern Abend ist Lars Feddersen bis weit in den Abend im Amtsgebäude im Einsatz: „Für die Schulungen der Wahlhelfer und die Ausgabe der Wahlboxen“, sagt er. 43 dieser Boxen von A wie Achtrup mit 1212 Wahlberechtigten bis W wie Weste mit 295 Wahlberechtigten warten gestern Mittag noch im Sitzungssaal darauf, von den Wahlvorstehern der 43 Wahllokale in Südtondern abgeholt zu werden. „Ich bin froh, dass alle Lokale mit bewährten Vorstehern besetzt werden konnten“, betont Lars Feddersen. Auch in Südtondern werde es schwerer, genügend Ehrenamtler für den Wahlsonntag zu finden. Rund 350 von diesen werden morgen im Einsatz sein. „Zum Glück mussten wir – anders als in vielen Städten – für eine so wichtige Angelegenheit wie eine Landtagswahl keine Wahlhelfer zwangsverpflichten“, sagt der Wahlleiter. Doch auch für Südtondern gelte: Je größer der Ort, desto anonymer das Miteinander, desto schwieriger die Suche nach freiwilligen Helfern. „Doch mit kräftig Klinkenputzen habe ich doch noch genug gefunden“, freut sich Lars Feddersen. Diese wurden gestern zwischen den Wahlboxen und ungezählten Stapeln aus rosafarbenen und orangen Wahlumschlägen auf ihre Aufgabe vorbereitet.

Ein deutlicher Zusammenhang besteht auch zwischen der Größe einer Gemeinde und der Wahlbeteiligung. So erwartet Lars Feddersen im kleinsten Wahlbezirk – Lexgaard mit 45 Wahlberechtigten – erneut eine Wahlbeteiligung von nahezu hundert Prozent. Für Südtondern lag der Durchschnitt bei der letzten Landtagswahl bei 57 Prozent. „In den kleinen Gemeinden gibt es sicher Fälle, in denen der Bürgermeister schon mal Einwohner anruft, die am späteren Nachmittag noch nicht gewählt haben“, vermutet Feddersen.

Der größte Wahlbezirk liegt nicht wie viele meinen in Niebüll. „Sondern in Süderlügum mit knapp 1900 Wahlberechtigten – die haben dort richtig etwas auszuzählen“, sagt der Verantwortliche. Das gelte auch für Niebüll Rathaus (1776) und Niebüll Dänische Schule (1610). Schnell ausgezählt sein dürften dagegen neben Lexgaard die Bezirke Holm (69 Wahlberechtigte) und Ellhöft (86). Insgesamt gibt es für die Landtagswahl, die zuerst ausgezählt wird, rund 32000 Wahlberechtigte, vor fünf Jahren waren es 30100. Für den Bürgerentscheid, an dem auch EU-Bürger teilnehmen können, sind es 1000 mehr. Eine eigene Wahlparty gibt es nicht. Verfolgen können die Südtonderaner die Auszählung über die Homepage des Kreises.

Ein entscheidender Unterschied im Vergleich zur letzten Landtagswahl ist für Lars Feddersen der auf das Format DIN A3 angewachsene Wahlzettel. „Die Portokosten sind dadurch erheblich gestiegen, und in der üblichen Faltung sind nun auch die Schlitze der Urnen zu klein“, sagt er, der am Sonntag ab dem frühen Morgen als Ansprechpartner für alle Wahlfragen im Einsatz sein wird – und deshalb zu den rund 3000 Briefwählern in Südtondern zählt. 

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