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Netz-Sicherheit : Amt schützt sich vor Hacker-Angriffen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Im Sommer knackten Hacker die Telefonanlage des Amtes Südtondern und verursachten hohen Schaden / Jetzt rüstet die Amtsverwaltung auf

shz.de von
erstellt am 26.Nov.2014 | 05:00 Uhr

An einem Wochenende vor vier Monaten wurde das Amt Südtondern Opfer eines Großangriffes aus dem Internet: Am 12. Juli drangen Hacker in die Telefonanlage des Amtes ein und ließen das System zwei Tage lang tausende Phantomgespräche nach Guinea-Bissau führen (wir berichteten). Die Kosten der etwa 56 000 Anrufe in Westafrika summierten sich damals auf rund 38 000 Euro. Ein Betrag, den man sonst für eine nagelneue Mittelklasse Limousine auf den Tisch legen muss. Auch wenn das Amt auf der Telefonrechnung nicht sitzen blieb, da die Verwaltung glücklicherweise eine Auslandsflatrate besaß, investiert das Amt Südtondern jetzt in die Sicherheit seiner Telefonanlage.

Wie am Montag im Haupt- und Finanzausschuss des Amtes bekannt wurde, werden zu diesem Zweck für den Haushalt des nächsten Jahres 20 000 Euro eingeplant. „Mit den Mitteln soll die IT-Sicherheit nach dem Hackerangriff im Sommer verbessert werden“, erklärte Carsten Thiesen als Fachbereichsleiter Finanzen den Ausschussmitgliedern. Ziel der geplanten Maßnahmen ist dabei, die Internet-Router der Verwaltung vor dem Zugriff von Außen zu schützen. Sicher ist schon jetzt, dass man dafür im Amt Südtondern nicht über einen Wechsel des Netzanbieters nachdenkt – man hält zur Telekom. Stattdessen sollen die Systeme jetzt auch mit moderner Sicherheitssoftware besser geschützt werden.

Die Ereignisse um den IT-Angriff sind auch Otto Wilke gut im Gedächtnis geblieben: „Damals hat sogar die überregionale Presse über den Fall berichtet“, erinnert sich der Amtsdirektor. Nach der Manipulation der Amts-Router im Sommer waren nicht nur tausende Euro Telefonkosten entstanden, die am Ende von der Telekom bezahlt werden mussten. Um ihre Spuren zu verwischen, hatten die Internetgangster auch die Telefonanlage des Amtes zum Absturz gebracht. Bis die Technik wieder rund lief, vergingen mehr als zwei Tage, an denen die Verwaltung nicht handlungsfähig war.

Trotz Anzeige sind die Täter sind bis heute nicht identifiziert. Zu undurchdringlich sind die Verschlüsselungstechniken der Hacker und die Fahndungsmöglichkeiten im Netz dadurch eingeschränkt. Dr. Klaus Nielsen, Mathematiker und Fachmann für Computer- und Netzsicherheit am Rechenzentrum der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, verweist auf die Dynamik der Szene: „Die Angreifer haben sich gewandelt. Früher gab es den Spaßhacker – heute wird mit dem Know-How Geld verdient.“ Auch vor dem Hintergrund des technischen Fortschritts, sei eine vollständige Sicherheit vor Hackerangriffen daher selbstverständlich nicht möglich.

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