Amt hält Dörps-Campus für umsetzbar

Informationsveranstaltung zu dem Bauprojekt lockte rund 80 Zuhörer in die Sporthalle / Amt Südtondern sieht keine Hindernisse für Vorhaben

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05. Dezember 2014, 12:10 Uhr

Eine Bürgerinformation zum geplanten Projekt „Dörps-Campus“ sowie zu einer vom Verpächter des Kinderheimes an der Hauptstraße angestrebten Erweiterung der räumlichen Gegebenheiten des Heimes lockte rund 80 interessierte Zuhörer in der Sporthalle. Bürgermeister Werner Schweizer hieß sie alle willkommen, wobei er die Anwesenheit einer Gruppe syrischer Mitbewohner anerkennend hervorhob. „Wir sind froh, dass die Syrer hier sind, wünschen uns für sie aber dringend einen Sprachkurs oder privaten Deutschunterricht“, sagte er. Der „Dörps-Campus“, der ein „Ort des Lebens und des Lernens“ werden solle, sei ein sehr ernstes Thema, weil es – nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern auch im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit des Schul- und Kindergartenstandortes Klixbüll – eine große Tragweite aufweise.

Der Bürgermeister erinnerte an den „Lebensqualitäts-Check“, den die Gemeinde Klixbüll – zusammen mit dem Bürgernetzwerk – in diesem Jahre durchgeführt hat. Dieser erteile Klixbüll durchgehend gute Noten, insbesondere für die hervorragende Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Negativ beurteilt worden sei aber, dass Klixbüll über keine öffentlich zugängliche Gastwirtschaft mehr verfüge und auch keine Dorfgemeinschaftshaus vorhanden sei, was sich auf die Weiterentwicklung der Gemeinde negativ auswirken könne. „Das wertvollste 'Produkt', das wir in Klixbüll anbieten und zur Verfügung stellen können, ist die Erziehungs- und Bildungsarbeit: über die Schule, den Kindergarten und ein Stück weit auch über unser Schwimmbad.“

Das in Klixbüll praktizierte Schulkonzept „Zwischen Freiheit und Lenkung“, und die Bereitschaft der Gemeindevertretung, immer wieder finanzielle Belastungen auf sich zu nehmen und zu verantworten, habe bislang für den Erhalt der Schule gesorgt, da es auch zur Beschulung vieler Kinder aus benachbarten Orten geführt habe. Wie Schweizer weiter ausführte, hätten – neben der offenen Ganztagsschule – auch elf Vereine an die Nutzung des Dörps-Campus signalisiert und entsprechende Kooperationsverträge abgeschlossen.

Geplant ist ein 420 Quadratmeter umfassender Anbau zwischen Grundschule und Kindergarten mit zwei multifunktional nutzbaren Räumen (Mensa 1 und Musik/Mensa 2) von denen einer durch Erweiterung der Turnhalle erzielt wird. Auch sollen eine Lehrküche geschaffen und die sanitären Anlagen erneuert werden. Für das 750 000 Euro teure Vorhaben liegen seitens des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) Zusagen für Zuschüsse in Höhe von insgesamt 345 000 Euro vor. „Die Kosten für das Dörps-Campus sind so kalkuliert, dass sich dieses selbst dann noch betreiben lassen würde, sollte die Schule eines Tages nicht mehr existieren“, so Werner Schweizer.

Wie sich die Finanzierung des Projektes im einzelnen voraussichtlich darstellen wird, zeigte Albert Hansen vom Amt Südtondern detailliert auf. Sein Fazit: „Aus Sicht des Amtes spricht nichts gegen die Realisierung des Vorhabens.“ Abschließend erläuterte Gemeindevertreter Rolf Friedrichsen den Grundriss und verschiedene Außenansichten des geplanten Gebäudes. Im zweiten Teil der Informationsveranstaltung berichtete Eric Foens, der Verpächter des Gebäudes eines Kindergartens in der Hauptstraße, über eine geplante räumliche Erweiterung der Einrichtung um zwei Wohneinheiten, den Abriss des Stallgebäudes und die Gestaltung des neu zu errichtenden Ersatzgebäudes.




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