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Nordfriesland Tageblatt

20. August 2017 | 02:33 Uhr

Am Puls der Literatur-Preise

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Patrick Modianos Werke werden zwar nicht in Leck gedruckt – aber „Kruso“, das gerade mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde

Wer bekommt den Nobelpreis für Literatur? Der Tag, an dem diese Frage beantwortet wird, ist auch für die Mitarbeiter von CPI Clausen und Bosse in Leck spannend. „Dann sind wir wie die Flitzebogen und stellen uns darauf ein, schnell reagieren zu können“, sagte Sylvia Nissen, Assistenz der Geschäftsführung gestern. Um kurz nach 13 Uhr war allerdings klar: Die Werke von Patrick Modiano, dem Nobelpreisträger 2014, werden nicht in Leck gedruckt, sondern bei der Schwesterfirma in Ulm.

Dennoch musste die Druckerei in dieser Woche schon rasch nachlegen: Auf der Shortlist zur Vergabe des Deutschen Buchpreises vor wenigen Tagen waren fünf der sechs Titel aus dem CPI-Haus in Leck. „Lutz Seilers ,Kruso‘ ist es geworden und natürlich war ein schneller Nachdruck von Nöten. Hier haben wir und unser Schwesterunternehmen in Ulm je 50 000 Exemplare gedruckt“, berichtete Sylvia Nissen. Und auch auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises, dessen Gewinner am 9. November verkündet wird, ist CPI Clausen und Bosse mit zwei Titeln dabei. Zudem ist die Druckerei derzeit mit einem Stand auf der Frankfurter Buchmesse vertreten – je nachdem, wie welches Buch dort ankommt, kann sich das auch auf die Produktions-Kapazitäten in Leck auswirken.

Und auch bei den „Schönsten deutschen Büchern“ wurde CPI Clausen und Bosse jüngst für die Buchgestaltung ausgezeichnet, und zwar gleich drei Mal: „Winterjournal“ von Paul Auster, Sebastian Lörschers „Making Friends in Bangalore“ und „Die Zukunft des Mars“ von Georg Klein. Letzteres lobte die Jury der Stiftung Buchkunst unter anderem so: „Man merkt es schon auf den ersten Blick, das hier sollte das schönste Buch der Welt werden – und dieses Vorhaben ist wahrlich gelungen! In diesem Buch wird so meisterlich die ganze Klaviatur der Buchgestaltung abgespielt und dazu noch ein echtes Feuerwerk abgefackelt, dass es eine wahre Freude ist.“

Einbände, die sich sanft wie Seide anfühlen, Reliefprägungen, Silberelemente oder Titel, die im Dunkeln leuchten: Gemeinsam mit den Verlagen tüfteln die Experten aus Leck immer wieder an besonderen Covern. „90 Prozent der gedruckten Bücher sind normal – aber zehn Prozent sind anders. Der kreative Prozess macht wirklich Spaß“, so Sylvia Nissen.



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erstellt am 09.Okt.2014 | 14:41 Uhr

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