zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

20. Oktober 2017 | 02:18 Uhr

Am Anfang war „ein bisschen Kribbeln“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Als sein Bruder ihre Schwester heiratete, lernten sie sich kennen: Heute sind Liesbeth und Richard Pörksen seit 60 Jahren verheiratet

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2017 | 12:27 Uhr

„Wir haben immer alles zusammen gemacht und besprochen“, sagen die Eheleute Liesbeth und Richard Pörksen, die wohl auch deshalb heute sechs Jahrzehnte glücklich verheiratet sind. In geistiger Frische feiern sie das Fest der Diamantenen Hochzeit.

Kennen gelernt haben die beiden sich bereits 1955 bei der Hochzeitsfeier von Liesbeths Schwester Annelene und Richards Bruder Otto im Haus der Brauteltern in Meldorf-Hafen. „Da war gleich ein bisschen Kribbeln da“, bestätigen beide lächelnd. Fortan schrieben sich die jungen Leute. Richard aus Rodenäs besuchte seine Angebetete mit dem Motorrad in Meldorf. Der Gegenbesuch erfolgte via Zug bis Klanxbüll und dann weiter auf dem Motorrad von Hermann Petersen bis Rodenäs-Oldorf, wo die damalige Liesbeth Möller zunächst den kleiigen Fußweg bis zum Haus von Richard Pörksens Eltern nicht fand.

Liesbeth Pörksen wurde am 9. Dezember 1934 in Bargen bei Lunden als drittes von acht Geschwistern geboren. Da der Vater Wasserbauwerker war, zog die Familie bald in ein Haus unmittelbar am Innendeich von Meldorf-Hafen. Die Familie betrieb nebenbei auch eine kleine Landwirtschaft. Nach dem Schulbesuch in Elpersbüttel und Meldorf und der Konfirmation arbeitete sie in der Landwirtschaft und im Hotel, um kochen zu lernen. „Ich wäre gerne Krankenschwester geworden, aber die Schule kostete zu viel Geld“, bedauert Liesbeth Pörksen.

Ihr Ehemann Richard Pörksen erblickte am 8. April 1927 in Rodenäs als sechstes von elf Geschwistern das Licht der Welt. Auch sein Vater war Wasserbauwerker und betrieb daneben etwas Landwirtschaft. Nach Schule und Konfirmation in Rodenäs arbeitete er mit Pferden bei verschiedenen Bauern von Rodenäs bis nach Angeln. „Dann war einer zuhause vom Tisch weg – eine Lehre war nicht drin“, so Pörksen heute. Nach kurzem Kriegs- und Gefangenschafts-Intermezzo arbeitete er anschließend als Handlanger im Baugeschäft von Emil Ingwersen.

Im Mai 1956 verlobten sich Liesbeth und Richard Pörksen, am Tag der Silberhochzeit der Eltern der damals jungen Frau, bevor dann am 2. März 1957 die Hochzeitsglocken im Meldorfer Dom für das Paar läuteten. Die Hochzeitsfeier fand im Elternhaus in Meldorf-Hafen statt.

Unmittelbar danach zogen die frisch Vermählten nach Rodenäs in sein Elternhaus in der heutigen Pörksensiedlung. Fortan wurde am Gebäude um- und angebaut. Da putzten die jungen Eheleute Steine vom abgebrochenen Pastorat in Klanxbüll, um davon einen Stall bei ihrem Anwesen in Rodenäs zu bauen. So konnte die Landwirtschaft nach und nach erweitert werden, zeitweise auf bis zu 100 Mastschweine. Das wurde aber zu viel, betonen beide, zumal Richard Pörksen ab 1960 als Wasserbauwerker beim damaligen Marschenbauamt arbeitete und seine Prüfung dafür auf Nordstrand absolvierte.

Bis ihn 1972 eine schwere Krankheit zur Arbeitsaufgabe zwang und er notgedrungen in Frührente gehen musste. Ende der siebziger Jahre erfüllte sich dann Liesbeth Pörksen einen Kindheitstraum: Sie machte einen Lehrgang als Schwesternhelferin, um anschließend für das DRK in Rodenäs, Neukirchen und Emmelsbüll zu arbeiten.

Ihre große Leidenschaft ist das Handarbeiten, insbesondere Stricken und Nähen, auch in Gemeinschaft, wie beim SoVD. „Sie sitzt selten im Sessel ohne Handarbeiten“, sagt Ehemann Richard schmunzelnd. Der wiederum hat sich seit Jahren dem Teppich knüpfen verschrieben und hat schon so manche Schmuckstücke fabriziert. Seit 1959 ist er Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr Rodenäs, war dort viele Jahre Kassenwart und Schriftführer und ist heute Ehrenmitglied. Als Rentner sahen die Dorfbewohner ihn früher viel mit seinem Hund in Rodenäs spazieren. Im Oktober 2010 zogen die Eheleute Pörksen in eine schmucke Wohnung in die Süderlügumer Osterstraße, eine Umstellung, wie sie sagen. Denn in Rodenäs lebten sie alleine auf einem großen Grundstück und in Süderlügum nun in einem Mehrfamilienhaus. Aber sie fühlen sich dort sehr wohl, wie sie betonen.

Zu den Hobbys der Eheleute Pörksen gehören auch heute noch Skat- und Doppelkopfturniere, sowohl in Rodenäs als auch in Süderlügum. Früher gingen sie auch regelmäßig zum Kegeln und unternahmen Busreisen durch ganz Deutschland. Liesbeth und Richard Pörksen haben vier Söhne sowie elf Enkelkinder, dazu erwarten sie im nächsten Monat ihr erstes Ur-Enkelkind. Sie sind froh und dankbar darüber, dass sie noch alles selbst erledigen können. Nach der Einsegnung in der Süderlügumer Marienkirche wird das Jubelpaar mit einer großen Gästeschar im Landhaus Smaga feiern.




zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen