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Raumwechsel : Alwin-Lensch-Schule benötigt Platz

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Ausschussmitglieder plädieren fraktionsübergreifend für eine Nutzung des ehemaligen Förderzentrums durch die Grundschule

Die Alwin-Lensch-Grundschule (ALS) benötigt dringend Platz, denn im Zuge der Inklusion hat sie nicht nur die Förderschüler aufgenommen, auch Kinder von Flüchtlingen werden hier nun unterrichtet. Das führt wiederum dazu, dass in verschiedenen Gruppen, je nach Leistungsstand, unterrichtet wird. Und dafür reicht das bisherige Raumangebot bei weitem nicht aus. Das machten Daniela Holtemöller, Schulleiterin des Förderzentrums Südtondern, sowie Annett Lentfer, Schulleiterin an der Alwin-Lensch-Schule, deutlich. Gemeinsam erläuterten sie Mitgliedern des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport sowie des Hauptausschusses bei einer Begehung des ehemalige Förderzentrums die Probleme und warben dafür, das Schulgebäude vollständig durch die benachbarte ALS nutzen zu dürfen.

Erbaut wurde es vor etwa 20 Jahren als Drei-Harden-Schule und ist Eigentum der Stadt. Das Gebäude schließt optisch und auch baulich an die Alwin-Lensch-Schule an. Das ehemalige Förderzentrum ist seit dem Sommer zwar eine Schule ohne Schüler, aber die Räume sind keinesfalls ungenutzt. Zwei von ihnen sind derzeit noch an das „Haus Komet“ vergeben. Im Erdgeschoss gibt es bereits Räume, die von der Offenen Ganztagsschule (OGS) genutzt werden. Ohne eine feste Belegung sind derzeit lediglich zwei der Klassenzimmer. Sie werden als Ausweichräume genutzt.

„Inklusion wird überall groß geschrieben. Aber man muss auch die Räumlichkeiten dafür haben“, sagt Annett Lentfer. Nach aktuellem Stand werden im Sommer 92 Schüler die ALS verlassen, 62 neu eingeschult. Derzeit werden pro erste Klassenstufe etwa 28 Kinder unterrichtet. Und da wird es eng. Benötigt werden Räume für spezielle Unterrichte (Philosophie), für Sprachintensivmaßnahmen und als Lernbüro. Hier holen Kinder, die erkrankt waren, Unterrichtsstoff nach. Förderung des Nachwuchses – der könne angesichts der vielen unterschiedlichen Bedürfnisse an Betreuung nur in kleinen Gruppen erfolgen. Die Unterrichtseinheiten aber sind zu groß, berichtet Daniela Holtemöller. So hat in der DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) längst nicht jeder einen Platz, muss der eine oder andere schon mal auf dem Teppich Platz nehmen. 29 Kinder besuchen die Basisstufe. Bis zu 17 (vorgesehen sind sechs bis neun) drängen sich in diesen Raum, werden zeitgleich von zwei Lehrern unterrichtet. In einem Ausweichraum kümmern sich die Lehrkräfte um spezielle Förderkinder mit psychischen Problemen. Hier wird ihnen Grundlegendes beigebracht, was sie eigentlich schon aus dem Elternhaus mitbringen müssten: Persönlichkeitsbildung und Sozialverhalten. „Ein Akzeptieren, Respektieren und sich ertragen“, sagt Daniela Holtemöller. Bei vielen gebe es hier erhebliche Defizite. Platznot auch im Lehrerzimmer: Es wird von 30 Pädagogen der ALS und des Förderzentrums genutzt. Trotz der guten Struktur des ehemaligen Förderzentrum-Baus wird eine vollständige Nutzung nicht ohne Umbaumaßnahme vonstatten gehen. Die ehemalige Lehrküche ist veraltet und wird schlichtweg nicht mehr benötigt. Hier könnte künftig nach einer Entkernung und unter Zuhilfenahme des Nachbarraumes ein Speisesaal entstehen, der gemeinsam mit der Offenen Ganztagsschule genutzt wird. „130 Kinder sind derzeit zum Essen angemeldet – Tendenz steigend“, sagt Annett Lentfer. „Wir haben eine Warteliste.“

Der Fanfarenzug hatte um einen Raum für seine Instrumente gebeten, der soll – wenn auch befristet – durch den Bürgermeister freigegeben werden können. Der Rest, und da waren sich alle Ausschussmitglieder fraktionsübergreifend einig, sollte umgehend der ALS zur Verfügung stehen. Die Mietkonditionen gelte es noch festzulegen – und woher das Geld für den Umbau kommen wird.

 

 

 

 

 

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erstellt am 10.Dez.2015 | 00:32 Uhr

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