Besondere Lokomotive : Alte „Rundnase“ erfreut die Eisenbahn-Fans

Steht abfahrbereit in Niebüll: die wunderschöne NOHAB 1148 aus dem Jahre 1964.  pre 
Steht abfahrbereit in Niebüll: die wunderschöne NOHAB 1148 aus dem Jahre 1964. pre 

Derzeit zeigt sich am Kleinbahnhof eine Attraktion für Eisenbahn-Freunde: die NOHAB 1148.

shz.de von
21. Juli 2015, 06:00 Uhr

Fans alter Lokomotiven haben ein Ziel: Eine dunkelrote Schönheit, die NOHAB 1148, steht scheinbar abfahrbereit seit Tagen in Niebüll und wird gerne von Eisenbahnfreunden aus der Nähe betrachtet. Eigentümer der ehemaligen dänischen Diesellok ist eine Privatperson, die die Lokomotive an die Dänische Staatsbahn vermietet. „Die Lokomotive steht zu Wartungszwecken auf unserem Gelände“, erklärt neg-Geschäftsführer Ingo Dewald. Er sieht in der gut 50 Jahre alten Lokomotive keine Besonderheit, sondern eher den technischen Auftrag. „Sie hätte eigentlich längst weg sein müssen.“

Die neg Niebüll GmbH unterhält eine freie Werkstatt für Nutzfahrzeuge (Bus/Lkw) und Eisenbahnfahrzeuge mit zurzeit zwölf Mitarbeitern. Die Eisenbahn-Fans aus der Umgebung freut es. „Ich bin des öfteren hier, um den Anblick zu genießen“, erklärt Jakob Christiansen, der als Syltpendler häufiger zum Bahnhof eilen muss. Ein Kenner alter Lokomotiven: „Die 1148 besitzt die alte DSB-Farbgebung in Weinrot mit gefülltem Flügelrad. Allerdings sieht sie ohne Schneepflug ungewohnt hochbeinig aus.“

NOHAB ist die Bezeichnung für die europäische Lizenz-Variante der amerikanischen Standard-Lokomotiven der F-Reihe von EMD, seinerzeit einer Tochter des General Motors-Konzerns. Diese dieselelektrische Lok wurde von vielen Bahnverwaltungen in Ost- und Westeuropa in Varianten beschafft und ist noch heute im Einsatz. Dreh- und Angelpunkt der Entwicklung der Lokomotive in Europa war der schwedische Maschinen- und Lokbauer „Nydqvist och Holm AB“ (NOHAB) in Trollhättan, der 1949 die Lizenzen zum Bau von EMD-Dieselloks erhielt. Viele dänische NOHABs sind bei schwedischen Privatbahnen untergekommen.

Die typische Form der Fronten verschaffte den Lokomotiven den Spitznamen „Rundnasen“ oder „Rundsnuder“. 1999 haben sich Fans von NOHAB-Lokomotiven ( insbesondere der Baureihe M61 der Ungarischen Staatsbahn – MÁV) zusammengetan, um eine Stiftung zu gründen, die das Überleben dieser Maschinen erleichtern soll. pre
 

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