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Tag des offenen Denkmals : Alte Farben für Karlums Kirche

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Beim Tag des offenen Denkmals drehte sich alles um das Thema Farben sowie deren Symbolik und Auswirkungen auf den Menschen

An dem europaweit gefeierten „Tag des offenen Denkmals“ beteiligte sich auch die St. Laurentius-Kirche der Gemeinde Karlum. Dort stand das gesamte Programm unter dem Generalthema „Farbe“.

Mit Farben hatten sich bereits seit längerer Zeit der örtliche Kirchengemeinderat sowie der Freundeskreis des rund 800 Jahre alten Gotteshauses befasst. Beide streben an, gemeinsam einen neuen Innenanstrich des Gebäudes zu finden und sind bemüht, dabei das älteste aufgefundene Farbkonzept so originalgetreu wie möglich anzuwenden. In diesem Zusammenhang hatten sie die Dienste des Kirchenmalers Volker Lang, des Restaurators Markus Freitag sowie das fachliche Wissen des Architekten Pieter Dübbelmann in Anspruch genommen (wir berichteten).

Farben, deren Symbolik und Auswirkungen auf die Gemüter der Menschen standen auch im Fokus der von Pastor Hans-Joachim Stuck gehaltenen Predigt während des gut besuchten, von der Organistin Heike Reimers musikalisch ausgeschmückten Eröffnungsgottesdienstes. Besonders intensiv ging der Theologe dabei auf die Farben ein, die in der Bibel und dem kirchlichen Leben eine herausragende Rolle spielen, so auch auf die des Regenbogens als eines „Lichtzeichens Gottes“ für einen Frieden, zu dem jeder etwas beitragen könne.

Im Anschluss an den Gottesdienst erhielten alle Besucher Gelegenheit, sich im Vorraum der Kirche bei einem Imbiss zu stärken und ein Getränk zu sich zu nehmen. Sodann wies Dr. Karin Tuxhorn als Vorsitzende des Freundeskreises auf ein fachmännisch überarbeitetes, aus bunten Glasscherben gefertigtes Kirchenfenster hin, das im Eingangsbereich des Gotteshauses seinen Platz haben soll. Auch zeigte sie Tafeln vor, deren Farben in dem von Experten geschaffenen Konzept ermittelt worden waren. „Farbe ist ein Sinneseindruck und gestaltet unsere Lebenswelt“, so leitete die Referentin ihren Vortrag zum Thema des Tages ein, um anschließend auf die Symbolik der liturgischen Farben der Christen einzugehen: Weiß als Farbe des Lichts, Grün als Zeichen der Hoffnung und des Wachstums, Rot als Symbol der Liebe und Blau als Farbe der Reinheit und der aufs Unendliche gerichteten Sehnsucht.

Karin Tuxhorn stellte vier Kunstschaffende aus der hiesigen Region vor, die im Kirchenschiff eigene Werke präsentierten, zum Teil sogar selbst interpretierten. Catharine Meseritzer aus Niebüll, Mitglied des Künstlerkreises der Karrharde, zeigte realistische Ölbilder, deren Abbildungen der Natur abgeschaut waren und deshalb keines Dolmetschers bedurften. Auf den Bildern der Künstlerin Gebbe List-Petersen, Tochter des einst in Leck amtierenden Propsten Petersen, vereinen sich fließende Farben zu einem Ganzen und laden dazu ein, Figuren zu erkennen. Als ihr ganz besonders ans Herzen gewachsen wertete sie sechs Köpfe schwebender Engel von zauberhaftem Reiz. Suntka Poppinga, Karlum, sprach selbst über die von ihr gemalten Impressionen märchenhaften Inhalts, die den Betrachter in eine von Magie geprägte Welt versetzen. Der in Tinningstedt ansässige Kunstmaler Achim Götze erläuterte vier seiner eindrucksvollen, mit kräftigen Farben gestalteten Bilder zu religiös-sozialkritischen Themen ebenfalls persönlich.

Alle Wortbeiträge wurden musikalisch eingerahmt durch einfühlsam vorgetragene Orgelkompositionen, welche Heike Reimers der jeweiligen Stimmung der angesprochenen Bildergruppe geschickt anpasste. Besonders gut gelangen ihr die Wiedergabe je eines Präludiums von Johann-Sebastian Bach und Felix Mendelssohn-Bartholdy sowie die eindrucksvolle Interpretation einer von Karl-Ludwig Krebs verfassten Choralbearbeitung.

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