Niebüller fps : Als Fairtrade-School in die Ferien

Die Idee zu der Bewerbung hatte die FPS-Schülerin Ann-Kathrein Gräning.
1 von 2
Die Idee zu der Bewerbung hatte die FPS-Schülerin Ann-Kathrein Gräning.

An der Friedrich-Paulsen-Schule stehen künftig Nachhaltigkeit und fairer Handel verpflichtend auf dem Stundenplan.

shz.de von
06. Juli 2018, 17:59 Uhr

Strahlender Sonnenschein, ein Sportplatz gefüllt mit Blick auf die Ferien voller Vorfreude strotzende Schüler. Bessere Voraussetzungen konnte man zur Übergabe des Fairtradelabels an die Friedrich-Paulsen-Schule (FPS) nicht erwarten. Der Titel „Fairtrade-School“ bietet Schulen die Möglichkeit, sich aktiv für eine bessere Welt einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen.

Lea Münster und Jon Callsen, Schüler aus dem Arbeitskreis Fairtrade der FPS, erklärten das Drumherum. „Wir behandeln das Thema Fairtrade im Unterricht, haben Fairtradeschokolade am Schulkiosk, versuchen unser Verhalten beim Einkauf zu überprüfen.“ Bauernfamilien und Plantagenangestellte in den so genannten Entwicklungsländern lebten unter dem Druck des Weltmarktes, der schwankenden Preise und des ausbeuterischen lokalen Zwischenhandels. Fairtrade setze sich für diese Menschen ein und helfe ihnen dabei, dass sie einen fairen Preis für ihre Produkte erhalten. Mit dem festgelegten Fairtrade-Mindestpreis und der Fairtrade-Prämie bekämen die Menschen im Süden die Möglichkeit, ihre Lebensbedingungen aus eigener Kraft deutlich zu verbessern.

„Mit dem Titel Fairtrade-School könnt ihr euer Engagement nach außen tragen und euren Freunden und eurer Familie zeigen, wie kreativ ihr euch für den Fairen Handel an der Schule und im Schulumfeld einsetzt“, sagte Jon Callsen und erläuterte weitere Kriterien. „In mindestens zwei verschiedenen Jahrgängen muss in mindestens zwei unterschiedlichen Fächern Fairtrade im Unterricht behandelt werden. Mindestens einmal im Schuljahr muss es eine Schulaktion zum Thema Fairtrade geben.“

Die Idee zu der Bewerbung hatte die FPS-Schülerin Ann-Kathrein Gräning. „Ich habe es eher zufällig gelesen; und dann als Anregung weitergegeben.“ Der Arbeitskreis Fairtrade tagt regelmäßig einmal im Monat; hier werden auch Schulaktionen besprochen.

Da Niebüll bereits Fairtrade-Stadt ist, erschienen bei der Verleihung auch Amtsdirektor Otto Wilke, Kurt-Heinz Jappsen (Steuerugsgruppe Fairtrade der Stadt) und Marketingchef Holger Heinke. „Es ist wunderbar, dass die FPS jetzt Fairtradeschule ist“, rief Holger Heinke aus. Er selbst nehme das Thema Nachhaltigkeit und Konsum immer ernster. Albert Röhl von der Organsiation Transfair lobte Niebüll als „gutes Pflaster“. „Hier ist schon viel passiert“, sagte der Ehrenamtler aus Elmshorn. „Und die FPS hat ein flottes Tempo vorgelegt.“ In Schleswig-Holstein seien bereits 15 Schulen ausgezeichnet worden. Gleichzeitig mahnte er: „Alle zehn Sekunden stirbt ein Kind an Unterernährung!“ Mit dem Kauf von Fairtrade-zertifizierten Produkten hätten die Käufer die Gewissheit, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauernfamilien und Beschäftigten in den Produzentenländern durch die Fairtrade-Standards verbessert und keine Kinder ausgebeutet werden. Regelmäßige Kontrollen sorgen dafür, dass die Fairtrade-Standards in den jeweiligen Ländern eingehalten werden.

„Es ist ein Auftakt“, sagte Schulleiter Eckhard Kruse, „wir müssen weiter machen.“ Die Schüler zeigten sich beeindruckt; sie haben das Thema längst auf ihren Fahnen. „Wir werden im ersten Halbjahr eine Projektwoche machen“, erklärte Lehrerin Kirsten Lüders, die auch im Arbeitskreis aktiv ist. Dann ging es für Schüler und Lehrer in die Sommerferien – mit dem Fairtradegedanken im Kopf, natürlich.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen