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60 jahre Ehe : Als die Nachbarskinder sich verliebten

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Seit 60 Jahren sind Henny und Karsten-Tüchsen Hansen verheiratet: Heute feiert das Ehepaar aus Süderlügum Diamantene Hochzeit

Heute feiern Henny und Karsten-Tüchsen Hansen aus Süderlügum ihre Diamantene Hochzeit. Das Fest wird mit einer großen Gästeschar im Landgasthof Fegetasch in Neukirchen begangen. Dort wird Pastor i. R Ludwig Bultmann auch die erneute Trauung des Jubel-Paares vornehmen, das sich vor 60 Jahren das Ja-Wort gegeben hat.

Beide kennen sich schon seit der Schulzeit, als Henny in den Ferien oft zu Besuch bei ihren Großeltern im Aventofter Ortsteil Hungerburg war und gerne den Angora-Kaninchenbock vom Nachbarsjungen Karsten-Tüchsen kaufen wollte. Aber ihr Vater konnte sich mit ihm nicht über den Preis einigen.

Henny Hansen, auch geborene Hansen, kam 1930 in Hörnum als erstes Kind zur Welt, das überhaupt jemals im südlichsten Dorf der Nordseeinsel geboren wurde. Nach der Einschulung in Rantum kam sie über die Schule auf dem Hörnumer Flugplatz zur Mittelschule nach Westerland, die sie bis zum Bombenflug auf Sylt bis 1945 besuchte. Da der Vater im Krieg war und erst 1946 nach Hause kam, half sie zunächst ihrer Mutter, die in Hörnum ein Pferdefuhrgeschäft mit vier Gespannen betrieb. Bald zog die Familie nach Aventoft, um dort in Hungerburg den elterlichen Betrieb väterlicherseits zu übernehmen.

Karsten-Tüchsen Hansen kam 1931 in Aventoft zur Welt, besuchte dort von 1937 bis 1945 die Schule. Bis 1948 arbeitete er auf dem elterlichen Hof, um dann für kurze Zeit nach Rodenäs in Stellung zu gehen. Nach zweijährigem Besuch der Landwirtschafts-Schule in Niebüll, zog es ihn wieder nach Hause, um in Hungerburg zu arbeiten.

1952 verlobten sich die Nachbarskinder, die beide keine Geschwister haben. Nach der Hochzeit am 11. Oktober 1954 zogen die Eltern von Karsten-Tüchsen Hansen auf Abnahme in den Fischerweg, so dass die jungen Leute gleich deren Hof übernahmen. Es wurde die für die damalige Zeit typische allgemeine Landwirtschaft mit Tierzucht und Ackerbau betrieben. Bis zur Aussiedlung des Betriebes 1958 in den Waldweg arbeitete der Ehemann noch nebenbei in der Drainage.

Nachdem sich herausstellte, dass innerhalb der Familie niemand in der Landwirtschaft arbeiten wollte, gab die Familie 1978 die Milchviehhaltung auf und betrieb nur noch Ackerbau und Schafzucht, bis eine Krankheit Karsten-Tüchsen Hansen 2001 ganz zur Aufgabe zwang. Sechs Jahre später verkauften die Eheleute ihren Resthof und zogen nach Süderlügum, um in einem schmucken Haus ihren Altersruhesitz zu genießen.

Seit 1962 fahren die Eheleute regelmäßig, wenn auch in letzter Zeit seltener, durch ganz Europa in Urlaub und spielen jede Woche mit Bekannten Karten. Karsten-Tüchsen Hansen gehörte mehr als 30 Jahre der Aventofter Feuerwehr an und war lange deren Gruppenführer. Heute fährt er täglich mit seinem E-Fahrrad mindestens 50 Kilometer – bei Wind und Wetter, denn er hat für jeder Wetter-Situation die passende Garderobe. Henny Hansen, die fleißig Tagebücher schreibt, liebte Handarbeiten, die sie jedoch vor fünf Jahren krankheitsbedingt aufgeben musste.

Beide Jubilare betonen, dass sie stets an einem Strang gezogen haben und alle Entscheidungen gemeinsam getroffen haben – auch heute noch. Nachdem ihr erstes Kind im Säuglingsalter verstorben ist, freut man sich heute über vier verheiratete Kinder, elf Enkel und vier Ur-Enkelkinder. Einen schweren Schicksalsschlag musste die Familie vor zwei Jahren hinnehmen, als der älteste einen Unfall erlitt und derzeit in einem Spezial-Heim in Glücksburg im Wach-Koma liegt. Die Eltern besuchen ihn dort regelmäßig jede Woche und leiden sehr darunter, ihm nicht helfen zu können. Aber trotzdem blicken sie optimistisch in die Zukunft.

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erstellt am 11.Okt.2014 | 05:00 Uhr

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