Skandaløs-Festival : „Alle sind hier so entspannt“

_dsc0269 (2)
1 von 5

Mehr als 4000 Besucher haben am Hülltofter Tief in Neukirchen gefeiert. Etwas Aufregung gab es um einen betrunkenen Schwimmer, der jedoch unversehrt wieder auftauchte.

Avatar_shz von
06. August 2017, 14:37 Uhr

Ein bisschen Sonne, aber auch viel Regen und Wind: Vom durchwachsenen nordfriesischen Wetter ließen sich die Besucher des Skandaløs-Festivals in Neukirchen die Laune nicht vermiesen. „Alles ist einfach hammergeil“, war das Fazit von Finja aus Niebüll am letzten Festivaltag. „Ich bin begeistert, weil alle hier so mega-entspannt sind“, fasste Anke aus Flensburg die besondere Atmosphäre rund um den Badesee Hülltofter Tief zusammen.

Musik, Kleinkunst und viel mehr: Drei Tage lang haben mehr als 4000 Menschen gemeinsam getanzt, gefeiert und gecampt – allen Wetterkapriolen zum Trotz. „Der Regen hat den Anreise-Prozess am Donnerstag ziemlich verlangsamt“, berichtete Skandaløs-Pressesprecher Karsten Bahnsen. Weil die Koppel-Parkplätze aufgeweicht waren, kamen schon beim Einparken hiesiger Landwirte mit großen Schleppern zum Einsatz. Am Freitag habe wegen der Wetterlage kurzfristig die Überlegung bestanden, den Campingplatz zu evakuieren, hieß es von der Einsatzleitung der Rettungskräfte vor Ort. Jedoch: Alles durfte weitergehen wie geplant. Gegen 23 Uhr wurde es für die Rettungskräfte noch einmal aufregend: Ein reichlich alkoholisierter Festivalgast sei allen Warnungen zum Trotz in den Badesee gestiegen und habe einen mehr als halbstündigen Großeinsatz ausgelöst: „Wir haben sogar den See ausgeleuchtet.“ Am Ende stellte sich heraus: Der Schwimmer war an einer anderen Stelle aus dem See gestiegen und unversehrt.

Rund 30 Vorfälle hat es laut Festival-Einsatzleitung insgesamt an den drei Festivaltagen gegeben, darunter fünf Transporte ins Krankenhaus. „Das ist für eine Veranstaltung dieser Größenordnung relativ wenig. Und es waren auch nur normale Vorfälle wie Schnittverletzungen oder ,Zeltstange trifft Kopf‘, es gab nicht eine einzige Hauerei“, berichtete ein Sprecher der Rettungskräfte. 30 Kräfte des Arbeitersameriterbunds, 8 vom Rettungsdienst Promedica,2 DLRG-Leute und 6 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Neukirchen waren pro Schicht für die Unversehrtheit der Besucher im Einsatz.

Zum Gelingen des Festivalablaufs insgesamt haben laut Pressesprecher Karsten Bahnsen rund 400 ehrenamtliche Helfer beigetragen. Und das Programm konnte sich wirklich sehen und hören lassen. Neben deutschen Indie-Bands wie Von wegen Lisbeth und Schnipo Schranke standen auch internationale Künstler wie die australische Band Parcels auf der Bühne. An der Gestrandet-Stage direkt an der Badestelle konnten die Festival-Besucher im Strandsand tanzen. Jazz und gesellschaftspolitische Fragen waren Themen auf der neuen Kluntjes-Bühne. Dazu gab es Kunstperformances, Workshops, eine Friesenolympiade mit Gummistiefel-Weitwurf und noch viele Möglichkeiten mehr zum Kreativsein und Spaßhaben. „Das alles hier ist so viel mehr als Koppelrock“, so Karsten Bahnsen. „Die Besucher merken und honorieren, dass im Festival viel Herzblut steckt – deshalb nehmen sie es auch nicht krumm, wenn mal etwas nicht ganz optimal läuft.“

Ausrichter der Veranstaltung, die alle zwei Jahre stattfindet, ist seit dem ersten Festival 2011 der gemeinnützige Verein Kulturflut Skandaløs. Die Veranstaltung hat sich von Mal zu Mal vergrößert – damit das Festival auch weiterhin stattfinden kann, hat sich der Vereinsvorstand an den Kreis Nordfriesland gewandt, um Fördermöglichkeiten zu erschließen. Und die Chancen stehen offenbar nicht schlecht: Landrat Dieter Harrsen habe am Freitag das Festival besucht und sich begeistert von der Atmosphäre gezeigt, berichtete Karsten Bahnsen. „Er hat uns signalisiert, dass es ihm ein großes Anliegen ist, dass das Skandaløs-Festival fortbesteht.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen