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Hundezählung in Niebüll : Alle Haushalte bekommen demnächst Besuch von Kontrolleuren

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Stadt rät, bisher steuerfrei lebende Vierbeiner schnell anzumelden.

shz.de von
erstellt am 12.Jul.2017 | 05:25 Uhr

Die Stadt Niebüll startet ihre erste Hundezählung. Grund: „Gefühlt sieht man in der Stadt weit mehr Hunde als die 503, die derzeit gemeldet sind“, sagt Bürgermeister Wilfried Bockholt. Die Stadt geht davon aus, dass rund 20 Prozent der in Niebüll lebenden Vierbeiner nicht angemeldet sind. Schon bald wird es Gewissheit geben, ob dies tatsächlich so ist. Dafür werden alle Haushalte im Stadtgebiet in den nächsten Wochen Besuch bekommen – und zwar von den Mitarbeitern der beauftragten Firma Springer Kommunale Dienste GmbH, 52351 Düren.

Die Hunde-Kontrolleure sind wochentags in der Zeit von 10 bis 20 Uhr und sonnabends bis 17 Uhr unterwegs. Die Mitarbeiter sollen durch Befragung den tatsächlichen Hundebestand ermitteln. Dazu trägt jeder Mitarbeiter sichtbar eine vom Amt Südtondern ausgestellte Legitimation. Für die Befragung werden die Wohnungen nicht betreten und keine Steuern oder Gebühren vor Ort erhoben, teilt die Stadt Niebüll mit.

Falls die Kontrolleure bisher nicht gemeldete Hunde feststellen, müssen die betroffenen Hundehalter mit einer rückwirkenden Steuerfestsetzung rechnen. Zudem können Bußgelder bis zu 500 Euro geltend gemacht werden. Daher empfiehlt die Stadt jedem Hundehalter, sein Lieblingstier schnellstens anzumelden. „Nur so kann sich der Bürger Unannehmlichkeiten ersparen“, teilt die Stadt mit. Bisher steuerfrei lebende Hunde können in der Amtsverwaltung Südtondern, Marktstraße 12, im Zimmer 1.28, Telefon 04661/601- 233 oder -235 angemeldet werden.

Derzeit beträgt die jährliche Hundesteuer für den ersten Hund 75 Euro, 85 Euro für den zweiten Hund sowie 95 Euro für jeden weiteren Vierbeiner. Bestätigt sich die Vermutung, dass es zahlreiche nicht gemeldete Hunde gibt, kann also – inklusive der möglichen Bußgelder – mit einer kräftigen zusätzlichen Einnahme gerechnet werden. Doch die Aufbesserung der Stadtkasse, so betont der Bürgermeister, ist nicht der vorrangige Grund für den Beschluss, Niebülls Hunde zu zählen. „Es geht vor allem um die Steuergerechtigkeit gegenüber jenen Hundebesitzern, die ihre Tiere angemeldet haben“, sagt Wilfried Bockholt.

Bisher würden diese Halter allein die Kosten finanzieren, die in einer Stadt wie Niebüll mittlerweile durch oder für Hunde entstehen. Wie zum Beispiel die Herrichtung eines Übungsgeländes für den Gebrauchshundesportverein am Legerader Wald, die Schaffung eines Hundefreilaufs hinter dem Bauhof, die zum Beispiel für die Anleinpflicht erforderliche Beschilderung sowie die Beschaffung, Montage und Bestückung von zahlreichen Hundekottütenspendern und auch die Entsorgung gefüllter Kotbeutel aus den Müllbehältern der Stadt.

Weitere Kosten kommen auf die Stadt nun auch durch die über mehrere Wochen laufende Hundezählung zu. Was wird dafür aufgewendet werden müssen? „Die Frage nach den Kosten ist eine zu einem Vertragsinhalt mit einem externen Unternehmen“, antwortet Wilfried Bockholt, der um Verständnis dafür bittet, „dass ich dazu keine konkrete Auskunft geben kann“. Die erfolgsabhängige Konstruktion der Honorierung lasse aber erwarten, dass der kalkulierte Hundesteuer-Mehrertrag eines Jahres die Kosten decken wird, sagt der Bürgermeister. Demnach geht die Stadt davon aus, dass in der Tat weit mehr beste Freunde des Menschen als bisher gemeldet in Niebüll leben. 

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