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Nordfriesland Tageblatt

19. August 2017 | 19:02 Uhr

Friesenverein : Albert Panten übernimmt

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Der Niebüll-Deezbüller Friesenverein hat einen neuen Vorsitzenden / Neue Mitglieder dringend gesucht

Großer Wechsel im Vorstand des „Frasche Feriin for Naibel-Deesbel än trinambai“, wie sich der Niebüll-Deezbüller Friesenverein in der mooringer Mundart der friesischen Sprache nennt. Neuer Vereinsvorsitzender ist jetzt Oberstudienrat a.D. Albert Panten. Er trat die Nachfolge von Carsten Bernhard Carstensen an, der in das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden wechselt. Neuer Schriftführer wurde Karl-Wilhelm Teske als Nachfolger von Greta Johannsen, die als Beisitzerin im Vorstand bleibt, während Heinz Hansen als Schatzmeister wiedergewählt wurde.

Diesen Veränderungen stimmte die Jahresversammlung zu, die im Jugendheim des TSV Rotweiß tagte. Albert Panten ist im mittlerweile 136 Jahre alten Friesenverein den neunte Vorsitzende nach Pastor Friedrich August Feddersen, Johannes Müller, Julius Momsen, Broder Claussen, Emil Ewald, Konrad Bendsen, Günter Jappsen und Carsten Bernhard Carstensen. Den scheidenden Vorstandsmitgliedern wurde in gebührender Form gedankt. Die Wechsel kamen nicht überraschend, waren lange auf lange Sicht vorbereitet und lassen erwarten, dass die Vereinsarbeit erfolgreich fortgesetzt wird.

Carsten Bernhard Carstensen erstattete der Versammlung den Jahresbericht für 2014. Danach begann das Jahr wie gehabt mit dem Biikebrennen. Wie üblich wurden die alljährlich anstehenden Termine wahrgenommen. Der Frasch Scheew unter Leitung von Greta Johannsen besuchte örtliche Altenheime. Im Zentrum vereinsinterner Aktivitäten stand wie immer das Friesische Museum. Mithilfe der Stadtwerke wurde die Beleuchtung optimiert. Feudel und Besen zum Frühjahrsputz schwangen Vorstandsmitglieder. Eine Hamburger Restauratorin verlieh fünf alten Schränken neuen Glanz. Das Kinderfest auf der Museumswiese wurde wie zu Omas Zeiten gefeiert. Textilien aus dem Museum erfuhren fachmännische Pflege durch eine Restauratorin aus Lübeck.

Carsten Bernhard Carstensen schloss seinen letzten Jahresbericht mit der Aufforderung an die Versammlung, sich um neue Mitglieder zu bemühen. Der (wie seit Jahren) stark überalterte Verein braucht frisches Blut. Und das über 80 Jahre alte Museum könne der Öffentlichkeit auch nur weiterhin präsentiert werden, wenn sich im Verein mehr Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich engagieren. „Werben Sie bitte neue Mitglieder!“

Finanziell steht der Friesenverein gesund da – allerdings auch dank etlicher Förderer, wie Schatzmeister Heinz Hansen vortrug und einen Etat mit einem Volumen von knapp 38  000 Euro bewirtschaftete und ein Plus von 4500 auf dieses Jahr vortragen konnte.

Aus der friesischen Vereinsnachbarschaft kamen anerkennend-herzliche Grußbotschaften. Bürgermeister Wilfried Bockholt attestierte dem Friesenverein reges Leben und reihte das Friesenmuseum in den Kreis der drei Niebüller Museen ein, die eindrucksvoll Heimatkunde, Kultur und Natur repräsentieren. Vom „großen“ Nordfriesischen Verein teilte Geschäftsführer Wolf-Rüdiger Konitzki mit, dass am 30. Mai ein großer Friesentag stattfindet und sechs Kinderfreizeiten geplant sind.

Zum Ausklang der Mitgliederversammlung noch dies. Greta Johannsen las aus einem der Hefte, in denen Vereinsgönner Kurt Jannsen seine Gedanken über Nordfriesland, die Nordfriesen und speziell über sein Deezbüll niedergeschrieben hat – alles in allem eine Liebeserklärung an sein Heimatdorf. Albert Panten hat im Museum längst vergessene Aufzeichnungen „ausgegraben“ – unter anderem „Fundamente des Rechnens“ und Skizzen von Carl-Ludwig Jessen – und zeigte Kostproben seiner Entdeckungen auf der Leinwand. „In unserem Museum ruhen noch viele unentdeckte Kostbarkeiten“, machte er schon mal neugierig auf das, was noch kommen kann.

 

 

 



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erstellt am 14.Mär.2015 | 05:00 Uhr

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