Ein Apfelexperte und die Landfrauen : Agathe und der Niebüller Prinz

Apfelexperte Johannes Boysen hatte viel über die runde Frucht zu berichten.  Foto: jok
Apfelexperte Johannes Boysen hatte viel über die runde Frucht zu berichten. Foto: jok

"Rund um den Apfel" lautete das Thema bei der Herbstversammlung des Landfrauenvereins Leck

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21. Oktober 2011, 08:03 Uhr

Leck | Glänzend oder matt, fest oder etwas weicher, süß, weinsäuerlich oder aromatisch mild - die Auswahl an Apfelsorten ist groß. Rund 50 von über 320 seines Sortiments präsentierte Johannes Boysen in der Nordsee-Akademie. Vor knapp 90 Landfrauen und ihren Partnern referierte er anschaulich über Boskop, Cox & Co.

"Rund um den Apfel" hatte der Landfrauenverein Leck seinen Herbstabend betitelt. Das animierte Vorsitzende Telse Nommensen, über die Symbolik dieser Frucht zu sinnieren: "Der Apfel steht in vielen Kulturen für Liebe und Fruchtbarkeit, der Apfelbaum gilt als Baum des Lebens". In die "praktische Materie" stieg Johannes Boysen von der Baum- und Rosenschule Niebüll ein. "Wenn Sie die Kerne eines Apfels in die Erde stecken, wächst daraus immer eine neue Sorte. Deshalb müssen die Obstbäume zwecks Vermehrung veredelt werden. Das ist unser Handwerk", erklärte der Inhaber des über 160 Jahre alten Betriebes, den er 1976 von seinem Vater übernommen hat.

Die alten Apfelsorten hat Boysen beibehalten und zählt dazu unter anderem den "Cox", der 1825 in England gefunden wurde, den "Gravensteiner" (1795) und den "Schleswiger Erdbeerapfel" aus dem 15. Jahrhundert. Der "Edelborstorfer" kann gar auf das Jahr 1175 zurückdatiert werden. "Die ältesten Apfelbäume stehen heute in Kasachstan, sie sind 300 Jahre alt und 30 Meter hoch", erzählte der Gärtner. In eine weitere Rubrik packte er die Standard-Äpfel wie Jona und Elstar, die jeder kennt und mag und die in Massen produziert werden. "Agathe" kommt aus Klanxbüll und ist eigentlich nur an der Westküste zu haben. Wie sie gibt es viele regionale Sorten, darunter der "Föhrer Weinsaurer" oder "Professor Paulsen" aus Langenhorn. Den "Niebüller Prinzen" hat Johannes Boysen am Wegesrand entdeckt: "Er leuchtete so schön."

Welche Baumart sollte man wählen: Spalier-, Spindel-, Hochstammbaum oder doch lieber einen Busch? Johannes Boysen verdeutlichte Vor- und Nachteile, pries insbesondere den Mehr-Sortenbaum: "Sie haben alle Möglichkeiten, man kann den Baum nach Belieben veredeln". Von der Bodenpflege über das Anpflanzen, Düngen, Bewässern, die Schädlingsbekämpfung, den fachmännischen Baumschnitt bis hin zur richtigen Lagerung (dunkel, kühl, luftig) erzählte der Fachmann alles Wissenswerte. Und noch etwas müsse man beachten: Die Pflückreife sei nicht gleich die Genussreife. "Weil das unterschiedlich ist, sollten Sie unbedingt den Sortennamen behalten, alles andere ist nachzulesen", riet Johannes Boysen den Landfrauen in seinem lebhaft und engagiert dargebotenen Vortrag.

Mit viel neuem Wissen ausgestattet ging es ans Buffet: Die Küche der Nordsee-Akademie lud zu Apfelpizza mit Hackfleisch, Fitness Rohkost-Salat, Currysuppe mit Porree und Apfel, marinierten Apfelspalten mit Käse sowie Quarkauflauf mit Vanillesoße.

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