Kirchengemeinde Braderup-Klixbüll : Älteren Menschen Freude bringen

Die Frauen vom Besuchskreis erfahren viel positive Rückmeldung.  Foto: kon
Die Frauen vom Besuchskreis erfahren viel positive Rückmeldung. Foto: kon

Im Pastorat treffen sich viele Menschen mit unterschiedlichen Interessen. Ob Krabbelgruppe, Spielkreis, Gospelchor oder Pfadfinder, täglich pulsiert das Leben in den Räumen.

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09. Februar 2013, 09:29 Uhr

Braderup | Als insgesamt zehnte Gruppe haben sich jetzt sieben Frauen zu einem festen Besuchskreis für ältere Gemeindeglieder zusammengefunden. Die Initiative hat Pastor Jens-Uwe Albrecht ergriffen, der sich zeitlich außer Stande sieht, in den fünf zur Kirchengemeinde gehörenden Dörfern (Braderup, Uphusum, Holm, Bosbüll und Klixbüll) alle Gemeindeglieder ab 80 Jahren zu ihren Geburtstagen und sonstigen Jubiläen wie Goldenen Hochzeiten zu besuchen. "Das kann er gar nicht schaffen", sagen auch die Frauen. "Er macht neben seiner Arbeit als Gemeindepastor ja unter anderem auch noch Krankenbesuche, leitet den Gospelchor und die Gitarrengruppe." Pastor Albrecht wird aber alle Gemeindeglieder ab dem 90. Lebensjahr besuchen.

Waltraut Mathiesen, Anne Jacobsen, Isolde Hellwig (alle Braderup), Monika Anthoniesen (Holm), Gisela Büttner (Bosbüll), Ursula Ingwersen und Angela Andersen aus Klixbüll erklärten sich bereit, die Geburtstagsbesuche ab 80 Jahre zu übernehmen. Sie sind jeder Zeit offen für weitere - auch männliche - Besucher.

Inzwischen lebten in den Dörfern sehr viele alte Menschen, haben die Frauen registriert, die gerade eine Statistik erstellen und dabei im Kirchspiel Braderup-Klixbüll auf 170 Einwohner gestoßen sind, die mehr als 70 Jahre zählen. "Der demografische Wandel macht sich schon bemerkbar."

Der Kreis trifft sich regelmäßig, um in Listen festzulegen, wer wen und wann besucht. Mit in der Runde sitzt Gemeindesekretärin Carmen Lohn, die den seit längerer Zeit erkrankten Pastor vertritt. Sie hat die Listen ausgedruckt. Wer in der Nähe der Jubilare wohnt oder sie persönlich gut kennt, besucht sie. Anne Jacobsen: "Es kommt natürlich auch mal vor, dass derjenige keine Zeit hat, dann übernimmt ein anderer von uns den Besuch."

Die Frauen haben in der kurzen Zeit seit Gründung ihres Kreises bereits viel positive Rückmeldung erhalten. "Für manche von den älteren Menschen ist unser Besuch willkommener Kontakt zur Gemeinde", erzählt Ulla Ingwersen. So auch für eine Frau, die seit fünf Jahren ihr Bett nicht mehr verlassen kann. Sie freut sich, wenn ihr jemand zuhört. "Das ist ganz wichtig."

Die Besuchsdamen klingeln meistens morgens um 11 Uhr bei "ihren Geburtstagskindern" an der Haustür, oder nachmittags nach 15 Uhr. Natürlich kommen sie nicht mit leeren Händen, sondern haben für alle ein kleines Geschenk dabei. Isolde Hellwig: "Mit der Zeit wissen wir, was angebracht ist; wer nicht mehr so gute Augen hat, bekomme nicht unbedingt etwas zu lesen."

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