Viele Beschlüsse : Achtrup spart für Wiederaufforstung

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Die Gemeindevertretung hat mit langer Tagesordnung getagt. Themen waren unter anderem Wiederaufforstung und das Konzept für das geplante Fernwärmenetz.

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22. Juni 2014, 12:28 Uhr

Zur jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung Achtrup fanden sich 40 Zuhörer ein, die mit Interesse verfolgten, wie das tagende Gremium ein breit gefächertes Programm abarbeitete.

Im Zuge der Berichte der Ausschussvorsitzenden gab Norbert Nielsen für den Wege- und Umweltausschuss bekannt, die Straßenseitenkanten der sanierten „Norderstraße“ seien gemäht worden. Einige Bäume müssten wegen ihrer Schieflage noch gefällt werden. Der Gemeindewald sei aufgeräumt, der Wegehobel einer Nachbargemeinde ausprobiert worden. Die Gemeindevertreter waren sich einig, sich an dem Gerät finanziell beteiligen zu wollen. Gesucht wird nur noch jemand, der den Wegehobel per Traktor bedienen kann.

Im Namen des Bau- und Wegeausschusses teilte Holger Siem mit, der Spielplatz am „Mühlenberg“ werde in Kürze hergerichtet. Alle übrigen Spielplätze der Gemeinde müssten dahingehen überprüft werden, welche bei der jüngsten Besichtigung beanstandeten Geräte repariert beziehungsweise abgebaut werden müssen. Als Sprecherin des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport erinnerte Berit Hagen an die Vereinbarung, dass Jugendlichen, die Druckerzeugnisse oder Tonträger bei öffentlichen Büchereien ausleihen, die damit verbundenen Gebühren erstattet bekommen. Da die Laufbahn auf dem Sportplatz kaum noch benötigt wird, ihre Pflege jedoch viel Arbeit erfordert, sei zu überlegen, ob man sie nicht entfernen sollte. Der Schulstandort Achtrup der Grundschule Ladelund-Achtrup weise aktuell 51 Kinder auf. Zum nächsten Schuljahr sei mit zwölf Abgängern, aber auch 16 Neuzugängen zu rechnen. In den Sommerferien solle ein Klassenraum renoviert werden. Es werde vom kommenden Schuljahr an ein Schulbus nach Schafflund fahren, der auch von Privatpersonen unentgeltlich genutzt werden dürfe.

Wichtigste Aussage der Vorsitzenden des Finanzausschusses, Inge Wagner, war, dass alle Einnahmen aus dem Verkauf des im Wald angefallenen Holzes nicht ausgegeben, sondern für eine spätere Wiederaufforstung verwahrt werden. Bürgermeister Uwe Matthiesen listete in seinemBericht Termine auf, die er im Interesse der Gemeinde wahrgenommen hatte. Anschließend gab er bekannt, die Umrüstung der Straßenlampen auf LED-Technik sei in Angriff genommen worden. Insgesamt habe man 62 der 187 Lampen der neuen Technik angepasst.

Friedlinde Grabert, Leiterin der DRK-Sozialstation Karrharde/Leck-Süderlügum Neukirchen, stellte das nach dem Vorbild des „Bielefelder Modells“ entworfene Konzept der Beschäftigung eines „Kümmerers“ vor. Dieser soll als Sozialarbeiter dafür sorgen, dass möglichst viele ältere Einwohner möglichst lange in ihrem häuslichen Umfeld oder in der neuen, als „Musterobjekt“ anerkannten DRK-Wohnanlage, verbleiben können. Die Personalkosten werden zu 80 Prozent gefördert. Die restlichen 20 Prozent müssen sich die am Vorhaben beteiligten Gemeinden teilen. Die Gemeinden Karlum und Ladelund haben ihr Interesse daran bereits bekundet. Da noch kein genauer Kostenplan vorlag, fasste die Gemeindevertretung den einstimmigen Beschluss, die – sehr positiv gesehene –Angelegenheit zunächst dem Finanzausschuss zur Beratung vorzulegen.

Klaus Thomsen und Klaus Ritthoff von der Achtruper Firma Gottburg stellten das Konzept für das geplante Fernwärmenetz vor. Am 2. September 2013 wurde die Genossenschaft „Wärmeversorgung Achtrup e.G.“ gegründet (wir berichteten). Sie weist aktuell 83 Mitglieder auf. In der „Ladestraße“ soll ein massives Heizhaus mit Blockheizkraftwerk (BHKW) und zusätzlichem Reservekessel gebaut werden. Der erzeugte Strom soll verkauft, die Abwärme des Motors für die Wärmeversorgung genutzt werden. Vorgesehen ist, keinen Gewinn zu erwirtschaften, sondern in wirtschaftlich vertretbarer Weise nach und nach möglichst viele Haushalte anzuschließen. Zur Zeit kommen dafür 77 Wohnstätten infrage. Der Trassenbau werde einige Monate in Anspruch nehmen. Nachdem der 2. stellvertretende Bürgermeister, Udo Hinrich, den Referenten gedankt hatte, einigten sich die Angehörigen der Gemeindevertretung – bei einer Enthaltung – dahingehend, einen im Entwurf vorliegenden Konzessionsvertrag über die Verlegung von Fernwärmeleitungen zu akzeptieren. Die Vorstandsmitglieder Birgit Ott und Jörg Windheuser sowie Udo Hinrichs seitens der Gemeinde unterzeichneten auf der Stelle vorbereitete Ausfertigungen des Vertrags.


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