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Neue Häuser : Achtrup darf überraschend neues Baugebiet ausweisen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Mit der Zusage für den 1540-Seelen-Ort kam hatte Bürgermeister Uwe Matthiesen nicht gerechnet.

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Die Gemeinde Achtrup hat gewagt – und gewonnen: „Wir freuen uns sehr, vor allem, weil wir gar nicht damit gerechnet haben“, sagt Bürgermeister Uwe Matthiesen. Der Grund zur Freude ist ein neues Baugebiet, das die Gemeinde unverhofft ausweisen darf.

Denn: Das Land Schleswig-Holstein hat für kleinere Gemeinden einen festen Rahmen für die Wohnungsbauentwicklung gezimmert. „In Gemeinden, die keine Schwerpunkte sind, können im Zeitraum 2010 bis 2025 (...) neue Wohnungen im Umfang bis zu zehn Prozent in den ländlichen Räumen gebaut werden“, heißt es im aktuellen Landesentwicklungsplan. Zu jenen „Nicht-Schwerpunkten“ gehört die Gemeinde Achtrup. Zwei Baugebiete aus jüngerer Vergangenheit gibt es dort bereits: „Am Mühlenberg“ und „Ahornweg“.

Der 1540-Seelen-Ort Achtrup ist laut Bürgermeister Matthiesen eine wachsende Gemeinde, die gerne Bauherren in spe Grund und Boden bieten möchte. „Am Mühlenweg“ ist jedoch längst alles bebaut, und auch im „Ahornweg“ haben bis auf zwei alle Grundstücke Käufer gefunden. Auch wenn die Achtruper Gemeindevertreter die Quote der Landesplanung erfüllt wähnten, wagten sie einen Antrag auf ein drittes Baugebiet, unterstützt von einer Landesplanerin. Die Expertin habe zwar zugeraten, es einfach einmal zu versuchen, dennoch sei der Ausgang des Unternehmens „Neues Baugebiet“ ungewiss gewesen. Doch die Kosten für die Landesplanerin haben sich gelohnt: „Wir hatten unsere Quote offenkundig doch noch nicht erreicht und die Genehmigung bekommen“, sagt der Gemeindechef.

Hilfreich war dem Bürgermeister zufolge auch, dass im Flächennutzungsplan der Gemeinde der Bereich des neuen Baugebiets bereits als Wohnbaufläche dargestellt ist. 2007 habe die damalige Gemeindevertretung die Fläche, die sich an die bestehenden anschließt, bereits als mögliches Baugebiet überplant und mit dem Landbesitzer einen Vorvertrag für den Verkauf der Koppel ausgehandelt, so Matthiesen. „Da hat die damalige Gemeindevertretung gute Vorarbeit geleistet.“ Noch wird das rund 1,8 Hektar große Plangebiet als Rinderkoppel genutzt.

Die Achtruper Gemeindevertreter arbeiten jedoch daran, dass dort so schnell wie möglich 17 Grundstücke für eine Wohnhausbebauung entstehen können. In ihrer jüngsten Sitzung haben sie die Erweiterung des Baugebiets auf den Weg gebracht. „Mit dem Entwurfs- und Auslegungsbeschluss stehen wir bauleitplanerisch noch ganz am Anfang“, sagt Uwe Matthiesen. Aber der Bürgermeister ist optimistisch: „Im kommenden Jahr könnte es losgehen.“

Parallel zu den Planungen soll bereits mit den Tiefbauarbeiten für die Erschließung begonnen werden. Denn: „Die Nachfrage für ein neues Baugebiet ist da“, sagt Uwe Matthiesen. Zehn Interessenten hätten sich bereits bei ihm gemeldet. Krippengruppe, Kita, eine Grundschule im Ort: Diese Angebote möchte die Gemeinde auch zukünftig vorhalten können. Deshalb liegt das Hauptaugenmerk darauf, jungen Familien Entwicklungs- und eben auch Wohnraum zu bieten. Allerdings: „Mit Blick auf den demografischen Wandel rückt auch barrierefreies Bauen mehr und mehr in den Vordergrund.“ Im Baugebiet „Ahornweg“ habe immerhin ein Haus ältere Bauherren gehabt: „Ansonsten ist das ein sehr junges Baugebiet.“

Wie wichtig die Ausweisung von Baugebieten auch für andere kleinere Gemeinden im Amtsgebiet ist, weiß Uwe Matthiesen durch den regen Austausch mit befreundeten Bürgermeistern. „Aber vielleicht haben die auch Glück und können doch noch Baugebiete ausweisen.“ So sehr sich Matthiesen über das neue Baugebiet freut, so sehr bedauert er eine andere Vorgabe der Landesplanung: „Ich finde es schade, dass Achtrup kein Gewerbegebiet ausweisen darf. Wir mussten schon mehreren jungen Handwerkerfirmen absagen.“


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