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Nordfriesland Tageblatt

17. August 2017 | 16:02 Uhr

Neubau : Abschied von den 20er-Jahren

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Für drei Millionen Euro: Auf auf dem Gelände der Norddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft (neg) entsteht eine neue Werkstatthalle.

In der Werkstatthalle der Norddeutschen Eisenbahngesellschaft (neg) herrscht rege Betriebsamkeit. Arne Matthiesen, technischer Wageninspekteur, ist mit der Hauptuntersuchung einer Lokomotive beschäftigt, in der Halle nebenan schweißen zwei seiner Kollegen an der Achse eines Lkw-Anhängers. Das Gebäude stammt aus dem Jahre 1926 und verbreitet immer noch den Charme dieser Zeit. „Mit allen Vor- und Nachteilen“, sagt Ingo Dewald, Geschäftsführer der neg. Äußerlich noch gut in Schuss und auch innen immer wieder, auch beleuchtungstechnisch, auf den neuesten Stand gebracht, hat an dem Bauwerk doch der Zahn der Zeit genagt. „Es ist nicht mehr zeitgemäß, an vielen Stellen baufällig.“ Und auch das Dach hat schon bessere Zeiten erlebt. „Während der jüngsten Stürme ging es an einigen Stellen hoch.“ Kurzum: Ein Neubau muss her. Die Planungen für einen neues Werkstattgebäude hatte damals schon die NVAG, erklärt Ingo Dewald. „Allerdings sah das Konzept einen Neubau im Gewerbegebiet Ost vor.“ Das hätte nach heutigem Stand Mehrkosten von drei Millionen Euro für eine externe Gleisanlage bedeutet. „Das ist zu teuer. Wir konzentrieren uns jetzt auf die Örtlichkeiten hier – und sparen 50 Prozent der Kosten ein.“ Denn die Kosten für die neue Werkstatt sind ebenfalls mit drei Millionen Euro veranschlagt.

Vor zwei Jahren stellte die neg den Bauantrag, der im Sommer 2013 eine Teilgenehmigung erfuhr. Der Rest liegt nun beim Kreis. Die Ausschreibungen erfolgten in Schleswig-Holstein, Hamburg und Nord-Niedersachsen. Die Arbeiten wurden vergeben – und das durch die Bank weg an 15 lokale, sprich Niebüller Unternehmen. Die Firma Martin Limbrecht erhielt beispielsweise die Arbeiten für den Rohbau, Sven Vogt ist für die Außenanlagen zuständig.

Das Wetter mit seinen für einen Winter milden Temperaturen hätte für die Arbeiten nicht idealer sein können. Draußen sind die Bagger im Gange. Seit Dezember wird an den Außenmauern der Boden aufgebrochen, werden Stahlgeflechte in den Boden eingebracht. Nächste Woche kommt der Beton, dann werden die Fundamente geschüttet, im Januar sollen sie noch fertig werden. Derzeit entstehen die Stützen, auf die die Konstruktion der neuen Halle künftig ruhen wird. Denn der Clou: Das neue Werkstattgebäude mit 54 Meter Länge und drei Arbeitsständen wird um das bestehende herum gebaut. „Anschließend wird das alte Bauwerk Stück für Stück abgerissen.“ Der Grund liegt auf der Hand: Die Arbeit kann weitergehen. 50 Beschäftigte, davon 35 Vollzeitkräfte, gehören derzeit zur neg. Als Ingo Dewald 2005 Geschäftsführer wurde, waren es noch 26. Der Neubau bedeutet übrigens eine Verdoppelung der Kapazitäten. „Auch so ein relativ kleiner Betrieb wie unserer hat hohe Sicherheitsanforderungen.“

Gewartet werden in der neg-Werkstatt Nutzfahrzeuge aller Art – vom Lkw bis hin zur 120 Tonnen schweren Diesellok. Die Spuren sind entsprechend ausgelegt. Instand gesetzt wird übrigens nicht nur der eigene Fuhrpark. „Etwa 30 Prozent der Arbeiten entfallen auf eigene Fahrzeuge, 70 Prozent der Aufträge kommen von externen Firmen, wie die Busse der NVB, der Autokraft oder Fahrzeuge anderer Unternehmen. Wir haben einen breiten Kundenstamm. Und das sichert Arbeitsplätze.“

Ingo Dewald würde sich freuen, das neue Gebäude auch mit zusätzlichen Mitarbeitern zu beleben. „Wir suchen immer Azubis“, wirbt er. Benötigt werden Mechatroniker, die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Wer bei der neg anfängt, entwickelt sich auch beruflich mehrgleisig – zum Lokführer und / oder technischen Wageninspekteur. „Diese Mehrfachausbildungen in den Bereichen Mechatronik, Lokführer und Signaltechnik gewährleisten eine hohe Flexibilität. Gerade junge Menschen schätzen die Abwechselung. Das bindet sie gleichzeitig an das Unternehmen und gewährleistet, dass wir autark bleiben.“ Zum Sommer können sich junge Frauen und Männer melden. Was müssen sie mitbringen? „Sie sollten engagiert, aufgeschlossen sein, ein mittlerer Bildungsabschluss wäre schön, aber auch in einem großen Maß motivierte Hauptschüler sind gefragt.“ Einwöchige Praktika für Schüler sind natürlich ebenfalls möglich.

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erstellt am 22.Jan.2014 | 09:30 Uhr

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