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Nordfriesland Tageblatt

20. Oktober 2017 | 13:12 Uhr

Das war’s : Abschied vom Posaunenchor Enge

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Nach einer fünfzigjährigen Geschichte wird das Ensemble nach dem traditionellen Kurrendeblasen aufgelöst. Am Wochenende waren die Musiker noch einmal in Enge zu hören.

von
erstellt am 04.Dez.2013 | 07:00 Uhr

Es war ein abwechslungsreiches Konzert und zugleich ein Abschied. Die von Stephanie Budde dirigierten Chöre des Gesangvereins „Eintracht Enge von 1888“, der Begleitpianist und -organist Mirko March sowie die Bläser des von Alexandra Holst geleiteten Posaunenchores der Kirchengemeinde Enge hatten sich am ersten Adventssonntag in der Katharinenkirche eingefunden, um gemeinsam zu musizieren. Am Ende des Konzertes flossen leider noch ein paar Tränen, weil Pastorin Anja Nickelsen-Reimers nach ihren Dankesworten an alle Mitwirkenden bekanntgab, der Posaunenchor werde nur noch sein traditionelles „Kurrendeblasen“ präsentieren und sich sodann – nach 50 Jahren – auflösen.

Doch zuvor erlebten die zahlreich erschienenen Zuhörer eine Veranstaltung, bei der sie in teils nachdenklicher, teils ausgelassen-fröhlicher Weise auf die Vorweihnachtszeit und das bevorstehende Christfest eingestimmt wurden. Zum Auftakt erklang eine quicklebendige Bläser-Intrade von Burghardt Schloemann, die mit einem Signal der Zugposaunen begann und einen sehr verschachtelten, vielstimmigen Choralsatz einmündete: „Kommet, ihr Hirten!“

 


Männerchor zum Auftakt


Im Namen aller Mitwirkenden hieß sodann die Vorsitzende des Gesangvereins, Elke Enken, die Teilnehmer der musikalischen Feierstunde willkommen. Zusammen mit Dieter Nütz, dem Sprecher des Männerchores, übernahm sie auch die Aufgabe, das Publikum durch das Programm zu führen. Letzteres hatte seinen ersten Höhepunkt in der vielgestaltigen Darbietung des Adventsliedes „Wie soll ich dich empfangen“ in seinem Satz von Johann Crüger. Die von der Orgel begleiteten, im Wechsel mal von der Gemeinde, mal von beiden Chören gemeinsam gesungen Strophen wurden durch ein eingeschobenes, der Melodie des Chorales angeglichenes Bläser-Ritornell reizvoll ergänzt.

Vom Klavier unterstützt sang der Gemischte Chor, verteilt auf mehrere Programmblöcke, ein hochromantisches „Ave Maria der Berge“, zu dem Johann Breuer ein gefühlvolles Solo beisteuerte, „Child in manger“ (den von John Rutter weihnachtlich umgestalteten Cat-Stevens-Hit „Morning has broken“), ferner den von G. Gunsenheimer zeitgemäß harmonisierten Satz „Zu Bethlehem geboren“ sowie den lustigen Song vom rotnasigen Rentier „Rudolf“. Diesem hatte der Arrangeur Carsten Gerlitz zu einem swingenden Rhythmus verholfen. Der Männerchor trug – erfreulich sauber intonierend – einige traditionell verfasste Lieder wie „Heut kam ein Engel“, „Maria durch ein` Dornwald ging“ oder „Heilige Nacht“ vor. Andererseits widmete er sich einigen nur für Männerstimmen umgearbeiteten Sätzen barocker Meister, darunter „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ nach Bach oder „Es ist ein Ros’ entrungen nach Michael Praetorius. Dabei gelang ihm die Interpretation der ersten Kategorie überzeugender als die der sakralen Kompositionen.


Barocke Originalsätze


Der Posaunenchor ließ bei seinen eigenständigen Beiträgen in gekonnter Manier neben barocken Originalsätzen wie „Nun komm, der Heiden Heiland“ oder „Es kommt ein Schiff geladen“ auch freie Bläsermusiken und Adventsintraden erklingen. Dass bei der sicher geblasenen „Pastorale“ von Archangelo Corelli die Stimmung der Instrumente ein wenig auseinander driftete, ist der Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur anzulasten, die sich durch die Anwesenheit so vieler Leute rasch veränderte.


Ausklang und Abschied


Mit dem „Kurrendeblasen“ heißt es nun Abschied nehmen vom Posaunenchor. Die ständig sinkende Zahl der überwiegend jungen aktiven Mitglieder habe bewirkt, dass sich ein stabiler Übungsbetrieb und Arbeitseinsatz auf Dauer nicht mehr aufrecht erhalten lasse. Damit endet die 50-jährige Geschichte des Bläserchores, die nach dem Fortgang seines Gründers – des Pastors Werner Stümke aus Enge – einige Jahre geruht habe. Im Sommer 1997 erlebte Gemeinschaft einen Neuanfang. Die Schwestern Alexandra und Pamela Holst begannen, neue Bläser auszubilden und bauten eine vorbildliche Jugendarbeit auf.

 







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