Berufsfindungsabend in Niebüll : Abitur – und was kommt jetzt?

Klaus Rathje sprach über seinen Werdegang zum freischaffenden Werbetexter.
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Klaus Rathje sprach über seinen Werdegang zum freischaffenden Werbetexter.

Berufsfindungsabend in der Friedrich-Paulsen-Schule: Ehemalige informieren angehende Schulabgänger über Beruf und Werdegang.

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25. November 2017, 03:53 Uhr

Niebüll | Endlich Abi – und was dann? Rund 90 angehende Abiturienten versammelten sich in der Mensa der Friedrich-Paulsen-Schule, um sich dort mit 30 Ex-FPSlern zum lockeren Austausch über Job und Berufsleben, Studium oder Alltag nach dem Abitur auzutauschen. Die Idee dazu hatte Rechtsanwalt Hans-Ulrich Henningsen vor zehn Jahren: Er gründete ehrenamtlich den Berufsfindungsabend der FPS. Dabei stehen Ehemalige den heutigen Oberstufenschülern zu allen Fragen Rede und Antwort. Die Schule bietet den Rahmen eines des Abends, der den Schülern Einblicke in die verschiedensten Lebensläufe gab.

Jan Wolters, in der FPS für das Thema Berufe zuständig, begrüßte die Anwesenden und bat die Ehemaligen sich vorzustellen. Eine bunte Zusammensetzung an sehr unterschiedlichen Menschen war erschienen - ältere Herrschaften vom Abi-Jahrgang 1982, aber auch erstaunlich viele junge Abiturienten aus dem Jahr 2016 – gerade erst als Anfänger im Studium oder Beruf unterwegs. Diese junge Combo fand natürlich schnell Kontakt – doch die Alten waren auch gefragt.

Als Erste stellte sich Svenja Moritzen, Polizistin aus Galmsbüll beziehungsweise Hamburg vor – mit Live-Erfahrung von G20 und Terroranschlag. Klaus Rahtje, Abiturient „irgendwann in den 90er Jahren“ war als Werbetexter ebenso angesagt wie Holger Paulsen (Abi 85) als Chemiker. Ob nun Jurist oder Pilot, Veranstaltungskauffrau oder Kundenberater – die Vielzahl und Variationsbreite der heutigen Berufe wurde deutlich. Auch die vielen Aufstiegschancen, die möglich sind. Vom PTA zum Apotheker – oder aber auch der Weg über den Bundesfreiwilligendienst zum Mechatroniker – die Teilnehmer zeigten, dass einiges möglich ist. Katinka Schweizer, Psychotherapeutin, brachte es auf den Punkt: „Man möchte nochmal studieren.“

Einstweilen waren sich manche Oberstufenschüler noch ein wenig unsicher. Evelyn Ridder (15), Malene Karstensen (16) und Ester Steffen (15) ließen sich unter anderem den Beruf des Flugbegleites erläutern. Hier kann man schon nach sechs Wochen in den Job einsteigen – und später Pilot werden, wie Robert Hörder versicherte. Er hat den Weg selbst beschritten und wägt nun ab, ob er viel Geld in Asien verdienen will oder doch eher in Hamburg bleibt. „Freizeit contra Verdienst – das bewegt die Jugendlichen“, so der 27-Jährige, der gerade den Airbus 320 in seinem Geburtsort Westerland sicher auf die Landebahn gebracht hat. „Alle wollen wissen, wie anstrengend der Job ist, wie es mit dem Privatleben aussieht“, erklärt Hörder.

Axel Michaelis aus Niebüll (15) kann sich vorstellen, Kriminalbeamter zu werden. So erkundigte er sich gezielt nach Dienstzeiten und Schreibtischarbeit. Polizistin Svenja Moritzen, Abijahrgang 2009, klärte auf. Der Berliner Klaus Rathje erläutert unterhaltsam, wie der Arbeitstag des Freiberuflers aussieht. „Vor allem mache ich aber Mut, einfach mit dem Schreiben loszulegen“, betonte er. „Es gibt nicht nur einen Weg, um als Werbetexter zu arbeiten.“

Für manche lohnte sich auch der Umweg über ein Freiwilliges Soziales/Kulturelles Jahr: „Ich wurde als Veranstaltungskauffrau-Azubi genommen, weil ich nicht direkt von der Schule kam“, so Natalie Kujawa, die in Niebüll im Kulturbüro ein Jahr verbrachte. Viel los war auch bei Sina Erichson: Sie studiert in Kiel Pädagogik und historische Musikwissenschaft. „Mit diesem Studium lässt sich viel machen“, sagt Sina Erichson. Berufswahl kann spannend sein – an disem Abend erhielten die Oberstufenschüler jede Menge konkreter Informationen aus der Praxis.

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