Wort zum Sonntag : Aber die Liebe...

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09. Februar 2013, 09:42 Uhr

Der Termin zur Bundestagswahl steht, Kandidaten bringen sich in Position, das Spitzenpersonal lässt schon mal die Muskeln spielen. In den Parteizentralen werden die großen Themen gesucht, mit denen Wahlen entschieden werden. Strategieentscheidungen: Wird es um Arbeitsplätze gehen oder um Bildung? Um Sicherheitspolitik oder den Euro?

Und dann sind wir dran. Woran werden wir die mehr oder weniger verlockenden Angebote messen? Mein Vorschlag: Es sollte um die Liebe gehen. Das ist zwar kein hartes politisches Thema, und Politikkenner rollen schon mit den Augen. Und doch: Ich möchte die Liebe ausprobieren als das Kriterium, das alle Themen prüft. Ich erinnere mich an den Apostel Paulus, der die wichtigsten Werte für das Leben benennt. Da bleiben am Ende Glaube und Hoffnung und Liebe. "Aber die Liebe…", so weiß der Apostel, "…ist die Größte unter ihnen."

So schräg die Liebe als Politik-Maßstab sein mag, so sehr gefällt mir die Idee: Dass Menschen ihr Tun und Lassen daran ausrichten, ob es der Liebe dient. Dazu gehört es, sich in andere hineinzuversetzen, mitzufühlen, sich die Freude und das Leiden anderer zueigen machen. Sympathie für das Leben. Nicht "der Markt braucht" oder "der Staat muss", sondern für die Menschen aus Fleisch und Blut soll das öffentliche Handeln dienlich sein. Nicht nur Politikerinnen und Politiker will ich daran prüfen, auch mich selbst in meinem Alltag. Die Liebe als Maßstab, mehr noch: als Leitstern. Auf mein Herz hören. Dem Göttlichen nachspüren, von dem es heißt: Es ist Liebe und nichts anderes als Liebe. Mich darin führen lassen in meinen kleinen und großen Entscheidungen, das ist meine ganz persönliche Strategie entscheidung.

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