Abba-Musical : Abbas Erben singen in der Stadthalle

Musical „Marry Mia!“ wird von Schülern der FPS und Regionalschule auf die Bühne gebracht

shz.de von
08. Juni 2014, 05:15 Uhr

Was die schwedische Pop-Gruppe Abba vor 42 Jahren im englischen Brighton mit dem Hit „Waterloo“ in Gang setzte und in nur einem Jahrzehnt einen Hit nach dem anderen in die Top-Charts katapultierte, sollte Folgen haben, die bis in die Gegenwart reichen. Gemeint ist nicht nur die Pop-Komödie „Mamma Mia“, die derzeit zu den weltweit erfolgreichsten Musicals gehört. Gemeint ist mehr die Begeisterung, die sich für den Pop-Sound der Schweden auch heute noch ungebrochen unter jungen Menschen hält.

Eine von ihnen ist Jessica Hansen, zurzeit „FKJ‘lerin“ im Kulturbüro der Stadt Niebüll und am Ende ihres freiwilligen kulturellen Jahres. Im Rahmen der Angebote der Offenen Ganztagsschule an Schüler und Schülerinnen der Regionalschule und der FPS kam sie auf den Gedanken, ein Musical zu inszenieren. „Wer macht mit?“, fragte sie in die Runde von 2000 Schülern. Es meldete sich ein Dutzend Mädchen, keine Jungs, doch genug, um das Wagnis anzugehen.

Der Titel „Mamma Mia“ war urheberrechtlich geschützt und musste mit „Marry Mia“ umgangen werden. Doch inhaltlich blieb es , wenn auch in gekürzter Form, beim „Libretto“ des poppigen Singspiels, zumal es ja um die geplante Heirat ging, die Sky und Sophie miteinander feiern wollten. Das neunköpfige Ensemble war schnell beisammen. Die Vorbereitungen wurden vor drei Monaten begonnen und mündeten in der Finalphase in tägliches Proben. Jessica Hansen hatte die Musik „zusammengeschnitten“ , einige Titel aus dem Original heraus genommen und es bei 13 Titeln belassen, in denen die englischen Texte ins Deutsche übersetzt wurden.

In der Handlung ging es bekanntlich um die Hochzeit von Sophie mit Sky. Sophie ist die Tochter von der Hotelwirtin Donna, die klamm bei Kasse ist und gerne einmal reich wäre. Als Väter von Sophie kommen drei Männer infrage. So lädt Sophie alle drei – Sam, Bill und Harry – zu ihrer Hochzeit ein, dazu auch Mamas Freundinnen. Außerdem werden als weitere Gäste Niebüller Bürger – an deren Spitze Bürgermeister Wilfried Bockholt – zur turbulenten Hochzeitszeremonie auf die Bühne gebeten. Doch zur Hochzeit kommt es nicht, obwohl Sky seiner Sophie ein „Ich-liebe-dich“ zuhaucht. Beide entscheiden sich statt der Hochzeit zu einer Reise. Die drei „Väter“ geben sich mit je einem Drittel der möglichen Vaterschaft zufrieden. Ende gut? Ja doch.

Die Handlung ist mit einer Fülle von Gags angereichert – und natürlich mit den zum szenischen Ablauf passenden Abba-Titeln, gesanglich recht gut dargeboten, wenngleich dann und wann die „letzte Sprosse der Tonleiter“ knapp verpasst wurde. Das aber traf nicht für Katja Petersen zu, die als zentrale Figur dieses „Schülermusicals“ gesanglich einen vortrefflichen Part lieferte. Doch: „Alle Neune“ verdienen ein großes Lob. Dieser Ansicht war auch das Publikum, das dem mutigen Ensemble herzhaften Applaus spendete – und sich von einem amüsanten Abend auf den Heimweg begab – den Abba-Song „Thank You for the Music“ vor sich hinsummend.



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