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"Neue Wege für Schleswig-Holstein" : A 20 sofort: Ein Verein macht Druck

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Bessere Verkehrsanbindung soll auch Fremdenverkehr an der Westküste fördern.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2013 | 08:46 Uhr

Husum | Sie wollen der Politik im Land Beine machen: Die acht Mitglieder des Vereins "Neue Wege für Schleswig-Holstein" setzen sich für den schnellen Weiterbau der Autobahn 20 bis nach Niedersachsen ein - auch Nordfriesland sei als Tourismus-Region von guter Erreichbarkeit abhängig, so der Vereinsvorsitzende Rainer Bruns. Um den Landtag zu zwingen, sich mit dem Thema zu befassen, braucht die Initiative "A 20 sofort!" 20 000 Unterschriften wahlberechtigter Bürger - und ist zuversichtlich, die auch innerhalb des geforderten Zeitraumes von einem Jahr zu bekommen.

"Wir sind in Deutschland das am schlechtesten angebundene Tourismus-Gebiet", klagt Ex-Landesverkehrsminister Dietrich Austermann (CDU), der Schriftführer des vor einem Dreivierteljahr gegründeten Vereins. Und Bruns warnt: "Schleswig-Holstein darf verkehrstechnisch nicht abgehängt werden." Neben der Bedeutung für den Tourismus sei die Trasse auch für die im Land beheimateten Logistik-Unternehmen und nicht zuletzt auch für die Attraktivität der Region als Arbeitsplatz von enormer Wichtigkeit. "Wenn Straßen die Adern der Wirtschaft darstellen, sind Autobahnen die Schlagadern."

Schleswig-Holstein und Niedersachsen seien Transitländer für Logistik, erläutert Peter Lonsdorfer, Inhaber des gleichnamigen Transportunternehmens in Husum. "Das Nadelöhr sind Hamburg und der Elbtunnel, da hat auch der Bau der vierten Röhre nicht viel gebracht." Und Thies Anhalt, Vereins-Schatzmeister und Spediteur aus Dithmarschen, ergänzt: "Unsere Fahrzeuge queren 50 Mal am Tag den Elbtunnel - und jede Stunde, die sie dort im Stau stehen, kostet 80 Euro extra." So werde es immer schwieriger, wettbewerbsfähig zu bleiben. "Zumal mit dem Ausbau der A 7 und deren Deckelung für die nächsten zehn Jahre Dauerstau vorprogrammiert ist."

Beim Weiterbau der A 20 sei nicht Geld das große Problem, sondern die Prioritätensetzung in den Ministerien, sagt Bruns: "Es geht nichts, weil nichts planreif ist." Daher müsse Druck ausgeübt werden, damit man rasch ausführungsreife Pläne bekomme.

"Außer den Ortsumgehungen Hattstedt und Bad Segeberg gibt es derzeit in Schleswig-Holstein keine Bundesprojekte, die Baureife haben", so Austermann. Und die Koalitionsvereinbarung der Kieler Regierung sehe keine Eile vor. "336 A 20-Kilometer sind in den vergangenen zwölf Jahren in Mecklenburg-Vorpommern geplant und gebaut worden, in Schleswig-Holstein nur 50 Kilometer." Es gehe jetzt noch um 60 Kilometer. "Die Regierung hat aber zehn Planer für die Stromnetze abgezogen. Wenn man diese Stellen nicht nachbesetzen kann, müssen das private Büros machen." Mit konkreten Plänen könnten freie Gelder beim Bund abgerufen werden und die A 20 sei in fünf Jahren fertig.

Seit 17. April ist der Verein nun auf der Jagd nach Signaturen. "Wir setzen hier besonders auf die 500 000 ADAC-Mitglieder im Land - der Club macht sich ebenfalls dezidiert für die Beschleunigung des A 20-Ausbaus stark", sagt Austermann. Auf der Internet-Seite www.a20-sofort.de könne die Unterschriftenliste heruntergeladen werden. "Und sobald wir 1000 zusammen haben, richten wir einen tagesaktuellen Zähler ein - das motiviert dann hoffentlich auch noch Unentschlossene."

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