Corona in Nordfriesland : Impfen in der Apotheke? Das sagen Apotheker aus Südtondern

Avatar_shz von 03. Dezember 2021, 13:48 Uhr

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Ab Januar sollen in Deutschland Corona-Impfungen in der Apotheke möglich sein. Für Grippeschutzimpfungen wird das bereits erprobt, so testen AOK und Apothekerverband Westfalen-Lippe in einem Modellversuch derzeit, ob sich durch Impfungen in Apotheken die Impfquote erhöhen lässt.
Ab Januar sollen in Deutschland Corona-Impfungen in der Apotheke möglich sein. Für Grippeschutzimpfungen wird das bereits erprobt, so testen AOK und Apothekerverband Westfalen-Lippe in einem Modellversuch derzeit, ob sich durch Impfungen in Apotheken die Impfquote erhöhen lässt.

Bei Apothekern in Leck und Süderlügum ruft dieser Vorstoß eher verhaltene Reaktionen hervor.

Südtondern | Zur Eindämmung der Corona-Pandemie soll der Kreis der Personen erweitert werden, die Corona-Schutzimpfungen vornehmen dürfen – unter anderem bringt ein Beschluss von Bund und Ländern vom Donnerstag Apotheker ins Spiel. Weiterlesen: Wo Sie sich künftig gegen Covid-19 impfen lassen können Bei Apothekern Südtondern ruft dieser Vorstoß eher verhaltene Reaktionen hervor. „Wir werden das nicht anbieten können“, sagt Wilfried Gottschalk, Inhaber der Sonnen-Apotheke in Leck. Weder die notwendigen Räumlichkeiten noch das entsprechende Personal stünden zur Verfügung. Nicht leistbar „Wir haben bereits 60 Stunden in der Woche geöffnet und auch wirklich gut zu tun. Impfungen auf Abruf sind für uns nicht leistbar, aber das soll ja gerade das Ziel dieses Vorstoßes sein, dass man ohne Termin zur Impfung kommen kann.“ Der Apotheker aus Leck sieht die Coronaschutzimpfung bei den Ärzten in Südtondern in den besten Händen. „Ich glaube auch, dass man hier nach Region differenzieren muss, hier im ländlichen Raum ist die Lage noch anders als in Ballungsräumen“, sagt Wilfried Gottschalk und verweist auf offene Impfaktionen, wie sie am Samstag in Leck und Niebüll anberaumt wurden. „Und ich denke, es wird weitere Angebote dieser Art geben.“ Weiterlesen: Impfaktionen in Risum-Lindholm und Leck: Piks ohne Anmeldung für jedermann Notwendigkeit nicht gegeben Diese Meinung teilt auch Bernd Levsen Johannsen, Inhaber der Grenzapotheke in Süderlügum. „Ich sehe eine Notwendigkeit für unsere Region derzeit absolut nicht gegeben“, sagt der Apotheker. Er hält nichts davon, politisch Erwartungen zu wecken, die dann nicht erfüllt werden könnten oder nicht zweckmäßig sind. Für die Delegierung von Impfungen gegen das Coronavirus sei ein entsprechenden Vorlauf unumgänglich. „Das geht nicht von heute auf morgen“, stellt er klar. Dass er bei Bedarf und tatsächlicher Nachfrage schnell reagieren und Anforderungen in die Praxis umsetzen kann, hat der Apotheker allerdings bereits bewiesen. Theoretisch möglich Im Frühjahr reaktivierte Bernd Levsen Johannsen die Räume seiner früheren Nordland-Apotheke in Süderlügum innerhalb kürzester Zeit, um dort Corona-Schnelltests vorzunehmen. Weiterlesen: Süderlügumer Apotheke testet seit Tagen: „Die Nachfrage ist riesig!“ „Wenn wir es müssten, könnten wir auch Impfungen vornehmen, aber nur mit Vorlaufzeit und einer ausführlichen Abstimmung zwischen Ärzten und Apothekern“, sagt der Süderlügumer und betont: „Aber wie gesagt: Ich sehe derzeit keine zwingende Notwendigkeit dazu.“ Schon ab 1. Januar? Laut der Gesetzesvorlage der Ampelkoalition ist vorgesehen, dass die Apotheken, aber auch Zahnärzte und Tierärzte ab 1. Januar und zunächst für ein Jahr in die Impfkampagne einbezogen werden. „Die Regelung soll das Ziel unterstützen, möglichst zeitnah den Schutz des Einzelnen und eine hinreichend breite Immunität in der Bevölkerung zu erreichen, um die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 einzudämmen“, heißt es . Konkret soll im Infektionsschutzgesetz ein Paragraf 20b namens „Durchführung von Schutzimpfungen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2“ eingefügt werden, in dem auch Apotheker, aber auch Zahnärzte und Tierärzte, zur Durchführung von Schutzimpfungen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 berechtigt werden sollen. Allerdings dürfen Apotheker laut Entwurf damit nur Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, gegen Covid-19 impfen. Zudem gelten weitere Voraussetzungen: So müssen Apotheker vorab ärztlich geschult sein und die erfolgreiche Teilnahme an der Schulung muss als Bestätigung vorliegen. Zudem muss in der jeweiligen Apotheke eine „geeignete Räumlichkeit“ mit einer Ausstattung, die für die Durchführung der Covid-19-Impfungen erforderlich ist, vorhanden sein. ...

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