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Musik im Leck-Huus : 9. Anti-Konzert: Zeichen gegen Gewalt und Zerstörung

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

„Musik verbindet!“: Das demonstrierten rund 130 Jugendliche beim 9. Anti-Konzert in Leck. Der Veranstalter hätte sich mehr Resonanz gewünscht

Leck | Musik hören, abrocken, quatschen in einer harmonischen Atmosphäre. Nicht nur das wollten mehr als 130 jugendliche Besucher im „9. Anti-Konzert“ des Hauses der Jugend. Im Leck-Huus setzten sie mit ihrem Kommen ein Zeichen gegen Gewalt und Zerstörung und demonstrierten das gleich vor Ort: Gemeinsam mit 23 jungen Flüchtlingen aus Afghanistan feierten sie ein friedliches Miteinander – ohne Alkohol, ohne Drogen.

„Ich bin gern gekommen, weil mir das Motto gefällt. Es ist wichtig und richtig und aktueller als je zuvor“, wies Schirmherr Andreas Deidert auf die Weltlage hin. Der Bürgervorsteher nannte als Beispiel die Gewalttätigkeit gegen Menschen, die aus der Not heraus zu uns gekommen sind. Deshalb rief er allen zu: „Nehmt diese Intention mit nach Hause, mit in die Schulen, denn Gewalt ist nie eine Lösung.“ Er riet, die Chance zu nutzen, mit den afghanischen Gästen aus der Jugendherberge Niebüll ins Gespräch zu kommen.

Das gestaltete sich allerdings ein wenig schwierig aufgrund deren noch dürftigen Deutschsprachkenntnisse. Begleitet wurden die 15- bis 17-jährigen Asylbewerber unter anderem von Harald Thomsen vom Diakonischen Werk Südtondern, das das Projekt in Niebüll betreut. „Wir möchten, dass diese Jugendlichen auch in ihrer Freizeit unsere Kultur kennenlernen und hineinschnuppern in das Leben unseres Nachwuchses“, meinte Harald Thomsen. Der musikalische Kulturschock stand den ausländischen Mitbürgern nicht ins Gesicht geschrieben, sie hörten aufmerksam zu und tanzten zu später Stunde gar fröhlich mit.

„Ich habe echt Bock auf diesen Abend mit affengeiler Musik“, meinte Initiator Gunther Haar, Leiter vom Haus der Jugend. Noch hoffte er auf mehr Resonanz seitens der Jugendlichen, immerhin wurde in den Vorjahren die 350-Besucher-Marke geknackt. Doch sein Wunsch sollte sich nicht erfüllen. „Ich bin sehr enttäuscht“, zog er später Bilanz. Im Vorwege hatte er bereits seinen Dank an alle Sponsoren und tatkräftigen Helfer geschickt, die das Zustandekommen des akustisch und optisch tollen Live-Erlebnisses ermöglichten. Andreas Elshoff von „Tour-Audio“ aus Enge-Sande mischte hierbei optimal mit.

Den Anfang machte Rasmus Hoffmeister aus Harrislee. Er ist kein Unbekannter, kam 2013 bei „The Voice of Germany“ von 12.500 Bewerbern unter die letzten 48 Kandidaten und trat bereits im vorigen Jahr in der alten Scheune auf. Seine Gitarre, seine weiche, warme, ausdrucksstarke Stimme und Texte, die das Leben reflektieren – mehr brauchte der Singer/Songwriter nicht, um sich in Herzen der Zuhörer zu schleichen.

Mit Gitarre, Stimme und Texten überzeugte Rasmus Hoffmeister.
Mit Gitarre, Stimme und Texten überzeugte Rasmus Hoffmeister. Foto: Johannsen
 

Nach diesem eher ruhigeren Part stürmte die Nachwuchsband „The Right Season“ die Bühne. Die drei Musiker kommen aus der Region, spielen seit einem Jahr zusammen, bringen aber reichlich Erfahrungen aus anderen Formationen mit. Sie überzeugten mit ehrlichem, selbst komponiertem Rock und Texten, die von Beziehungen, Liebe, Durchhalten und Stärken erzählen.

Headliner des Abends waren uneingeschränkt die vier Jungs aus Hamburg: Die Band „Hauptgewinn“ kickte sich mit deutschsprachigem Pop/Rock in die Köpfe der Besucher. „Es wird nicht exklusiv. Es wird explosiv“, hatten Sänger Stephan und Gitarrist Marcus vorher versprochen – und Wort gehalten. „Das war der Hammer, einfach Spitzenklasse“, schwärmte nicht nur Gunther Haar.

Alle Musiker an diesem Abend identifizierten sich mit dem Motto, das auch sichtbar auf Buttons geschrieben stand: „Respekt statt Gewalt“. Dieses Thema griff Harald Marake vom Beratungs- und Behandlungszentrum Niebüll auf. Er führte die vielen Gesichter der Gewalt auf, erzählte von Hilfen in seiner Einrichtung und schätzte das Konzert ohne und gegen Gewalt. Dazu standen letztendlich alle jungen Leute im Leck-Huus, sie grenzten sich ab von Gewalt und Zerstörung und signalisierten: „Musik verbindet!“

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erstellt am 01.Feb.2016 | 08:00 Uhr

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